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Saathain feiert seinen Luther

In der Rolle des Gutsherren Friedrich von Schleinitz Sandro Staudler auf dem
In der Rolle des Gutsherren Friedrich von Schleinitz Sandro Staudler auf dem FOTO: Frank Claus
Saathain. Am Ende gibt es stürmischen Applaus. Peter Hoffmann bekommt einen Regiestuhl sowie eine Filmklappe geschenkt und hört mit seinen Darstellern aus dem Publikum die eindringliche Bitte: "Wir wollen noch mehr. Frank Claus

Das Volksschauspiel "Luther in Saathain" hat am Sonnabendabend etwa 400 Gäste an die Bühne am Sportplatz gelockt. Sie sehen ein Stück, das erneut der Steinmetz Peter Hoffmann geschrieben und inszeniert hat. Die einzelnen Rollen sind ausschließlich mit Einheimischen besetzt, die Kulissen, Kostüme und sogar Puppen sind im Dorf hergestellt worden.

Auf unterhaltsame, abwechselnd inhaltsschwere und bäuerlich-deftige Weise wird erzählt, wie Luther 1519 nach einem Besuch auf der Burg im nahegelegenen Liebenwerda ein Saathainer Wirtshaus betritt, dort die Reaktionen der Eingesessenen spürt und wie er an sich selbst zweifelt. Auf der Burg hatte ihn der päpstliche Abgesandte Karl von Miltitz überzeugen wollen, von seinen Thesen gegen den Ablasshandel und für die Reformation der Kirche abzurücken. Zwei Jahre zuvor hatte er sie in Wittenberg veröffentlicht und damit die Welt aus den Fugen gebracht.

Saathain ist begeistert - und lässt es wieder klingeln. Diesmal nicht im Tetzelkasten, um sich freizukaufen, sondern um Danke zu sagen und allen Akteuren Freibier für ihre Mühen zu gewähren.

Wegen der großen Nachfrage wird das Stück am heutigen Sonntag (30. Juli), 15 Uhr, noch einmal aufgeführt. Bereits ab 14 Uhr werden Kaffee und Kuchen gereicht.