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| 15:21 Uhr

Denksport
Ruick-Gedenkturnier prägt für das Leben

Massenspielszene in der Aula: Jahr für Jahr nehmen mehr Sportler an dem Turnier in Elsterwerda teil.
Massenspielszene in der Aula: Jahr für Jahr nehmen mehr Sportler an dem Turnier in Elsterwerda teil. FOTO: Veit Rösler
Elsterwerda. 81 Spieler lassen bei der diesjährigen Wettkampfauflage um die Elsterwerdaer Schachkrone die Köpfe qualmen. Von Veit Rösler

Es war wieder ein denkwürdiges Heimspiel für Anja Heinrich. „Ich bin sehr stolz auf dieses Turnier. Ich kannte Uwe Ruick noch persönlich. Bin mit ihm aufgewachsen, Karneval, die Jugenddisco und dann sein Engagement für das Schachspiel“, erinnerte sich die aus Hohenleipisch stammende Elsterwerdaer Bürgermeisterin zur Eröffnung des 8. Uwe-Ruick-Schach-Gedenkturniers in der Friedrich-Starke-Grundschule in Elsterwerda-Biehla.

Mit seinem Engagement hat der im November 2010 im Alter von nur 45 Jahren verstorbene leidenschaftliche Schachspieler und Trainer Uwe Ruick wesentlich an der Geschichte des Schachspiels in Hohenleipisch, in Biehla und darüber hinaus im Elbe-Elster-Land mitgeschrieben. Selbst aus dem ihm gewidmeten Gedenkturnier ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte geworden.

Insgesamt 81 Schachspieler aus Brandenburg, Thüringen und Sachsen haben am Sonntag an der diesjährigen Wettkampfauflage teilgenommen. Neben dem bisherigen Austragungsort in der großen Aula mussten diesmal die Spiele der oberen Altersstufen aus Platzgründen in einzelne Klassenräume der Schule ausgelagert werden.

Anja Heinrich kündigte an, im nächsten Jahr ein großes städtisches Sportfest in Elsterwerda organisieren zu wollen, mit einem Schachturnier mitten auf dem Marktplatz. Die Bürgermeisterin bedankte sich bei den Organisatoren und den Eltern der Kinder und Jugendlichen, die mit ihrer Unterstützung dem Nachwuchs eine solche Veranstaltung bieten.

Von Anfang an dabei bei diesem Turnier ist der ehemalige Bürgermeister Dieter Herrchen. „Für mich ein geniales Turnier. Man kann nur über die Kontinuität der Organisatoren staunen. Am Anfang war es noch überschaubar. Der enorme organisatorische Aufwand wird Jahr für Jahr noch immer mit steigender Aktivität betrieben. Das alles wäre ohne das Ehrenamt, ohne die Organisatoren Michael Nagel aus Leipzig, Andreas Kung und Schulleiterin Iris Lehmann nicht möglich. Es ist immer wieder ein großes Erlebnis, hier so viele Kinder in der heutigen Zeit in einer so anspruchsvollen Sportart zu sehen. Sie müssen längere Zeit ihre volle Konzentration und den Fokus auf eine bestimmte Aufgabe legen. Sie müssen die Züge beim Schach vorausdenken. Diese Fähigkeit wird sie für das Leben prägen“, so Dieter Herrchen am Rande der Veranstaltung.

Insgesamt 18 Spieler des organisierenden Hohenleipischer HSV Lok nahmen in den Altersklassen (AK) U8, U10, U12 und U18 an dem Turnier teil. Bester Spieler aus dem Verein war der elfjährige Cedric Theile aus Stolzenhain. Seit sieben Jahren spielt er Schach. Vor drei Jahren war er sogar Landesmeister. Besonders stolz und bei den Turnieren immer dabei: sein Großvater Friedemann Theile (67) aus Stolzenhain, bei dem Cedric Theile seine ersten Züge auf dem Schachbrett erlernte. Diesmal belegte der Elfjährige hinter Maximilian Mai vom SV Traktor Priest den zweiten Platz in der AK U12.

Übrigens: Wilhelm Dietz gründete 1963 einen Schachverein in Hohenleipisch. Die Initiative baute auf eine Idee von Peter Schiffner und Adolf Kießlinger auf. Im Februar 1970 begann man mit dem Training von Kindern und Jugendlichen in einer Arbeitsgemeinschaft. Drei der Kinder von damals sind heute noch dabei. Zwei Männermannschaften spielen in der Landesklasse und in der Regionalliga Brandenburg Süd.