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Holzarbeit
Rüstiger Rentner sorgt für spezielle Weihnachtsdeko

Sehr viele Exemplare seiner Holzkunst stehen in der Werkstatt von Hartmut Gärtner.
Sehr viele Exemplare seiner Holzkunst stehen in der Werkstatt von Hartmut Gärtner. FOTO: Mirko Sattler
Großthiemig. Hartmut Gärtner hat in jungen Jahren mit der Holzbearbeitung begonnen und beschenkt Kita und Schule.

Ein ganz besonderes Hobby, welches nicht nur zur Weihnachtszeit sehr gefragt bei Freunden und Bekannten ist, hat der Großthiemiger Hartmut Gärtner. Mit viel Fingerspitzengefühl und viel Zeit zaubert der rüstige Senior aus alten Balken oder Schrankbrettern kleine Kunstwerke.

„Mit 13 Jahren habe ich einen Handwerkskoffer zu Weihnachten bekommen. Das war der Startpunkt meines leidenschaftlichen Hobbys“, so der ehemalige Hirschfelder Grundschullehrer.

Waren es anfangs nur kleine Basteleien, so fing die Leidenschaft für sein Hobby so richtig mit der Übernahme seines Elternhauses an. „Das Holz ließ mich nie richtig los. In meinem Elternhaus hatte ich nun den Platz, um mein Hobby ausleben zu dürfen. Und so kaufte ich mir Maschinen für die Holzbearbeitung“, erzählt er weiter. Insgesamt zehn Sägen, angefangen von der Laubsäge über die Stichsäge bis hin zur Kettensäge, kann Hartmut Gärtner nun sein Eigen nennen.

Seine Ideen findet Hartmut Gärtner einerseits in der Umgebung, andererseits bekommt er regelmäßig Bastelanleitungen für jeden Anlass von seinen Kindern geschenkt. „Mit kleinen Teelichtleisten habe ich angefangen. Später folgten Weihnachts- und Schneemänner. Nun arbeite ich auch an Kunstwerken, die man sich das ganze Jahr hinstellen kann“, erzählt Hartmut Gärtner, während er ein Bild nach dem anderen aus seinem Fotoalbum zeigt. Seine Holzarbeiten erledigt der Großthiemiger Künstler vorwiegend in den Sommermonaten. Dann kann er nicht nur sein kleines Künstleratelier nutzen, sondern auch den großen Hof. „Holz ist Leben und mit diesem Leben zu arbeiten, macht Spaß“, lautet das Motto des 74-Jährigen.

Alle Freunde und Bekannten wussten von seinem Hobby und so hat er zu seinem 70. Geburtstag von ihnen ein wahrlich großes Geschenk bekommen. Sie schenkten ihm einen großen Anhänger mit Balken und Lagerholz. Aus dem vielen Holz, das eigentlich für die Verbrennung gedacht war, stellte Hartmut Gärtner nun zum Beispiel Weihnachtsbäume aus 100-jährigen Brettern her oder von den Pfosten eine schöne Weihnachtsdeko mit Stern.

Während sein kleinstes Holzkunstwerk gerade einmal fünf Zentimeter hoch ist, so hat sein bisher größtes Kunstwerk Abmessungen von zwei mal 0,40 Meter bei einer Höhe von einem Meter. „Das Spiel Jakolo, welches die besagte Größe hat, kam nicht nur in meinem direkten Wohnumfeld bestens an. Bei unserem Familienwettbewerb sind es nicht die Kinder, die nach diesem Spiel fragen, sondern die Erwachsenen, die ganz heiß darauf sind. Im Sommer hört man es aus allen Richtungen Klappern und ich weiß, alle meine Nachbarn sind wieder beim Jokolospielen“, sagt er. 

Geld verdienen möchte er mit seinem Hobby nicht. „Ich freue mich, wenn sich andere daran erfreuen. Zum Beispiel die Kita- oder Schulkinder, wenn sie von mir wieder selbst gebautes Spielzeug für ihre Feiern bekommen. Ich verschenke auch mal Sachen. Doch da ist meine Frau hinterher, damit ich nicht das Verkehrte verschenke. Falls es doch einmal passiert, muss ich gleich Ersatz schaffen“, lacht Hartmut Gärtner und seine Frau stimmt dem zu.

Neben seinem Hobby der Holzbastelei widmet sich Hartmut Gärtner noch dem Sammeln von Räuchermännchen und Nussknackerm.