| 02:38 Uhr

Roßstraße: Was passiert eigentlich?

Zum Leser-Beitrag "Massive Kritik an Elsterwerdas Stadtentwicklung" vom 13. September schreibt Inge Lorenz aus Elsterwerda: Auch ich frage mich, was der Bürgermeister der Stadt unter einer Willensbekundung der Grundstückseignerfamilie Arnold bezüglich ihrer maroden Grundstücke in der Roßstraße meint.

Die Eigentümer entsorgen die Gebäude der ehemaligen Fleischerei Geißler, die sie seit Jahren verkommen ließen. Und dann? Wer baut dort die in der Willensbekundung genannten Wohnungen? Die jetzigen Eigentümer? Ich und sicher viele Elsterwerdaer haben da sehr berechtigte Zweifel. Es geht vermutlich wie beim Haus Selkmann lediglich um den groben Abriss. Mehr nicht. Es bleibt ein Schandfleck, wie der an der Südspitze des Marktplatzes. (…) Es war schon damals für viele Bürger nicht nachvollziehbar, warum das älteste Haus der Stadt nicht von der Stadt Elsterwerda erworben wurde, um es mit öffentlichen Fördermitteln zu sanieren. (…) Nutzungsmöglichkeiten wären bei etwas Willen im Rathaus zu finden gewesen. Ich denke da z. B. an Ausstellungsräume, Vereinsräume etc. und an eine öffentliche Toilette. (…) Die Stadt Elsterwerda hat kaum Anziehungspunkte. Trotzdem überlässt man die wenigen Vorhandenen dem Verfall. Ich denke dabei z. B. auch an den Wasserturm Biehla. (…) Man fragt sich zwangsläufig, wie machen andere Kommunen das? (…) Was hat Elsterwerda für Einwohner und Gäste an Anziehungspunkten zu bieten? Welche Lebensqualität bietet Elsterwerda für die Alten und Jungen? Für Familien mit Kindern? Spielplätze, die nur dank der Förderung durch die Sparkasse existieren. Für ein kleines Schwimmbad am alten Standort für unsere Kinder, die mal zukünftig in Elsterwerda wohnen sollen, fehlt der Wille. Kein Geld hört man aus dem Rathaus. Komisch. Für einen Fußballplatz mit Kunstrasen im Wert von ca. 700 000 Euro fand man die Eigenmittel. (…) Der Miniaturenpark. Hierfür finden sich jährlich fast 40 000 Euro Fördersumme in der so klammen Stadtkasse. Meine ganz persönliche Meinung: Im letzten Jahrzehnt herrschte in Elsterwerda kommunaler Stillstand. Oder es wurde über die Köpfe der Bürger entschieden. Mein Vorschlag an das nächste Stadtoberhaupt: Verwaltung und Stadtverordnete schauen sich unsere Stadt einmal im Quartal per Rundgang und mit einem Notizblock kritisch an. Das jeweilige Ergebnis sollte im Stadtanzeiger zugänglich sein.

Es wird zu viel kaputt geredet

Zum LR-Beitrag "Lässt sich Elsterwerda vorführen?" vom 20.9. schreibt J.S. aus Elsterwerda. Er möchte namentlich nicht genannt werden, ist der LR aber bekannt.

Es war nachzulesen, wie eine Lesermeinung sprichwörtlich eine Protestwelle im Rathaus auslöste. Um was ging es eigentlich? Um eine Stadtentwicklung, die in einer Lesermeinung anhand von Beispielen aus der Sichtweise des Schreibers kritisiert wurde. Was passiert? Ein wenig Selbstkritik im Rathaus? Nein, ausschließlich Unverständnis. (…) Die seit langer Zeit bestehende Baulücke und Abrissfläche ehemals "Selkmann" ist und bleibt im direkten Stadtzentrum sehr negativ präsent. Das trifft, und das ist auch meine persönliche Meinung, auch auf Teile der Roßstraße zu. Warum entnimmt man im Rathaus den kritischen Worten einer Lesermeinung nicht eigentlich auch was Positives? (…) In Folge wird eine Meinung auf der Lokalseite der LR fast sprichwörtlich gesteinigt. Übrigens, auch nach der wiederholten Begriffswahl Willensbekundung durch den Bürgermeister Herrn Herrchen ist zumindest mir nicht wirklich klar, was und wann nach dem Abriss der Gebäude Roßstraße geschieht. Sind die Eigentümer der Investor? Oder wird selbiger, wie für die Ecke Selkmann, erst noch gesucht? Im gleichen Artikel äußerte sich auch Herr Haydeyan mit kritischen Worten zum Marktplatz Elsterwerda. Herr Haydeyan stellte fest, das Bad Liebenwerda alles anders gemacht hat und zwar (anders als Elsterwerda) mit Herz. Dem kann ich nur beipflichten. Aber auch den Zeilen des Lesers möchte ich in einigen Punkten beipflichten. In unserer Stadt wird viel zu viel kaputt geredet. So, wie das von Bürgermeister Herrchen in Erinnerung gebrachte Hochhaus Südspitze. War das nicht auch der Grund, warum sich der Investor von der Stadt Elsterwerda abwendete? Schön, dass nun das Rathaus schnell reagierte und an Erreichtes erinnert. Ist aber wirklich alles perfekt und konnte nicht mehr erreicht werden? (…) Beim Lesen des Artikels beschleicht mich ein Gefühl. Kritik, so scheint es, ist in Elsterwerda offensichtlich ungern gesehen. (…) Und noch etwas entnehme ich den Worten aus unserem Rathaus. Uns sind die Hände gebunden und die Verantwortung zum Handeln liegt in anderen Händen. Ist irgendwie aus der "großen" Politik bekannt. Um am Beispiel Denkmalsplatz und Bahnhofstraße zu bleiben. Hier verweist Herr Herrchen auf die Planung und den Bau der längst überfälligen Umgehungsstraßen. Aber ein Baubeginn ist mindestens in den nächsten zehn Jahren nicht in Sicht. Und so bleibt eben alles im Bereich Denkmalsplatz sprichwörtlich beim Alten. (…) Hat Bad Liebenwerda (…) nicht auch eine ortsdurchführende Fernstraße im Zentrum und trotzdem schon vor Jahren auch in diesem Bereich modernisiert?