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| 02:40 Uhr

Ringen ums Staupitzer Nadelöhr

Staupitz. Der Landesbetrieb Straßenwesen will die Landesstraßen 62 und 63 in Staupitz ausbauen. Für die insgesamt 2235 Meter Straße sind 2,42 Millionen Euro geplant. Frank Claus

Diese teilen sich Land (1,66 Millionen Euro) und Gemeinde. Ein Knackpunkt ist die geringe Straßenbreite im Kreuzungsbereich beider Straßen. Die Gemeinde Staupitz und das Amt Plessa haben vorgeschlagen, durch Abriss eines Gebäudes, die enge Stelle dauerhaft zu entschärfen. Die Zustimmung des Grundstücksbesitzers liege vor. Das sei umso wichtiger, da mit Inbetriebnahme der neuen Brücke über die Bahnstrecke Berlin-Dresden zwischen Hohenleipisch und Gorden mit einer deutlichen Zunahme des Schwerlastverkehrs gerechnet wird. Der Landesbetrieb zögert wegen der damit verbundenen Mehrkosten noch mit der Entschärfung des Staupitzer Nadelöhrs.

Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung Süd: "Die Maßnahme L 62/L 63 Staupitz ist Bestandteil des sogenannten P100-Programms der Landesregierung. Der bestehende Oberbau der Straße, teils aus Beton, verursacht unangenehme Geräusche, Lärm und Erschütterungen. Darüber hinaus ist die Erneuerung der Straßenentwässerung mit Anschlüssen an die Vorflutleitung dringend erforderlich. Das sind die Schwerpunkte."

Der Landesbetrieb Straßenwesen habe, so Steffen Kleiner, "seinerzeit die Entscheidung begrüßt, dass dieses Vorhaben in das P 100-Programm aufgenommen wurde." Das sei so einfach nicht gewesen, da es sich "um eine Straße mit einer vergleichsweise geringen Verkehrsbelastung im Netz, welche darüber hinaus auch keine Unfallauffälligkeiten aufweist", handele. Letzteres habe auch die Polizeidirektion noch einmal bestätigt. Steffen Kleiner: "Nicht nur deshalb sind die notwendigen Mittel besonders sorgsam zu planen. Auch andere Vorhaben im Land sind ebenso dringend und wollen finanziert werden."

Für Hans-Joachim Weinhold, zuständiger Fachbereichsleiter im Amt Plessa, ist die Kostendiskussion so nicht mehr ganz nachzuvollziehen. "Wir haben nach Gesprächen mit dem Grundstücksbesitzer und Einsparungen im Ausbaugrad ja schon fast die Kosten halbiert", sagt er. So würden anstelle geplanter Granitborde nun Betonborde zum Einsatz kommen und auch auf die drei Verkehrsinseln an den jeweiligen Ortseinfahrten würde man verzichten. "Mein letzter Kenntnisstand ist, dass der Ausbau des Nadelöhrs im Grunde genommen beschlossen ist, es jetzt nur noch darum geht, wer welche Kosten trägt", sagt Hans-Joachim Weinhold.

Steffen Kleiner bestätigt, dass das Verfahren im Gange ist: "Derzeit finden laufend Gespräche statt, die das Ziel haben, dem Wunsch der Gemeinde nach Verbreiterung der Straße an der Engstelle zu entsprechen und das Machbare umzusetzen." Er ist aber noch nicht ganz so optimistisch: "Allerdings ist auch deutlich geworden, dass daraus neue Konfliktpotentiale entstehen, welche untersucht und bewertet werden müssen." Das brauche noch Zeit. Sicher ist, am Bauzeitplan soll nichts geändert werden: "Wir haben uns entschieden, zwei Bauabschnitte zu bilden. Wir beginnen mit dem besonders schadhaften Abschnitt der L 63 aus Richtung Grünewalde. Dies gibt uns die Möglichkeit, an unserem Ziel festzuhalten und im II. Quartal 2018 mit dem Bau zu beginnen", so Steffen Kleiner.