| 17:15 Uhr

Suppenmeile
Riesiger Ansturm auf die Suppentöpfe

11. Suppenmeile auf dem Marktplatz Elsterwerda, 11 Köche schenken 37 unterschiedliche Suppen aus. Da wurden die Sitzplätze knapp.
11. Suppenmeile auf dem Marktplatz Elsterwerda, 11 Köche schenken 37 unterschiedliche Suppen aus. Da wurden die Sitzplätze knapp. FOTO: Frank Claus / LR
Elsterwerda. Mit dem Slogan „Es ist noch Suppe da!“ hat die Suppenmeile in Elsterwerda am Mittwoch Tausende Besucher angezogen. Und auch wenn der Gassenhauer immer wieder aus den Lautsprechern schallte, kurz nach 13 Uhr mussten einige Köche dann doch schon die weiße Fahne hissen. Von Frank Claus

Obwohl jeder der elf Gastronomen mehr als 200 Liter Suppe in Gulaschkanonen und Kesseln hat, die ersten Suppen sind ausverkauft. Känguru, Büffeltopf, Fischsoljanka, Erbsen, Chili con Carne sind zuerst alle. Kein Wunder: Schon ab 10 Uhr bilden sich Menschenschlangen an allen Ständen, bis 14 Uhr reißen die kaum ab. Und es werden von Jahr zu Jahr mehr Sachsen im rappelvollen Festzelt. Im Nachbarland ist Buß- und Bettag ein Feiertag und damit arbeitsfrei. Kerstin Matausch vom Kräuterhof in Bönitz ist zum ersten Mal dabei und baff: „Ich habe ja schon viel über die Suppenmeile gehört, aber was hier abgeht ist Wahnsinn. Hätte ich das gewusst, hätte ich doch noch mehr gekocht.“ Sven Platz von der „Linde“ aus Saathain und von Anfang an dabei gesteht: „Ich habe doch schon mehr gekocht und trotzdem hat es wieder nicht gereicht.“

Michael Ihlo vom „Elstertal“ aus Zeischa kann nicht aufschauen. „Die Holundersuppe kochen wir schon nach, der Wildgulasch ist gleich alle und Kürbissuppe ist auch nicht mehr viel da.“ Genussdienstleister Thomas Hauptvogel aus Lauchhammer schaut mit Blick in seine Kessel voller Gräupchen- und Erbseneintopf: „Lange reicht es nicht mehr. Irre, was hier los ist.“

Sturm auf die Suppentöpfe FOTO:

Jens Uhlemann von den „Drei Rosen“ aus Winkel hat mit seiner Känguru-Suppe wieder mal die Neugier geweckt: „Ich glaube, ich hätte die doppelte Menge kochen können.“ Am Ende werden es weit über 2000 Liter sein, die in Schalen, in Töpfen und in bechern ausgereicht werden.

Riesenandrang herrscht am gemeinsamen Stand von „Wir helfen!“ und Lionsclub Elsterwerda-Bad Liebenwerda, wo Eierkuchen für den guten Zweck gebacken werden. Uhrmachermeister Klaus Schmidtchen, Autohaus-Seniorchef Wilhelm Neustadt, die Versicherungsspezialisten Dirk Gemeinhardt und Frank Müller, Apotheker Stephan Creuzburg und Ralf Wiedemann von der gleichnamigen Hauskrankenpflege schwingen die Kellen und backen Plinse ohne Unterbrechung. Susi Michalk, Chefin von Wir-helfen!“, und Silke Kerbach vom Beirat – beide von der LR Medienverlag und Druckerei GmbH, hören viel Zustimmung: „Eine tolle Aktion.“ Susi Michalk: „Für den guten Zweck haben zahlreiche Leute noch zusätzlich gespendet.“ Ein erheblicher Teil der Summe soll in diesem Jahr Fiona aus Kraupa zugutekommen. Das Mädchen sitzt im Rollstuhl und benötigt, um transportiert zu werden, einen Transporter. Das gebrauchte Fahrzeug kostet etwas mehr als 20.000 Euro. Die dürften nun fast zusammen sein.

Ehrenkoch der Suppenmeile darf sich nun Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen nennen. Die Köche und alle Organisatoren haben dem scheidenden Stadtoberhaupt - er geht in den Ruhestand - diesen Titel verliehen, ihm die Kochmütze aufgesetzt und eine große Suppenkelle übergeben, auf die eingraviert zu lesen ist: „Suppenmeile Elsterwerda – Danke!“