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Riesenansturm auf "Hier wächst was!"-Projekte

Die Initiatoren der "Hier wächst was!-Aktion haben nun die Qual der Wahl und müssen über die Förderung für bis zu zehn Projekte entscheiden.
Die Initiatoren der "Hier wächst was!-Aktion haben nun die Qual der Wahl und müssen über die Förderung für bis zu zehn Projekte entscheiden. FOTO: V. Rösler/vrs1
Elbe-Elster-Kreis. Die Resonanz ist unglaublich: Mit mehr als 40 Bewerbungen sollen etwa 60 Projekte realisiert werden. Es ist sicher: Elbe-Elster wird noch freundlicher und grüner! Möglich macht das eine Gemeinschaftsaktion der produzierenden Gärtnereien und Baumschulen im Landkreis Elbe-Elster, der Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land" und der LAUSITZER RUNDSCHAU. Maximal zehn Projekte können realisiert werden, im nächsten Jahr sollen weitere dazukommen. Frank Claus

Einwohner im Elbe-Elster-Land lieben Blühpunkte in ihren Städten und Dörfern, Staudengruppen und gestalte Inseln aus Hecken, Sträuchern und Bäumen. Dieses Ergebnis des gestern zu Ende gegangenen Bewerbungszeitraums für das Projekt "Hier wächst was!" überrascht nicht. Aber, dass sich so viele Städte und Gemeinden, Vereine, Kindertagesstätten, Schulen und Bürgerzusammenschlüsse bewerben würden, war zwar erhofft worden, konnte aber nicht vorausgesetzt werden. Und das ganz Besondere: Es wird eine Aktion mit "blühenden Folgen". Alle Antragsteller haben sich schriftlich zur mindestens fünfjährigen Pflege verpflichtet und auch Kontaktpersonen genannt.

Der städtische Hort "Freizeitinsel" Falkenberg möchte mit Schülern und Erzieherinnen eine etwa acht Meter lange Hecke pflanzen, etwa zehn Blumenkübel gestalten und die dauerhafte Pflege übernehmen.

In 267 Aufbaustunden haben Einwohner von Winkel ihren Waldfriedhof umgestaltet, nachdem aus Gefährdungsgründen etwa 30 alte Bäume entfernt werden mussten. Jetzt fehlt trotz Spenden das Geld für umfangreichere Neuanpflanzungen. Ortsbürgermeister Jens Uhlemann schreibt, dass er sich gemeinsam mit den Bürgern um die dauerhafte Pflege kümmern würde.

Das Kriegerdenkmal, Bestandteil des Dorfangers in Buchhain, am Friedhof gelegen, benötigt dringend eine Auffrischung, schreibt Ortsbürgermeisterin Birgit Springer. Die unteren zwei erneuerungsbedürftigen Einfassungen des Denkmals sind zurzeit mit Immergrün und Zwergmispel begrünt. Die Einfassungen können auch entfernt werden. Die Pflege übernehmen die Gemeindearbeiter.

Der Kleingärtnerverein "Gute Hoffnung" Falkenberg möchte den Eingangsbereich der Anlage noch freundlicher gestalten. Gepflanzt werden soll Bienengehölz (Bäume und Sträucher) unter Einbindung vorhandener Obstbäume. Die vorhandenen drei Hochbeete sowie sechs Pflanzbehälter sollen mit blühenden, pflegeleichten und robusten Staudenkombinationen für Biene und Insekten als Zwischenfrucht gestaltet werden. Aus dem Rasen soll eine Blumenwiese werden. Geplant sind ein Insektenhotel als Zuhause und Überwinterungsquartier für Wildbienen, Tagfalter und Marienkäfer sowie ein Lehrpfad mit Schautafeln über die Bienen.

Die Kurstadt Bad Liebenwerda, die ohnehin schon viel Geld in ihre Grünanlagen investiert, möchte fünf weitere Blühpunkte setzen und hat ganz konkrete Vorstellungen in Objekt-Fotomontagen aufgezeigt. Dabei geht es um eine Freifläche und Rabatten am Busbahnhof, ein Rondell in der Riesaer Straße, eine Anlage am Spielplatz in der August-Bebel-Straße und ein Rondell in der Berliner Straße. Die Pflege wird über den Bauhof abgesichert.

In Langennaundorf ist entlang der B 101 bereits sehr viel Grün vorhanden, schreibt Ortsvorsteherin Angela Weidner und meint: "Jedoch würden einige Farbtupfer das Angergelände und vor allem den Kreuzungsbereich freundlicher erscheinen lassen." Sie fragt: "Wieso sollen an den Masten nur Werbeplakate auf verschiedene Veranstaltungen aufmerksam machen? Vielleicht kann sich ja die neue Straßenlampe zur Blumensäule entwickeln. Oder eine Stauden-/Blumenrabatte oder ein Pflanzenkübel belebt das Ganze etwas." Die Pflege in den Folgejahren will die Ortsvorsteherin in Zusammenarbeit mit der Frauengruppe des Ortes und dem Kultur- und Heimatverein Langennaundorf absichern.

Im Hort "Sonnenschein" in Schönewalde "werden nur Pflanzerde, drei Obststräucher und etwa acht schnell wachsende Kletterpflanzen benötigt", schreibt Leiterin Brigitte Fritz. Die ehemalige Schulgartenecke soll in eine Ruhe- und Naschzone für die Hortkinder umgestaltet werden. Brigitte Fritz: "Ein ehemaliges Hochbeet und ein sich anschließendes Drahtgerüst bilden eine nicht vorzeigbare und einladende Spieleecke. Da diese Fläche durch die Schule nicht mehr genutzt wird, würden wir dieses Beet gern in einen zweiten Sandkasten und die angrenzende Fläche für eine Naschzone mit Beerensträuchern umgestalten. Der sich anschließende Drahtpavillion würde von uns mit schnell wachsenden Kletterpflanzen bestückt werden wollen, um einen grünen Rückzugsort für unsere Kinder zu schaffen. Dieses Objekt würden wir gemeinsam mit unseren Kindern, die schon Bänke gestrichen haben, anlegen und pflegen."

Im Schreiben der Stadtverwaltung wird das noch ergänzt: "Wir möchten gern den Kindern, die unsere Schule und den Hort besuchen, den Schulhof so schön wie möglich gestalten. Jedoch fehlen uns hierzu die finanziellen Mittel und da kommt die Pflanzaktion gerade passend. Vor allem unser Eingangsbereich vor den Häusern benötigt dringend fachmännischen Rat durch die Gärtner, wie die Eingangsbereiche durch Sträucher und Pflanzen einladender wirken können."

Die Mitglieder des Heimatvereins Züllsdorf möchten die Umgebung der Sportanlagen der Gemeinde schicker, freundlicher und einladender gestalten. Dieser öffentliche Bereich wird durch viele Bürger, Besucher und Gäste der Sportanlagen genutzt. Der Heimatverein Züllsdorf pflegt bereits diesen Bereich, möchte ihn aber deutlich aufwerten, weil es ein weiterer Blickfang im Ort und am Sportplatz werden soll. Wir möchten diesen Bereich durch die Hilfe der Kreisgärtner mit Pflanzkübeln, Blumenarrangements und Koniferen verschönern. Die Pflege sichert der Verein.

Dem sanierten Marktplatz Sonnewalde fehlt noch Grün. Sechs große Pflanzkübel wären ideal. Auch die Rasenfläche vor der Kirche soll mit einem Rondell mit sonnengelben Blüten neu gestaltet werden, schreibt Yvonne Gutsche und erklärt: "Schließlich haben wir die Sonne ja im Stadtwappen."

Mehr als 16 000 Gäste haben im Vorjahr das Naherholungszentrum Kiebitz Falkenberg besucht. Die Bepflanzung der bestehenden Rabatten, Ampeln und Kästen mit Stauden beziehungsweise Sommerblumen sowie die Neugestaltung der Grünanlage liegen uns dabei besonders am Herzen", schreibt Leiterin Monika Mietsch und verweist darauf, dass finanzielle Mittel dafür kaum zur Verfügung stünden.

Die Stadt Mühlberg/Elbe möchte den Altstädter Markt und das Museumsvorfeld durch Pflanzkübel mit Wechselbepflanzung aus Sommer blühenden Stauden, Beet- und Balkonpflanzen und, passend zur mittelalterlichen Stadt und dem Kräutergarten, blühenden Kräutern aufwerten. Wenn das noch im Zuge der Eröffnung des Museums gelänge, wäre das toll. Die Pflege übernimmt der Mühlberger Betriebshof.

Das Barockschloss Martinskirchen ist eine Besonderheit im Landkreis und konnte im Vorjahr 1500 Gäste begrüßen. Nach intensiven Arbeiten im Inneren soll nun auch das Außengelände gestaltet werden. Ortsvorsteherin Kathrin Degen: "Wir beantragen die Anlage von vier barocken Beeten, die etwa 20 Meter lang und 0,5 Meter breit sind. Umpflanzt mit einer Buchsbaumhecke und in der Mitte rosa Stockrosen, die für diese Zeit typisch sind. Unterpflanzt werden sollen die Rosen mit Lavendel. Beginnen würden wir mit den Beeten zwischen der Hauptstraße und dem Schloss auf der Ostseite des Schlosses. Die Pflege übernimmt der Förderverein Schloss Martinskirchen mit Unterstützung des Senioren- und Heimatvereines Martinskirchen."

Mitten in Neudeck befindet sich eine gemeindeeigene Grünfläche von etwa 30 Quadratmetern an einer Trafostation, die im vergangenen Jahr von Wildwuchs und Gestrüpp befreit wurde. Zur Neubegrünung fehlt unserem Ort neben dem Budget auch eine zündende Idee, wie man sie gestalten kann. Eine spätere Pflege ist durch die direkten Anlieger abgesichert", schreibt Ortsvorsteher Thomas Münch.

Eine Anpflanzung mit Linden, wie im ursprünglichen Zustand bis 1988 würde das gesamte Ortsbild wesentlich verbessern, schreibt Ortsvorsteher Dieter Jähnichen. Der Ortsbeirat Brottewitz stellt den Antrag zur "Bepflanzung der Seitenstreifen entlang der Landesstraße Ortsdurchfahrt Brottewitz. Der Leistungsumfang beläuft sich auf das Pflanzen von etwa 30 bis 35 Stück Linden. Die Pflege wird durch die anliegenden Grundstückseigentümer übernommen.

Simone und Karl-Heinz Reichel aus Oschätzchen berichten von inzwischen morschen Holz-Pflanzbeeten, die sie gern durch Pflanzungen in drei unterschiedlich großen Betonringen am Ortseingang ersetzen würden. Über Unterstützung der Gärtner würden sie sich sehr freuen.