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| 11:01 Uhr

Bei den Nachbarn
Riesaer Hafen feiert Geburtstag

Zehntausende Container sind 2017 im Hafen Riesa umgeschlagen worden. Betreiber ist die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH.
Zehntausende Container sind 2017 im Hafen Riesa umgeschlagen worden. Betreiber ist die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH. FOTO: LR / Frank Claus
Riesa. Dieses Jahr wird der Umschlagplatz an der Elbe 130 Jahre alt. Vielleicht kommt dann sogar mal wieder ein Dampfer vorbei. Von Christoph Scharf

Er zählt zu den wichtigsten Binnenhäfen Sachsens, auch wenn die Kapitäne immer wieder mit zu wenig Wasser zu kämpfen haben. Die Betreibergesellschaft will ihn deutlich ausbauen, Anwohner fürchten mehr Verkehr. So oder so: Der Riesaer Hafen prägt den Stadtteil – und das seit 130 Jahren.

1888 wurde der Eisenbahnverkehrshafen Riesa-Gröba – der sogenannte „Alte Hafen“ – in Betrieb genommen. Das möchte das Unternehmen Sächsische Binnenhäfen Oberelbe (SBO) feiern. „Wir planen im September ein Hafenfest“, sagt Sprecherin Mandy Hofmann.

Im Jahr 1962 beherbergt Riesa den zweitgrößten Binnenhafen der DDR - größer ist nur Magdeburg. Dennoch überaltern die Anlagen zusehends.
Im Jahr 1962 beherbergt Riesa den zweitgrößten Binnenhafen der DDR - größer ist nur Magdeburg. Dennoch überaltern die Anlagen zusehends. FOTO: SBO

Am 1. und 2. September, als Bestandteil des Stadtfestes, würden sich auf dem Areal die Hafenanlieger mit Ständen präsentieren. Auch Sportvereine seien dabei – zum Beispiel die Drachenbootfahrer.

Der Hafenbetreiber ist bereits mit der Dampfschifffahrt im Gespräch. „Unser Wunsch ist, dass die Besucher an diesen Tagen per Schiff von Dresden nach Riesa fahren können“, sagt Mandy Hofmann. Schließlich erinnern sich ältere Riesaer oft mit Wehmut daran, dass die Weiße Flotte einst ganz regulär bis Riesa fuhr – während die Route aktuell bereits in Diesbar-Seußlitz endet.

Im Jahr 1975 herrscht im Riesaer Hafen reger Schiffsverkehr. Zu DDR-Zeiten hat Riesa den zweitgrößten Binnenhafen des Landes, der Umschlag bricht mit der Wende ein.
Im Jahr 1975 herrscht im Riesaer Hafen reger Schiffsverkehr. Zu DDR-Zeiten hat Riesa den zweitgrößten Binnenhafen des Landes, der Umschlag bricht mit der Wende ein. FOTO: SBO

Ein weiterer Höhepunkt soll die Vorstellung einer Rangierlok auf dem Hafenareal sein. Möglicherweise gibt es auch Draisinenfahrten. Schienen gibt es jedenfalls reichlich auf dem Hafenareal – wie Riesaer Autofahrern spätestens mit der Baustelle an der Hamburger Straße bewusst gemacht wurde. Dort wird derzeit einige Monate lang eine neue Stützwand errichtet, um den Gleisanschluss zum Hafen auf stabilen Grund zu stellen.

Kritiker werfen dem Riesaer Hafen ohnehin vor, dass nur der geringste Teil der Fracht per Schiff auf die Reise geht, während Schiene und Lkw als Verkehrsträger vorherrschen. Bei der SBO weist man dagegen darauf hin, dass gerade die Verzahnung dieser drei Verkehrswege das Plus für den Standort Riesa ausmache. Schon mit einer besseren Unterhaltung der Elbe könne man außerdem eine höhere Schiffbarkeit des Flusses sichern. Vergangenes Jahr wurden in Riesa knapp 43 000 Containereinheiten umgeschlagen.