Im Stadtgebiet werden vorfristig Geschenke verteilt. Geschenke, die sich die Stadt richtig was kosten lässt, und die - betrachtet man die Sache etwas genauer - keine Geschenke, sondern lebenswichtige Ausrüstung sind, wenn sich die Freiwilligen im Einsatzfall ins Flammenmeer begeben.

"Beim Bestand an Jacken sah es nicht so kritisch aus", erzählt Stadtbrandmeister Marco Hollmig, "aber Hosen gab es viel zu wenige." Bis Ende des Monats sollen alle Atemschutzgeräteträger komplett ausgestattet sein, die die erforderliche Ausbildung haben und noch nicht vorschriftsmäßig eingekleidet waren.

Bei den Abgeordneten hat Hollmig nicht lange betteln müssen, damit diese das Geld freigeben. "Im Stadthaushalt ist jedes Jahr eine gewisse Summe für Bekleidung für die Feuerwehr eingeplant", sagt Hollmig. Genau das habe man nun beansprucht. Aber er wird auch im nächsten Jahr wieder die Hände aufhalten müssen, um weitere Bekleidung anzuschaffen. Der Stadtbrandmeister benennt mehrere Gründe: Weil sich schon an diesem Wochenende weitere Kameraden der geforderten jährlichen Überprüfung der Atemschutzgeräteträger auf der Übungsstrecke im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Herzberg stellen werden und vermutlich danach der Stamm dieser Einsatzkräfte zahlenmäßigen Zuwachs erhalte. Weil die Schutzausrüstung bei starker Beanspruchung längst nicht so lange brauchbar sei, wie Hersteller und Verkäufer dies versprechen würden. Und weil auch über die Atemschutzgeräteträger hinaus weiterer Bedarf bestünde, um die Aktiven in ihrem freiwilligen Tun nicht in Gefahr zu bringen. Marco Hollmig weiß um den finanziellen Spagat, den die Verantwortlichen einer Stadt mit so vielen Ortsteilen machen müssen. "In Uebigau-Wahrenbrück gibt es derzeit über 300 Kameraden. 17 Gerätehäuser sind zu unterhalten, und entsprechende Technik muss vorgehalten werden", rechnet er vor. Die dahinterstehenden Kosten lassen sich nur ansatzweise erahnen. "Aber es geht um die Sicherheit jedes Einzelnen", verteidigt der Feuerwehrmann die städtische Grundsatzentscheidung, in Sachen Ortsfeuerwehren weiterhin so kleinteilig zu bleiben.