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| 19:00 Uhr

Bad Liebenwerda
Retter freuen sich auf neue Wache

Die Tage der Rettungswache in der Turmstraße in Bad Liebenwerda (Foto) sind gezählt. Thomas Reinsch, Jens Petzold, Silvio Günther, Michael Kreutzmannn und Marco Blume (von links) freuen sich auf die neue Wache an der B 101.
Die Tage der Rettungswache in der Turmstraße in Bad Liebenwerda (Foto) sind gezählt. Thomas Reinsch, Jens Petzold, Silvio Günther, Michael Kreutzmannn und Marco Blume (von links) freuen sich auf die neue Wache an der B 101. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Der Landkreis investiert in Bad Liebenwerda 2,2 Millionen und in Schönewalde 700 000 Euro. Von Frank Claus

Rettungswache in Bad Liebenwerda? Klar, Turmstraße! Seit 1965, so die jetzigen Erkenntnisse, sind die Rettungsfahrzeuge und die Mitarbeiter dort stationiert. Bis Ende 1993 in Regie des DRK. Seit 1. Januar 2014 hat der Landkreis Elbe-Elster den Rettungsdienst übernommen und führt ihn als Eigenbetrieb.

Lange vorbei sind die Zeiten des B 1000, der als Hauptrettungsmittel auf den Straßen unterwegs war. Geblieben ist die bauliche Hülle in der Turmstraße, die trotz zwischenzeitlicher Modernisierungen in die Jahre gekommen ist und längst nicht mehr dem Stand der Zeit entspricht.

Die Fahrzeuge passen gerade so in die Garage, Wartung und Desinfektion nach dem Einsatz gehen nur, wenn die Fahrzeuge ins Freie gefahren werden – bei Wind und Wetter. „Anders kriegen wir ja nicht mal die Tragen aus dem Auto“, sagt Wachenbereichsleiter Silvio Günther, der regelrecht ins Schwärmen kommt, wenn er von den geplanten modernen Stellplätzen samt Zulieferraum und Desinfektionsschleuse spricht. Die Notfallsanitäter Jens Petzold und Marco Blume sowie die Rettungsassistenten Thomas Reinsch und Michael Kreutzmann, die am Dienstag zwischen 7 und 19 Uhr die Zwölf-Stunden-Tagesschicht schieben, freuen sich, dass der Landkreis nun eine neue Rettungswache am Ortseingang aus Richtung Herzberg kommend bauen will, denn auch die Arbeits- und Sozialbedingungen ändern sich damit spürbar.

Einer Pressemitteilung des Landkreises zufolge sollen in der neuen Rettungswache ein Krankentransportwagen und zwei Rettungswagen stationiert werden. In Bad Liebenwerda solle zudem ein Reserve-Rettungswagen vorgehalten werden, welcher nicht ständig besetzt ist.

Sebastian Weiss, Werkleiter des Rettungsdienstes in Elbe-Elster, erklärt zum Innenleben: „Die Rettungswache Bad Liebenwerda wird als Lehrrettungswache (LRW) für die Ausbildung von Notfallsanitätern konzipiert. Unter anderem werden ein Unterrichtsraum mit dementsprechenden Ausbildungs- und Übungsmaterialien sowie extra Büroräume für die Betreuung der Auszubildenden vorgehalten.“ Außerdem werde die Wache Bad Liebenwerda als Hauptstützpunkt für das Material-/Wäschedepot ausgebaut.  Die Waschgarage für die Reinigung und Desinfektion der Rettungswagen nach Infektionstransporten soll auch für die Fahrzeuge  der Wache in Mühlberg/Weinberge genutzt werden können. Zukünftig würden in der Wache Bad Liebenwerda (inklusive Rettungswache Mühlberg/Weinberge) 32 Mitarbeiter/-innen den Dienst rund um die Uhr absichern.

Nach zweijähriger Planungsphase starten im Sommer die Baumaßnahmen für das 2,2 Millionen Euro teure Projekt, so der Leiter der Eigenbetriebes, Sebastian Weiss. Für Bad Liebenwerdas neue Wache ist eine Bauzeit von zwölf Monaten vorgesehen.  Bei der Ortswahl sei die verkehrsgünstige Lage in der Nähe der B 101 ausschlaggebend gewesen, um noch schneller die Notfallorte zu erreichen.

In Brandenburg gilt, dass in 95 Prozent aller Fälle das Rettungsmittel binnen 15 Minuten am Einsatzort sein muss. Elbe-Elster liege bei 92 Prozent. Um die Hilfsfristen weiter zu verkürzen, plane der Landkreis perspektivisch den Neubau einer Wache im Raum Rückersdorf/Oppelhain und wie früher bereits sollen Schönewalde und Schlieben wieder eigene Wachenstandorte erhalten.

Mit dem zusätzlichen Neubau in Schönewalde (700 000 Euro) solle einerseits die Notfallversorgung des Landkreises Elbe-Elster im Bereich der Stadt verbessert werden, andererseits würden zukünftig auch Teile des Kreises Teltow-Fläming im Rahmen der rettungsdienstlichen Zusammenarbeit von der neuen Rettungswache profitieren. Am Standort in der Wilhelm-Pieck-Straße werde nach zwölfmonatiger Bauzeit ein Rettungswagen an 365 Tagen 24 Stunden stationiert.