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| 02:37 Uhr

Reformation in der Kleinen Galerie

Bis zum 6. Januar sind Werke von Katrin Bautze zu sehen. Doch Gerhard Scherf hat das Programm für 2017 bereits parat.
Bis zum 6. Januar sind Werke von Katrin Bautze zu sehen. Doch Gerhard Scherf hat das Programm für 2017 bereits parat. FOTO: Brautschek
Elsterwerda. In der Kleinen Galerie Hans Nadler in Elsterwerda gab es viel zu sehen: Galerieleiter Gerhard Scherf zeigt sich zufrieden mit dem Jahr. Viele Ausstellung waren gut besucht. Auch 2017 wartet ein Höhepunkt auf Kulturinteressierte. Anja Brautschek

Viel zu sehen gab es in diesem Jahr in der Kleinen Galerie Hans Nadler in Elsterwerda. Von unterschiedlichster Malerei, Fotografien, Skulpturen bis hin zu Keramikobjekten war viel Kunst vertreten. Insgesamt sieben Ausstellungen von regionalen und überregionalen Künstlern waren 2016 zu erleben. Im Durchschnitt zählt jede Ausstellung rund 200 Besucher.

Viel Diskussion um große Gans

Vor allem die Werke von Cornelia Götze (zu sehen von September bis November) fanden in diesem Jahr großen Zuspruch, erklärt Galerieleiter Gerhard Scherf. Sie ist Berufsschullehrerin aus Prösen und hatte ihre Schau dem Wertewandel der Gesellschaft gewidmet. "Überrascht haben mich die Werke von Katrin Bautze. Sie hat sich intensiv auf die Ausstellung vorbereitet und sich mit dem Thema Gans beschäftigt", sagt Gerhard Scherf. Dafür habe sie auch eine Mastgansanlage bei Herzberg besucht. Die Erlebnisse dort sowie Mitbringsel wie Federn oder Stroh hat Katrin Bautze in Bildern und Plastiken verarbeitet. Die große Gans in der Mitte der Galerie habe für so manche Diskussion gesorgt. "Ich konnte mir am Anfang nicht vorstellen, wie eine Ausstellung zum Thema Gans aussehen kann. Doch es ist sehr interessant. Besonders das Galeriegespräch mit einem Bildervortrag und Schnattergeräuschen im Hintergrund war abwechslungsreich", erzählt Gerhard Scherf. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Januar in der Kleinen Galerie zu sehen.

Gefragt war auch die Ausstellung von Elke Gründemann (Juni bis August), sagt Scherf. Neben Glas- und Porzellanarbeiten waren dabei auch Malereien von Gründemanns Malschülern zu sehen. "Das zog viele Besucher an. Denn es waren viele unterschiedliche Handschriften zu sehen", sagt der Galerieleiter.

Sorgen bereitet ihm nach wie vor der fehlende Nachwuchs. Der 77-Jährige ist seit Jahren auf der Suche nach einem Nachfolger für seinen Posten. Doch junge Kunstliebhaber sind schwer zu finden. Allerdings gebe es mittlerweile einige Interessenten. "Einer davon ist Musiker. Das wäre eine Bereicherung für uns. Denn daraus ergeben sich ganz neue Möglichkeiten", sagt Gerhard Scherf. Ziel sei es, die Galerie wieder mit mehr Leben zu füllen. "Die Galerie ist zu noch viel mehr zu gebrauchen als nur Ausstellungen. Früher hat es zum Beispiel auch Lesungen gegeben", nennt er ein Beispiel. Schwierig sei dabei die Finanzierung. Die Galerie trägt sich ausschließlich über Sponsorengelder sowie Unterstützung durch Stadt oder Landkreis.

Bislang können die Öffnungszeiten durch Aufsichtspersonal aber abgesichert werden. "Durch den Bundesfreiwilligendienst haben wir zwei sehr engagierte Frauen gefunden. Aber das ist immer nur auf ein Jahr begrenzt. Danach muss ich neu beantragen und hoffen", erklärt Scherf.

Programm 2017 steht

Sorgen um Künstler braucht sich der Galeriebeirat jedoch nicht zu machen. Das Programm für 2017 steht bereits. Und auch für 2018 gebe es schon einige Bewerber, verrät er. Den Beginn im neuen Jahr macht im Januar das Elsterschloss-Gymnasium. "Das ist schon eine Tradition. Besonders interessant ist immer das Galeriegespräch. Die Schüler lassen sich was einfallen und gestalten meist ein richtiges Programm", macht Gerhard Scherf neugierig. Keramiken, Grafiken, Skulpturen und Malereien verschiedenster Stile werden 2017 ebenfalls zu sehen sein.

Auch das Thema Reformation wird im Jubiläumsjahr aufgegriffen. Unter dem Motto: "Spurensuche - Reformation im Elbe-Elster-Kreis" wird es ab Mitte September eine exklusive Ausstellung in der Kleinen Galerie geben. "Das ist unser Höhepunkt für 2017. Dafür haben wir zwei Künstler extra beauftragt. Das gab es vorher noch nie", erklärt der Vorsitzende des Galeriebeirates.

Das Ehepaar Petra und Burkhard Schade aus Radeburg hat sich dafür intensiv mit der Reformation in der Region beschäftigt. Burkhard Schade ist Fotograf und wird unter anderem Kirchen mit Bezug zur Reformation fotografisch in Szene setzen. Ergänzend dazu wird Petra Schade die Thematik malerisch umsetzen. Die Künstlerin stellte bereits zu Beginn 2016 aus und überzeugte mit farbenfrohen Kunstwerken aus Sand. "Auf das Resultat bin ich schon sehr gespannt", sagt Gerhard Scherf.

Zum Thema:
9. Januar bis 26. Februar: Schülerarbeiten des Elsterschloss-Gymnasiums. 27. Februar bis 23. April: Constance Hohaus und Martina Hassel mit Malerei und Keramik zum Thema "Sehnsucht" 24. April bis 11- Juni: Klaus Kuhrmann mit Malerei und Holzskulpuren