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| 17:46 Uhr

Nach dem WM-Aus
Reaktionen zu Löw: Auftrag nicht erfüllt – Rücktritt!

Tolles Fluidum gab es beim Public Viewing in Elbe-Elster, hier im ehemaligen Kino Regina in Finsterwalde. Das mäßige Gekicke der deutschen Elf hat die Freude daran nur kurz währen lassen.
Tolles Fluidum gab es beim Public Viewing in Elbe-Elster, hier im ehemaligen Kino Regina in Finsterwalde. Das mäßige Gekicke der deutschen Elf hat die Freude daran nur kurz währen lassen. FOTO: Veit Rösler
Elbe-Elster. Doch es gibt auch mäßigere Reaktionen, die dem Bundestrainer nach dem WM-Aus noch eine Chance geben wollen. Von Frank Claus

Das Ausscheiden der Deutschen bei der Fußball-WM hat auch Elbe-Elster bis ins Mark erschüttert. Die meist diskutierte Frage war wohl die, ob Jogi Löw Trainer „der Mannschaft“ bleiben soll oder nicht. Die LR hat mal ins Getriebe der kreislichen Fußballgemeinschaft gehört.

Jens Zwanzig, Abteilungsleiter Fußball beim Landesligaaufsteiger TSV 1878 Schlieben und selbst jahrelang Spieler, ist hin und hergerissen. „Ich stehe noch etwas unter Schock“, gesteht er. Grundsätzlich sei er nicht dafür, gleich alles in Frage zu stellen, wenn mal was schief geht. Aber die Mannschaft habe in allen drei Spielen so enttäuschend schlecht gespielt, wie man es von ihr nicht kennt, sagt er. Jens Zwanzig ist überzeugt, dass Jogi Löw sich seine Entscheidung in Ruhe und sehr genau überlegen wird.

Viel härter geht Elsterwerdas ehemaliger Bürgermeister Dieter Herrchen, selbst einst aktiver Fußballer, mit Jogi Löw und dem DFB ins Gericht. „Der Bundestrainer sollte seinen noch kurz vor der WM ausgehandelten Vertrag schadlos für den DFB aufheben – auch als Zeichen der Ehrlichkeit gegenüber allen Vereinen, die mit wenig Mitteln um den Spielbetrieb ringen.“ Das ganze System im DFB sei zu überprüfen. Der Fußball sei endlich wieder mehr von der politischen auf die sportliche Ebene zu bringen. Dass Löws Entscheidung eine sein könne, die nur er „im freiem Ermessen“ treffen könne, sei für ihn ein Unding. „Er hatte einen Auftrag – eine erfolgreiche WM.“ In der Vorrunde und dazu als Tabellenletzter ausgeschieden zu sein, in Abrechnung dieses Auftrages bleibe Jogi Löw eigentlich nur eine Schlussfolgerung: Rücktritt. Zumal ihm ein Neuanfang schwer zuzutrauen sei. Dazu sei er zu stark verbandelt.

Diplomatischer drückt es der Finsterwalder Sebastian Schulz, zugleich Chef des Fußballkreises Südbrandenburg, aus: „Es würde Sinn  machen, wenn mit einer personellen Neuaufstellung neue Ideen, eine veränderte Herangehensweise ins Spiel kommen. Es ist wichtig, unsere hochbetuchten Fußballer neu zu motivieren und junge Fußballer einzubeziehen. Klar, dass da auch der Bundestrainer zur Disposition steht.“