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| 19:52 Uhr

Elbe-Elster-Partner bei Race across America
6 Tage, 9 Stunden, 4 Minuten: Das RAAM-Team ist am Ziel

FOTO: FOTO: LR / Yannik Fischbach
Herzberg/USA. Das RAAM-Team aus dem Märkischen Kreis (NRW), Partnerkreis von Elbe-Elster in Brandenburg, ist am vergangenen Sonnabend, 15. Juni, zum Race across America über 4920 Kilometer gestartet. Fast eine Woche später hat es überglücklich das Ziel erreicht. Nach sechs Tagen, neun Stunden und vier Minuten! Von Frank Claus

Das RAAM-Team (Julian Becker, Markus Gärtner, Sven Dunker und Miki Milivoje Nilovic samt elfköpfigem Betreuerstab) ist am Ziel. Freitagnacht meldet Betreuerin Jana Dopatka: „Wir haben es geschafft! Aktuell sind wir alle noch vollkommen überwältigt!“

Da wir um kurz nach 12 im Ziel ankamen war es leider zu spät um noch anzustoßen, da langsam alles geschlossen hatte. Das Finisher Bier wird dann morgen Abend getrunken.“

 Endlos lang und Regen.
Endlos lang und Regen. FOTO: LR / Yannik Fischbach
 Julian Becker - das Ziel ist jetzt ganz nah.
Julian Becker - das Ziel ist jetzt ganz nah. FOTO: LR / Yannik Fischbach

Richtig viel Bergetappen zum Schluss

 Warten auf den nächsten Wechsel.
Warten auf den nächsten Wechsel. FOTO: LR / Yannik Fischbach

Am Freitagfrüh amerikanischer Zeit lautete die Botschaft in die Heimat noch: „Hallo nach Zuhause. Wir nähern uns dem Ziel und auf einmal ist es fast greifbar. Unvorstellbar! Wir haben vor einigen Meilen Maryland erreicht und haben aktuell noch etwa 400 Kilometer bis ins Ziel. Ab jetzt beginnen nochmal die richtigen Bergetappen, die zum Ende hin richtig weh tun werden. Es geht in die Appalachen.“

 Julian Becker erfrischt sich nach seiner Etappe.
Julian Becker erfrischt sich nach seiner Etappe. FOTO: LR / Yannik Fischbach

Bittere Pille zu Beginn

 Immer wieder: Bergab und wieder bergan.
Immer wieder: Bergab und wieder bergan. FOTO: LR / Yannik Fischbach

Dabei gab es gleich zu Beginn eine bittere Pille für das RAAM-Team: Am Starttag hat es einen Ausfall gegeben. Miki Milvoje Nilovic ist beim Überqueren einer Grenzkontrolle über eine Geschwindigkeitsreduzierung auf der Fahrbahn gestürzt und hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Er hat einige Tage ausgesetzt, sich ein wenig auskuriert und ist auf den Flachetappen wieder auf sein Rad gestiegen. Ein Wahnsinnskerl!

 Die Fahrt in die Nacht oder in den Morgen - immer was Besonders.
Die Fahrt in die Nacht oder in den Morgen - immer was Besonders. FOTO: LR / Yannik Fischbach

Der letzte Tag im Sattel

 Miki - nach Schlüsselbeinbruch ein Kämpfer auf dem Zeitfahrrad.
Miki - nach Schlüsselbeinbruch ein Kämpfer auf dem Zeitfahrrad. FOTO: LR / Yannik Fischbach

Über den Freitag schreibt Jana Dopatka: „Ab jetzt wird sich Miki wieder ausklinken, da er die Anstiege mit seinem Schlüsselbein nicht packt. Somit wechseln wir für die letzten Turns nochmal in den 3er-Rhythmus, den wir von den ersten Tagen kennen.

 Race across America - weit ist das Land.
Race across America - weit ist das Land. FOTO: LR / Yannik Fischbach

Die erste Bergetrappe haben Markus und Julian bereits gemeistert: 165 Kilomter bei strömendem Regen! Aber es hat so Bock gemacht.

 Race across America - Warten an der Timestation auf den Fahrer, der gerade auf der Strecke ist.
Race across America - Warten an der Timestation auf den Fahrer, der gerade auf der Strecke ist. FOTO: LR / Yannik Fischbach

Die 2. Bergetappe vervollständigten danach Markus und Sven. Die Sonne scheint wieder und es wird steiler und steiler.

 Race across America - das RAAM-Team - Temperaturen um die 40 Grad, da hilft jede Erfrischung.
Race across America - das RAAM-Team - Temperaturen um die 40 Grad, da hilft jede Erfrischung. FOTO: LR / Yannik Fischbach

In etwa fünf Stunden werden dann Julian und Sven die 3. Bergetrappe rocken.“

 Race across America - das härteste Radrennen der Welt.
Race across America - das härteste Radrennen der Welt. FOTO: LR / Yannik Fischbach

Das Finaaaaale steht bevor

Und dann wird es Wahnsinn: Die letzten 88 Kilometer ins Ziel rollen !!! Was für Momente für das Team, das via Facebook, E-Mail und Whatsapp von zu Hause ins Ziel getragen wird. Jana Dopatka schildert: „Man merkt so kurz vorm Ziel (das darf man bei 400 von 5000 Kilometern schon mal sagen), dass alle nochmal richtig motiviert sind, das Ding jetzt nach Hause zu fahren. Was für eine Teamleistung, was für ein Rennen. Beim RAAM kann alles passieren. Man kann nicht alles planen und wird auch gerne mal überrascht. Genau so wie wir! Jeder schreibt seine eigene RAAM-Geschichte und wir lieben unsere jetzt schon!“

Wir stehen mit dem Herzen an der Ziellinie!

Und dann ein Satz, der begeistert, mitfiebern lässt: „Wir melden uns wieder, hoffentlich gegen Mitternacht, mit einem Foto von der Ziellinie in Annapolis“

Und wir, die Radsportfans aus Elbe-Elster und die Lausitzer Rundschau, rufen dem Team zu: „Wir warten auf Euch, stehen mit dem Herzen an der Ziellinie!!!!“

Jetzt sind alle richtig heiß

19.56 Uhr Ortszeit meldet Markus Gärtner: „Ich gebe mal eine vorsichtige Prognose: Wir brauchen keine sieben Tage bis ins Ziel!

Daten und Fakten zum Race across America

Was 1982 noch unter dem Namen Great American Bike Race mit nur vier Teilnehmern begann, ist heute eines der härtesten Radrennen der Welt: Race Across America. Jedes Jahr treten die Fahrer hier an, um 4800 Kilometer (in diesem Jahr sind es 4920) zwischen West- und Ostküste von Oceanside nach Annapolis zurückzulegen. 13 US-Bundesstaaten werden dabei durchquert. Bei einer Höhendifferenz von mehr als 50 000 Höhenmetern, Temperaturunterschieden von 40 Grad müssen die Soloteams in einem Zeitlimit von zwölf Tagen und fünf Stunden und die Vierteams in maximal neun Tagen und fünf Stunden am Ziel sein. Jeweils ein Fahrer ist mindestens auf der Piste.