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| 06:55 Uhr

Ausgerechnet im Partnerland Brandenburg
Update: Simulation abgebrochen: Pkw erfasst Rennradfahrer

 Start zur Simulationsfahrt durch alle Bundesländer.
Start zur Simulationsfahrt durch alle Bundesländer. FOTO: LR / Jannik Fischbach
Herscheid/Jüterbog. Das RAAM-Team ist bis Samstag, 19 Uhr, glänzend unterwegs: Dann wird Markus Gärtner bei einem Unfall verletzt. Das RAAM-Team aus dem Märkischen Kreis (NRW), Partnerkreis des Elbe-Elster-Kreises in Brandenburg, hatte eine Simulationsfahrt über 1838 Kilometer durch alle Bundesländer geplant. Von Frank Claus

Genau 1838 Kilometer wollte das RAAM-Team aus dem Märkischen Kreis (NRW) an diesem Wochenende bei einer Simulationsfahrt durch alle Bundesländer unter die Pedale nehmen. In Brandenburg dann passiert am Sonnabend gegen 19 Uhr das Missgeschick: Team-Mitglied Markus Gärtner wird in Nauen von einem Pkw erfasst, stürzt, zieht sich mehrere Prellungen und Schürfwunden zu. Etwa 1150 Kilometer waren da geschafft, das Team lag glänzend in der Zeit, hatte wie vereinbart gegen 15 Uhr Jüterbog passiert.

 Der Streckenverlauf.
Der Streckenverlauf. FOTO: RAAM Team

Nach eingehender Teamberatung die Entscheidung: „Wir brechen hier ab.“ Denn der Sechs-Stunden-Wechselrhythmus wäre nicht mehr hinzubekommen, eine Ankunft wie geplant am Sonntag gegen 18.30 Uhr in NRW ist nicht mehr schaffbar. Und alle müssen Montagfrüh wieder auf Arbeit. Teamchef Frank Lachnitt zufolge habe die Tour dennoch genügend Erfahrungen gebracht. Jetzt wollen alle nur, dass ihr Mannschaftskamerad schnell wieder fit wird.

Dabei lief es seit Freitagmorgen, 6 Uhr wie am Schnürchen. Julian Becker – neben Markus Gärtner, Sven Dunker und Miki Milvoje Nilovic Mitglied des vierköpfigen Fahrerteams – hatte in Herscheid (NRW) als erster Starter der Simulationsfahrt die Pedale durchgetreten. Das Team startet am 15. Juni beim Race Across America, dem härtesten Radrennen der Welt, das über rund 4800 Kilometer von der West- bis zur Ostküste der USA führt. Die Tour führt durch die extrem heißen und trockenen Wüsten Mojave und Sonora, über die kalten Gebirgszüge der Sierra Nevada, Rockies und Appalachen und durch das schwül-heiße Tal des Mississippi. Es wird Tag und Nacht geradelt. Die vier Radfahrer wechseln sich wie bei einer Staffel ab.

 Raam Team Simulationsfahrt durch alle Bundesländer - hier Starttag 29.3. - Julian Becker geht als Erster auf die Strecke
Raam Team Simulationsfahrt durch alle Bundesländer - hier Starttag 29.3. - Julian Becker geht als Erster auf die Strecke FOTO: LR / Jannik Fischbach

Auf offener Strecke erreichen die Jungs mit ihren Zeitfahrrädern eine Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 40 und 45 Kilometer pro Stunde. Um 18.30 Uhr sind bereits Nordrhein-Westfalen, Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz passiert. Kurz vor 23 Uhr meldet Medienchef Jannik Fischbach: „Wir sind gleich in Aschaffenburg (Bayern).“ Eine Herausforderung für die drei Fahrer im Ruhemodus: Auf Befehl schlafen, um Stunden später wieder fit zu sein.

 Das RAAM-Team bei der Rundfahrt durch alle Bundesländer, hier Starttag 29.3.
Das RAAM-Team bei der Rundfahrt durch alle Bundesländer, hier Starttag 29.3. FOTO: LR / Jannik Fischbach

Sonnabend, 6.30 Uhr, meldet Teamchef Frank Lachnitt: „Wir haben gerade die Werra-Quelle in Thüringen passiert.“ Gegen Mittag ist die Region Leipzig erreicht. Etwa 950 Kilometer stehen auf der Uhr. Über Sachsen-Anhalt geht es nach Brandenburg. Wo die Simulationsfahrt dann leider abrupt endet. Wichtig ist jetzt nur die Gesundheit des Teamkameraden.

 Der erste Renntag, es wird dunkel. Das RAAM-Team bei der Rundfahrt durch alle Bundesländer, hier Starttag 29.3.
Der erste Renntag, es wird dunkel. Das RAAM-Team bei der Rundfahrt durch alle Bundesländer, hier Starttag 29.3. FOTO: LR / Jannik Fischbach

 In Jüterbog war Sonnabend gegen 15 Uhr die Welt noch in Ordnung.
In Jüterbog war Sonnabend gegen 15 Uhr die Welt noch in Ordnung. FOTO: Dieter Müller

RadKulTour 2019 Und ganz Elbe-Elster darf sich am 11. und 12. Mai auf das Team freuen. Es ist Gast beim RUNDSCHAU-Forum im Rahmen von RadKulTour 2019 im Drandorfhof in Schlieben. Tourismuschefin Susanne Dobs zum Projekt: Natur und Kultur per Rad erkunden, das können Pedalritter im Landkreis an zwei Aktionstagen, die der Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V. zusammen mit dem Landkreis und weiteren Kommunen am 11. und 12. Mai anbietet. An beiden Tagen geht es mit der „RadKulTour 2019“ gemeinsam über zwei Etappen, die viele Teile der Kohle-Wind-und Wasser-Radtour berührt.

Die erste Strecke führt über 48 Kilometer von Herzberg (Elster) über Schlieben und Werenzhain nach Doberlug-Kirchhain. Von hier aus radeln die Teilnehmer am zweiten Tag nach Lichterfeld und von dort weiter bis nach Finsterwalde auf insgesamt 37 Kilometern. Und da der Name Programm ist, darf auch der ein oder andere Kulturstopp nicht fehlen. Haltestationen auf der ersten Etappe am 11. Mai sind zum Beispiel der Drandorfhof in Schlieben, der Atelierhof Werenzhain und das Schloss Doberlug. Am zweiten Tag wartet auf die Mütter an ihrem Ehrentag eine kleine Überraschung. Das Besucherbergwerk F60 ist die erste Station am Muttertag. Am Nachmittag begrüßen dann auf dem Finsterwalder Marktplatz die Finsterwalder Sänger die Teilnehmer der Fahrradtour.