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| 18:45 Uhr

Neue Kurstadt-Symbole an den Ortseingängen
Die „Milchkanne“ wird zum Flop

Pylonen an den Ortseingängen von Bad Liebenwerda, muss es unbedingt die Silhouette des Lubwartturms sein?
Pylonen an den Ortseingängen von Bad Liebenwerda, muss es unbedingt die Silhouette des Lubwartturms sein? FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda. Bad Liebenwerdas Abgeordnete wollen pfiffigere Lösungen für die Werbung an Ortseingängen. Von Frank Claus

Einspruch, Euer Ehren! Was Bürgermeister Thomas Richter da als „Vorschlag der Verwaltung“ den Abgeordneten für die künftigen drei Pylonen an den Ortseingängen vorgelegt hat, ist schlichtweg durchgefallen. Und auch in Verwaltungsreihen grummelt es. „Das gefällt uns auch nicht, ist eher ein Alleingang“ wird da unter der Hand getuschelt.

Die in Zusammenarbeit mit einer Kommunikationsplattform entwickelte Eingangstafel in der Silhouette des Lubwartturms empfinden die Abgeordneten nicht nur als nicht besonders originell, sondern hinsichtlich der Außenwirkung auch als völlig verfehlt. „Was – Rösselpark, Discounter und Sparkasse sollen in die Stadt ziehen?“, hieß es im Hauptausschuss und auch in zahlreichen Beiträgen in sozialen Medien sarkastisch.

Zur Vorgeschichte: Im Zuge der Freigabe der B-183-Ortsumfahrung gibt es Bedenken, dass Bad Liebenwerda ab 5. Oktober nur noch umfahren werden könnte. Vor allem die Innenstadt-Geschäftswelt hat ein flaues Gefühl im Magen. Dem wollen Abgeordnete und Verwaltung etwas entgegensetzen. Deshalb sollten zeitgleich mit der Freigabe Pylonen an den drei wichtigen Ortseingängen aus Richtung Torgau, Elsterwerda und Herzberg auf Vorzüge der Stadt hinweisen. Die Einfahrt aus Torgau hat man ausgenommen, da die meisten Kraftfahrer, die aus dieser Richtung kommen, ohnehin in die Innenstadt fahren. Etwa 100 000 Euro sind zunächst für drei Pylonen veranschlagt worden.

Mit der zeitgleichen Freigabe wird es schon mal nichts. Bürgermeister Thomas Richter hat seinen Beschlussvorschlag mit dem Hinweis – „wir müssen das neu überdenken“ – erst einmal zurückgezogen. Wer „wir“ ist, hat er freilich nicht verraten. Aber am Lubwartturm, den er den Abgeordneten dann gleich dreidimensional als Modell vorstellte, will er wohl festhalten.

Die Abgeordneten hingegen hatten gleich eine ganze Reihe anderer Vorschläge. Jan Fromm meinte: „Ziel ist es, Leute in die Stadt zu ziehen. Da reicht es nicht, ein Wahrzeichen, das ohnehin wenige kennen, in die Landschaft zu stellen. Wir könnten ja auch mal was Provokantes wie – ,hier tanzen die Puppen’  machen und die geplante neue Kasper-Ausstellung im Museum ins Spiel bringen.“

Andere führten die Orgelgeschichte an. Man könne mit Orgelpfeifen und der Orgelakademie werben und natürlich mit dem Moor und der Kurstadt. Wie wär’s, wenn der Badende in der Wanne verarbeitet würde? Auch das Thema „Hier spielt die Musik“ mit Bezug zu Graun sei denkbar. Und natürlich Wasser aus Bad Liebenwerda und Inhalte des Naturparks.

Wie attraktive Symbole für eine Stadt aussehen können, zeigt das Metallnetzwerk in Finsterwalde-Massen, das die stählerne Blume für den Kreisel in Massen entwickelt hat. Ein ganzer Firmenpool hat sich dort zusammengeschlossen und blättert eine erhebliche Summe Geld hin. Ist das in Bad Liebenwerda eigentlich auch versucht worden?

Kurzum: Bad Liebenwerda steht noch ganz am Anfang. Zeit, die wohl hätte nicht verschenkt werden müssen.

Die „Milchkanne“ ist verworfen!
Die „Milchkanne“ ist verworfen! FOTO: LR / Wieduwilt Kommunikation
Attraktiv: Die Variante, die sich das Metallnetzwerk einfallen ließ.
Attraktiv: Die Variante, die sich das Metallnetzwerk einfallen ließ. FOTO: LR
LR-Vorschlag - eine/n im Moor Badende/n, um die Kurstadt zu bewerben.
LR-Vorschlag - eine/n im Moor Badende/n, um die Kurstadt zu bewerben. FOTO: Frank Claus