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| 15:23 Uhr

Public-Viewing in Elbe-Elster
Eine verdammt enge Kiste

Doch noch Jubel über den späten 2:1-Siegtreffer für die Deutschen über die Schweden in Finsterwalde.
Doch noch Jubel über den späten 2:1-Siegtreffer für die Deutschen über die Schweden in Finsterwalde. FOTO: LR / Jürgen Weser
Erlösung – das ist wohl das Wort, welches die Gefühlslage der deutschen Fußballfans nach dem so wichtigen WM-Vorrundenspiel gegen die Schweden am besten beschreibt. Von Frank Claus, Birgit Rudow und Jürgen Weser.

Public Viewing im ehemaligen Kino Regina in Finsterwalde: Riesengroß war der Jubel beim Public Viewing am Samstagabend im Finsterwalder Kino Regina als in der letzten Minute der Nachspielzeit doch noch der erhoffte, aber kaum noch erwartete Siegtreffer fiel. Etwa 250 Fans waren trotz Niederlage gegen Mexiko der Einladung von Gastwirt Bernhard Radigk gefolgt, um gemeinsam den Sieg herbeizuwünschen. Mehr als 90 Minuten Hoffen nach toller Startphase, Enttäuschung nach dem Rückstand, Hoffen und Bangen sowie Frustausbrüchen nach verpatzten Aktionen ließen die Stimmung im Saal ständig schwanken.

Vielleicht half auch das rhythmische Mitklatschen und Klopfen in der dramatischen Schlussphase, den Siegtreffer in allerletzter Minute zu erzwingen. Der Jubel kannte keine Grenzen, denn jetzt darf weiter gehofft werden beim Public Viewing an vielen Orten. Allein in Finsterwalde waren es am Sonnabendabend mit dem ehemaligen Kino Regina, dem Brauhaus, dem Alt-Nauendorf-Saal und der Erholung gleich vier Jubelorte, in denen die WM zelebriert wird. 

             

Mahdel: Mit dem Rücken zur Feuertonne. Etwa 35 Mahdeler und Herzberger haben sich trotz des miesen Wetters Samstagabend zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden auf dem Mahdeler Freizeitzentrum zum Public Viewing getroffen. Wie schon am Sonntag zuvor, war eine große Leinwand aufgebaut. Während  ein Teil gespannt auf die die Leinwand starrte, wärmte sich die andere Hälfte mit dem Rücken zur Feuertonne und schaute gespannt auf den Fernseher am Bierwagen.

„Der Druck, der auf der Nationalelf lag, hat sich auch bei uns im Publikum breitgemacht. Die Stimmung war gut, aber auf jeden Fall  auch angespannt“, sagt Stefan Kaatz. Nach dem 0:1 aber war sie auch in Mahdel am Tiefpunkt angelangt. Erst der Ausgleich und jede weitere Chance der Deutschen brachten wieder  etwas mehr Freude auf den Festplatz. Alle waren nervös und hofften auf das erlösende Tor. Als es dann kurz vor Ende des Spiels fiel, brach ein riesiger Jubel aus. „Die Begeisterung war vermutlich bis Herzberg zu hören“, so Stefan Kaatz.

Das WM-Fieber hat die Mahdeler jedenfalls wieder gepackt, und am Mittwoch wollen sie alle wieder auf dem Festplatz dabei sein. Dann hoffentlich bei besserem Wetter. Organisiert wird das Public Viewing in dem Herzberger Ortsteil von Harry Schmidt und Ortsvorsteher Helmut Boche. Der Bierwagen „Harry‘s Frauenparkplatz“ sorgt für die Getränke, während Helmut Boche am Grillstand Würstchen und Steaks brutzelt. So soll es in Mahdel möglichst noch lange bei dieser WM sein, immer wenn Deutschland spielt.

Bad Liebenwerda: Mit Glühwein gegen die Kälte. Nur etwas mehr als 100 Fans haben diesmal den Weg in die WM-Arena im Kurpark Bad Liebenwerda gefunden. Kein Wunder bei Temperaturen um die 15 Grad Celsius und Regenschauer bis kurz vor Beginn der Übertragung. Und wie sich später herausstellte, sollten die 30 Liter Glühwein, die die Bauer Fruchtsaft GmbH angesichts der Kälte mitten im Sommer spendierte, lange Zeit das heißeste an diesem Abend bleiben. Das, was die deutsche Nationalelf über weite Strecken bot, um die Schweden zu knacken, war es jedenfalls nicht! Dass es eine verdammt enge Kiste werden würde, hatten die meisten Fans auch im RUNDSCHAU-Tippwettbewerb vermutet. Immerhin 16 Mal ist der spätere 2:1-Sieg getippt worden, elf Mal war auf ein 2:0 gehofft worden und sieben Mal auf einen knappen 1:0-Sieg. Bis wenige Sekunden vor Schluss lagen jedoch die vier Tipper richtig, die ein 1:1 auf ihrem Schein eingetragen hatten. Am Ende konnte sich Gabi Lorenz über eine Riesen-WM-Pizza, gestiftet von der Villa Nuova, freuen. Und: Der Glühwein ist auch fast alle geworden. Übrigens: Am Mittwoch wird um 16 Uhr wieder in den Kurpark eingeladen. Dass schattenspendende Dach wird dann noch um weitere Meter für ein kontrastreiches Bild vergrößert. Bleibt nur die Hoffnung auf ein scharfes Spiel.

Etwa 35 Mahdeler und Herzberger sahen in Mahdel den „Schwedenkrimi“. Kurz vor Ende des Spiels war Anja Traube sowie Nadine und Anne Zeisberg Angst und Bange um die deutsche Mannschaft.
Etwa 35 Mahdeler und Herzberger sahen in Mahdel den „Schwedenkrimi“. Kurz vor Ende des Spiels war Anja Traube sowie Nadine und Anne Zeisberg Angst und Bange um die deutsche Mannschaft. FOTO: LR / Stefan Kaatz
Bei Temperaturen um die 15 Grad und einem Spiel, das auch nicht gerade was zum Erwärmen war, haben diesmal nur etwas mehr als 100 Fans den Weg in die WM-Arena im Kurpark Bad Liebenwerda gefunden.
Bei Temperaturen um die 15 Grad und einem Spiel, das auch nicht gerade was zum Erwärmen war, haben diesmal nur etwas mehr als 100 Fans den Weg in die WM-Arena im Kurpark Bad Liebenwerda gefunden. FOTO: LR / Frank Claus
matroschka 4c
matroschka 4c FOTO: fotolia / mspoint