Angesicht der auf dem Richtertisch liegenden Fakten hat es Rosemarie Ringelmann (Name geändert) überhaupt nicht nötig, ihren Lebensunterhalt durch Straftaten zu sichern, auch nicht durch Ladendiebstahl. Die Endfünfzigerin verdient als Krankenschwester etwa 2000 Euro netto im Monat und hat nach eigenen Angaben keine unterhaltspflichtigen Kinder. Etwaige sonstige nennenswerte Ausgaben, die sie in Finanznot hätten bringen können, erwähnt sie nicht.

Den Diebstahl bereut

Dennoch war sie erneut beim Stehlen erwischt worden. An einem Nachmittag Anfang Januar dieses Jahres hatte sie in einem Einkaufsmarkt in der Lauchhammerstraße in Elsterwerda Lebensmittel, wie Brot und Zanderfilet, im Wert von 21,53 Euro in ihre Tasche gesteckt und nicht bezahlt. „Es tut mir wirklich leid. Ich leide psychisch darunter. Das kommt auch nicht mehr vor“, versichert die Angeklagte vor Gericht.
In der Rückschau klingt das aus Sicht der Richterin wenig glaubhaft. „Es ist nicht das erste Mal“, stellt sie fest. Die Krankenschwester bestätigt die vorherige Tat vor etwa einem Jahr. „Ich weiß nicht, was diesmal los war“, sagt sie bedauernd.

Kein Eintrag ins Strafregister

Da die Frau keine Vorstrafen hat, kommt sie auch dieses Mal ohne den gefürchteten Eintrag in das Bundeszentralregister davon. Das Verfahren wird gegen eine Geldauflage in Höhe von 500 Euro eingestellt. Letztmalig, lautet die klare Ansage. Das Geld wird zu Gunsten der Tafel Finsterwalde überwiesen. Die Frau versichert, die Zahlung umgehend vornehmen zu wollen.