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| 17:29 Uhr

Die Lausitzer Rundschau in der Schule
Nach dem Zeitunglesen wird Gemüse geschnippelt

 Wie ein gesunder Pausenimbiss vorbereitet wird – auch das lernen die jungen Leute an der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung „Stark fürs Leben“ in Elsterwerda.
Wie ein gesunder Pausenimbiss vorbereitet wird – auch das lernen die jungen Leute an der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung „Stark fürs Leben“ in Elsterwerda. FOTO: LR / Manfred Feller
Elsterwerda. Weil Lesen bildet, nimmt die Förderschule „Stark fürs Leben“ in Elsterwerda immer wieder an dem Projekt „Zeitung in der Schule“ teil.

Fernab der getippten Kurzmitteilungen mit allerlei Bildsymbolen gibt es in der Tat noch noch geschriebene, vollständige Sätze mit Groß- und Kleinschreibung, Komma, Punkt und verständlichen Inhalten für alle. Dahinter verbergen sich zum Beispiel Bücher und Zeitungen. Studien belegen, dass eine zunehmende Anzahl von Schülern große Probleme mit dem verstehenden Lesen hat. Ein Projekt, das dem entgegenwirken kann, ist  „Zeitung in der Schule“. Gleichzeitig macht es mit einem jahrhundertealten Medium vertraut, das bei nachwachsenden Generationen angesichts der nicht überschaubaren Nachrichtenflut aus sehr vielen Internetkanälen eine immer geringere Rolle spielt.

Die Ganztagsschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung „Stark fürs Leben“ in Elsterwerda ist, neben anderen Bildungshäusern im Landkreis Elbe-Elster, innerhalb des Zeitungsprojektes seit Jahren den gedruckten Sätzen auf der Spur. Auch wenn nicht wenigen das Lesen, erst Recht das Verstehen längerer Texte schwer fällt, legt Sonderpädagogin Manuela Kluge großen Wert auf die Beschäftigung mit der Heimatzeitung. Diese ergänzt über Wochen die üblichen Unterrichtsinhalte.

Felix, Michelle, Angelo, Jenny, Delia und ihre Mitschüler haben in dieser Zeit ihre Lieblingsseiten gefunden. Bei den Jungs ist es vornehmlich der Sport, bei fast allen sind es die Nachrichten aus der Heimatgegend. Die Schüler kommen mit dem Fahrdienst täglich bis aus Mühlberg, Zobersdorf und Wildgrube. Neben den Sonderpädagogen stehen ihnen Einzelfallhelfer, Sozialarbeiter und auch Teilnehmer des Freiwilligen sozialen Jahres zur Seite. Bei Bedarf gibt es eine 1:1-Betreuung als die bestmögliche Förderung.

Großer Wert wird nach Auskunft von Manuela Kluge auf das Praktische gelegt. Dies können die Betätigungsmöglichkeiten auf dem Schulgelände sein, im Garten, Arbeiten im Haus selbst und auch das Hauswirtschaftliche. Was dabei gelernt wird, ist Lebenshilfe. Denn nicht jeder Schüler erhalte zu Hause die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Manche möchten es auch gar nicht.

In der Lehrküche der Förderschule kann zum Beispiel Wäsche gewaschen und gekocht werden. An diesem Vormittag bereiten die älteren Schüler der zweijährigen Berufsbildungsstufe, die der Vorbereitung auf die Werkstatt dient, einen gesunden Imbiss zu. Auf diese Weise lernen sie, dass eine vollwertige Mahlzeit mit frischen Zutaten schnell auf dem Tisch stehen kann. Das ist allemal gesünder, als verarbeitete Fertiglebensmittel zum Aufwärmen. Wer vorher darüber gelesen und es verstanden hat, der ist klar im Vorteil.

 Auch Hausarbeiten wie das Wäschewaschen wollen gelernt sein. Die Schüler zeigen sich aufgeschlossen.
Auch Hausarbeiten wie das Wäschewaschen wollen gelernt sein. Die Schüler zeigen sich aufgeschlossen. FOTO: LR / Manfred Feller
(mf)