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| 02:35 Uhr

Prösener Denkmal-Schleuse wird flottgemacht

Bauamtsleiter Chris Heller über dem einen der beiden stark sanierungsbedürftigen Schleusentore des Floßkanals in Prösen.
Bauamtsleiter Chris Heller über dem einen der beiden stark sanierungsbedürftigen Schleusentore des Floßkanals in Prösen. FOTO: Manfred Feller
Prösen. An dem historischen Wasserbauwerk hat der Zahn der Zeit kräftig genagt. Die Sanierung mit Fördergeld soll bald starten. Manfred Feller

An die besten Jahre der Schleuse des Grödel-Elsterwerdaer-Floßkanals wird sich kaum noch jemand erinnern können. Denn am 24. Juli 1947 soll das letzte Schiff geschleust worden sein. Heute dringt das Nass wasserfallartig durch die immer größer werdenden Ritzen der morschen Holzverkleidung der beiden Doppeltore. Doch es gibt Hoffnung. Nach der mündlichen Zusage wartet Christ Heller, Bauamtsleiter der Gemeinde Röderland, fast täglich auf den Fördermittelbescheid. Der Bund reicht aus seinem Sonderprogramm Denkmalschutz mehr als die Hälfte der veranschlagten rund 100 000 Euro Sanierungskosten herüber. Der Eigenanteil der Gemeinde sei in dem für dieses Jahr noch nicht beschlossenen Haushalt eingestellt. "Baubeginn und Fertigstellung sind für dieses Jahr vorgesehen", hofft der Amtsleiter auf einen baldigen Start nach dem Winter.

Mit dem Geld sollen zunächst die Umfassungswände des Schleusenbeckens saniert werden. "Die Fugen haben sich zum Teil aufgelöst und Wasser dringt hindurch", nennt Chris Heller einen der gravierenden Schäden. Dadurch drohe das Mauerwerk stellenweise einzustürzen.

Ein erbärmliches Bild geben die Schleusentore ab. Während die Grundkonstruktion der Torwände aus verzinktem Stahl noch in Ordnung sei, hat der Nass-Trocken-Wechsel der Verkleidung aus Holzbohlen gelitten. Durch die Ritzen schießt immer stärker das Wasser. Um den erforderlichen Pegelunterschied zu halten, muss gehandelt werden.

Die Kanalschleuse ist ein technisches Denkmal. Der künstliche Wasserlauf zwischen der Schwarzen Elster in Elsterwerda und Grödel an der Elbe im Landkreis Meißen galt bei seiner Inbetriebnahme im Jahr 1748 mit 21,4 Kilometern als der längste Schifffahrtskanal in Sachsen.

Nicht einmal zwei Jahrzehnte später wurde erneut gebaut. Die Prösener Kammerschleuse aus Holz ist durch ein steinernes Wasserbauwerk ersetzt worden. Im Juli jährt sich zum 70. Mal die letzte Schiffspassage.