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| 01:43 Uhr

Produktionsnah wie einst UTP

Franziska Kieslich aus der 9. Klasse der Oberschule Massen übt beim Praxistag den Umgang mit der Bohrmaschine. Fachlehrer Hartmut Göllnitz für Wirtschaft, Arbeit, Technik schaut ihr dabei über die Schulter.
Franziska Kieslich aus der 9. Klasse der Oberschule Massen übt beim Praxistag den Umgang mit der Bohrmaschine. Fachlehrer Hartmut Göllnitz für Wirtschaft, Arbeit, Technik schaut ihr dabei über die Schulter. FOTO: Fotos: Dietmar Seidel
Massen. Sie haben blaue Arbeitskittel übergestreift. Metallene Geräusche klirren durch die Werkhalle. Die von einem Metall-Öl-Gemisch geschwängerte Luft wabert in die Nasen. Einmal im Monat haben die Schüler der 9. und 10. Klassen der Oberschule Massen einen Praxistag bei der PILZ GmbH in Massen. Von Heike Lehmann

Grundlagen der Metallverarbeitung in Theorie und Praxis werden den rund 100 Jungen und Mädchen auf diese Art vermittelt. Erinnungen an UTP – den Unterrichtstag in der Produktion – sind an dieser Stelle durchaus gewollt. Auch wenn sie eher die Eltern der heutigen Neunt- und Zehntklässler haben. Schulleiter Reiner Neitsch bestätigt: „Wenn wir den Praxistag und das Praxislernen beim Tag der offenen Tür vorstellen, begrüßen das die Eltern ausdrücklich.“ Und den meisten Schülern macht dieser Schnuppertag im Betrieb richtig Spaß – die vier Stunden an der Werkbank noch mehr als die zwei Stunden im Computerkabinett. Beim Bau eines kleinen Hubschraubers lernen sie derzeit verschiedene Arbeitstechniken, müssen alle Arbeitsschritte selbst ausführen. Steven Woischwill liegt das Handwerkliche, auch wenn er eher mit dem Beruf des Tischlers liebäugelt. „Das Bohren und Feilen macht Spaß“ , meint er. Bastian Opitz hat „eigentlich zwei linke Hände, aber hier lernt man was“ , gibt er zu, auch wenn er Koch werden will.
Mit dem Praxistag konnte die Schule auf den Wahlpflichtunterricht Wirtschaft, Arbeit, Technik, der seit acht Jahren bei der PILZ GmbH durchgeführt wird, aufbauen. Jetzt aber stehen den Schülern nicht nur Fachlehrer Hartmut Göllnitz, sondern auch Lehrausbilder Reinhard Hoffmeister zur Seite. „Grundlage für die Zusammenarbeit ist eine Vereinbarung zwischen Schulträger und Betrieb“ , erklärt Amtsdirektor Gottfried Richter. Und die ist wiederum Teil der Wirtschaftsförderung im Amt Kleine Elster. Finanziert wird der Praxistag aus dem erwirtschafteten Gewinn der PILZ GmbH und mit Fördermitteln für das Praxislernen über die Initiative Oberschule (IOS).
Das Konzept geht auf, das bestätigt PILZ-Geschäftsführer Eugen Riedel: „Unter den knapp 1000 Lehrlingen seit 1994 haben wir etliche Massener Schüler wiedergesehen.“ Kein Schüler beendet den Praxistag ohne Auswertung seiner Leistung – inklusive Note. Und am Ende gibt’s sogar ein Zertifikat – vielleicht der erste Schritt zu einer späteren erfolgreichen Bewerbung.