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Praktikum – eine erste gute Schule fürs Leben

Die Schülerinnen Franziska (r.) und Vivien werden von Manuela Görlich Mitarbeiterin im Pflegeheim an den Landratsvillen in Bad Liebenwerda, betreut.
Die Schülerinnen Franziska (r.) und Vivien werden von Manuela Görlich Mitarbeiterin im Pflegeheim an den Landratsvillen in Bad Liebenwerda, betreut. FOTO: mcl1
Bad Liebenwerda. Berufsfeldorientierter Unterricht fördert die Verbindung von Theorie mit Praxis. Franziska Richter und Vivien Suhr, beide 16 Jahre alt und Schülerinnen in der Oberschule Robert Reiss in Bad Liebenwerda, können das bestätigen. mcl1

Sie sind im Monat März jeweils donnerstags für einige Stunden im Pflegeheim an den Landratsvillen in Bad Liebenwerda zu finden. Warum? Sie haben sich im Schulfach zur Berufsorientierung mit Beginn der 10. Klasse für den Schwerpunkt Hauswirtschaft und Soziales entschieden.

Hintergrund: In den Klassenstufen sieben und acht werden alle Schüler in den drei Teilbereichen Naturwissenschaft/Technik, Wirtschaft/Verwaltung und Hauswirtschaft/Soziales unterrichtet. Mit Beginn des neunten Schuljahres kann einer der Schwerpunkte abgewählt werden. Beim Start in die 10. Klasse bleibt noch ein einziger Schwerpunktbereich nach einer weiteren Abwahl bestehen. Meist ist das der gewählte Schwerpunktbereich richtungsgebend für die spätere berufliche Orientierung der Schüler.

Franziska ist sich ganz sicher: "Ich habe mich für den Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger beworben. Mir macht die Arbeit mit Kranken und alten Menschen Freude und meine Eltern bestärken mich darin, diesen Berufsweg zu gehen." Sie hat bereits mehrere Praktika absolviert und getestet, ob ihr die Arbeit Spaß macht. Auf 16 Bewerbungen erhielt die 16-Jährige bisher sieben Zusagen und zwei Absagen. Eine Ausbildung am Klinikum in Senftenberg wäre ihr großer Wunsch.

Vivien wird Drogistin, den Ausbildungsvertrag hat sie bereits in der Tasche. Einzig eine Bewerbung hat genügt, freut sich die 16-Jährige. Ihrer Freundin zuliebe ist sie im Pflegeheim mit dabei. Betreut und bestärkt ihren Weg in dieser Berufsbranche zu gehen, werden die Schüler dabei seit vier Jahren von Lehrerin Karin Zschieschack. Sie stellt die Verbindung her zum Pflegeheim an den Landratsvillen und zum katholischen Altenpflegeheim St. Marien. Das Engagement gibt ihr Recht. Durchweg positive Kritiken gibt es für ihre Zöglinge. "Mitunter werde ich sogar angefragt, wann denn meine Schüler wieder unterstützend dabei sein werden", freut sich die Lehrerin, die ihren Traumberuf, wie sie sagt, seit 30 Jahren ausübt.