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| 01:00 Uhr

Plötzlich erwachsen sein

Nicht mehr lang – dann ist dieses Schuljahr geschafft. Prüfungsstress ade! Schulabgänger jubeln: „Endlich erwachsen!“ und denken „endlich frei!“ – Wirklich frei„ Plötzlich beginnt der Ernst des Lebens. Von Michael Ebersbach, Pfarrer in Prösen für den Bereich «Röderland»

Plötzlich war Schule doch nicht so schlecht. Jetzt kommt Verantwortung auf die Jugendlichen zu und hängt sich schwer an ihren Hals: Sie sollen das Geld für ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Sie wollen Geld verdienen, um sich ihre Wünsche selbst zu erfüllen.
Dazu müssen sie zunächst wissen, mit welchem persönlichen Talent sie etwas erarbeiten können, was für viele Menschen einen Wert hat. Dabei haben sie noch so viele Fragen...
In der Bibel fand ich eine Aussage, die uns in der beschriebenen Situation ermutigen kann (Psalm 37, Verse 4 u. 5): „Vertrau dich Gott an und sorge dich nicht um deine Zukunft! Überlass sie dem Herrn, er wird es richtig machen. Freue dich über ihn, er wird dir alles geben, was du dir von Herzen wünschst“ . Das klingt überaus euphorisch. So sorglos und zufrieden erleben wir die Christen gar nicht! Wenn wir dieses Wort aus der Bibel dennoch auf uns wirken lassen - wohin lenkt es unsere Gedanken“ Gott kommt in unser Blickfeld, vorher war er ausgeblendet. Unsere Gedanken hatten bisher kaum Berührung mit ihm.
In diesem Abschnitt der Bibel berichtet jemand aus früheren Zeiten von seiner eigenen Erfahrung: „Gott sorgt für unsere Zukunft - so gründlich, dass wir uns über das Ergebnis seines Tuns freuen können. Er hat gute Absichten mit uns, er ist vertrauenswürdig.“
Wenn wir diese Erfahrung akzeptieren, dann sehen wir in Gedanken einen Verbündeten vor uns. Wie er beschrieben wird, ist er kein gewöhnlicher Kumpel, der nur in unsere Klagelieder einstimmt. Vielmehr scheint er in seiner Hand unsichtbare Fäden zu halten, mit denen er tatsächlich unsere Lage verändern kann.
Wir kennen ein ähnliches Prinzip: Hat jemand von unseren Bekannten einen berühmten Freund, sind wir gern in dieser Umgebung zu Gast. Rechnen wir uns dabei nicht neue Chancen aus? Auf die Beziehung kommt es an: Ein starker Freund macht uns stark!
Die persönliche Beziehung ist auch zu Gott hin entscheidend. Eine gute Beziehung kann man aber nicht mit billigen Tricks einfädeln. Sie wird davon getragen, dass beide Seiten ehrlich sind und alles einsetzen. Gott ist ehrlich. Dann können auch wir mit unserem Leben, wie es tatsächlich ist, ihm gegenüber treten. Gott nimmt uns sogar so an, wie wir sind. Jeder kann also sein Freund werden. Mit dieser Freundschaft gewinnen wir neue Beziehungen hinzu und können den für uns reservierten Platz im Leben einnehmen und zunehmend besser ausfüllen.