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| 18:17 Uhr

Die ersten Eindrücke aus der Ferne
Plessaer Jugendbläser sorgen in Brasilien für beste Stimmung

 Das Jugendblasorchester aus Plessa spielt hier beim Schützenverein im brasilianischen Blumenau.
Das Jugendblasorchester aus Plessa spielt hier beim Schützenverein im brasilianischen Blumenau. FOTO: Jugendblasorchester
Plessa. Die Musiker aus Elbe-Elster begeistern während ihrer großen Konzertreise das Publikum im fernen Brasilien. Die ersten Schrecksekunden hat es auch schon gegeben.

Seit einer Woche ist das Jugendblasorchester des Orchesters der Bergarbeiter Plessa auf seiner ersten großen Konzertreise. Diese führt vornehmlich in Orte im Süden von Brasilien, wo deutsche Auswanderer seit dem 19. Jahrhundert gesiedelt haben. Frank Werner, stellvertretender Vereinsvorsitzender, fasst die ersten Eindrücke tagebuchartig zusammen:

3. und 4. Oktober. Das Abenteuer  beginnt auf dem Bahnsteig in Plessa. Um 8.18 Uhr fährt die S-Bahn nach Leipzig. Dort treffen wir uns mit jenen, die aus Finsterwalde und Dresden angereist sind. Eine Platzreservierung für den ICE hat seine Vorteile. An diesem Tag trifft wieder einmal der Slogan zu: „Genießen Sie das Leben in vollen Zügen!“

 In der Oktoberfesthalle werden die Musiker aus Elbe-Elster vom Bürgermeister (vordere Reihe Mitte im Bayernkostüm) und von der Honorarkonsulin (hinten, 3. v. l.) empfangen.
In der Oktoberfesthalle werden die Musiker aus Elbe-Elster vom Bürgermeister (vordere Reihe Mitte im Bayernkostüm) und von der Honorarkonsulin (hinten, 3. v. l.) empfangen. FOTO: Jugendblasorchester

Rechtzeitig am Flughafen in Frankfurt angekommen, folgt der erste Schock. Für die größeren Instrumente müssen wir Übergepäck bezahlen. Das war so nicht vom Reisebüro angekündigt. Die Orchesterkasse wird zusätzlich belastet. Es folgen zwölf Stunden Nachtflug. Noch in der Dunkelheit kommen wir in Sao Paulo an. Dann geht es mit einem Shuttle-Bus zum Inlandsflughafen am anderen Ende der Stadt.

Am frühen Nachmittag dann der Empfang in Navigantes durch Alcides und Charles Schneider, die in Brasilien unsere Reise vorbereitet haben und für zwei Wochen unsere Begleiter sein werden. Riesenüberraschung: Zwei 5-Sterne-Luxusreisebusse mit jeweils 27 Sitzen wie in der Business-Class im Flieger stehen für uns bereit. Ob die Berliner Philharmoniker auch so komfortabel kutschiert werden bei ihren Auslandstourneen? Wenn doch nur die Straßen nach Pomerode etwas besser wären.

Eigentlich sind alle fix und fertig nach rund 36 Reisestunden. Doch es geht noch zum Essen und Trinken in die Brauerei „Schornstein“.

 Das Jugendblasorchester während einer gemeinsamen Probe mit Militärmusikern.
Das Jugendblasorchester während einer gemeinsamen Probe mit Militärmusikern. FOTO: Jugendblasorchester

5. Oktober. Um 8 Uhr Abfahrt zur Kaserne nach Blumenau. Wir fügen uns in die Reihen der Musikerkollegen vom Militärorchester ein. Dirigent Paolo begrüßt uns herzlich,  später auch der Kommandant der Einheit. Zwei Stunden werden jene Titel geprobt, die wir gemeinsam spielen wollen.

In unserer bergmännischen Auftrittskleidung fahren wir nach dem Mittagessen zum Oktoberfestgelände mit der Eisenbahnhalle, die ihren Namen von der Brauerei in Blumenau hat. Dann werden wir von der Honorarkonsulin und dem Bürgermeister in Oktoberfesttracht willkommen geheißen.

6. Oktober. Wieder zeitig aufstehen. Es regnet. Kurzes Frühstück. Wir fahren nach Blumenau zum Museum der Schützenvereine. Die Kuratorin erzählt uns über die Geschichte der Vereine. Es übersetzt die Honorarkonsulin. Nach der Besichtigung spielen wir für die anwesenden Schützen „Alte Kameraden“ und „Puttin‘ On The Ritz“.

 Ganz am Anfang der ersten großen Konzertreise des Jugendblasorchesters Plessa: Warten auf den Zug auf dem heimischen Bahnhof.
Ganz am Anfang der ersten großen Konzertreise des Jugendblasorchesters Plessa: Warten auf den Zug auf dem heimischen Bahnhof. FOTO: Jugendblasorchester

Dann fahren wir in das Haus des Schützenvereins, in dem Charles Schneider Präsident ist. Die Blumenauer Hausmusikanten machen zu viert richtig Stimmung. Um 13.30 Uhr scharfer Start für unser erstes Konzert. Wir spielen das Oktoberfestprogramm. Alcides Schneider, der Vater von Charles, übersetzt. Dann nimmt der Wahnsinn seinen Lauf. Die etwa 400 Zuhörer gehen begeistert mit unserer Musik mit. Vor allem dann, wenn wir bekannte deutsche Stimmungslieder, Märsche und Polkas spielen.

7. Oktober. Nach zwei Stunden Fahrt kommen wir in der Stadt Camboriu an der Atlantikküste an. Hochhäuser, Straßenschluchten, ein unendlich langer Strand. Am Rande der Stadt ein Berg. Der Besitzer der Seilbahn spendiert uns die Fahrt.

8. Oktober. Bereits um 6 Uhr geht es nach Espinheiros. Beim Halt an einer Raststätte stolpert Bärbel und fällt unglücklich auf die Nase. Ab ins Krankenhaus. Andrea und Charles fahren mit. Die anderen kommen noch rechtzeitig zur Schiffsrundfahrt. Uns erwarten eine interessante Inselwelt, eine üppige Vegetation, schicke Häuschen und sogar Delfine. Wir sehen uns Sao Francisco do Sul mit der schönen Altstadt an. Eine Journalistin begleitet uns kurz. Inzwischen erfahren wir: Bärbel geht es gut. Sie kommt nach.

(mf)