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Plessa leuchtet mit Kirche im frischen Gewand

Am Turm der Kirche in Plessa ist gestern der Grundanstrich aufgetragen worden. Für die praktische Arbeit der Farbgestaltung an Fassade und Fenster ist die Farb- und Raumgestaltung Erik Barber aus Lauchhammer-West verantwortlich.
Am Turm der Kirche in Plessa ist gestern der Grundanstrich aufgetragen worden. Für die praktische Arbeit der Farbgestaltung an Fassade und Fenster ist die Farb- und Raumgestaltung Erik Barber aus Lauchhammer-West verantwortlich. FOTO: Feller
Plessa. Die Ortsmitte von Plessa wird in wenigen Monaten beziehungsweise Wochen um zwei im alten Glanz erstrahlende Gebäude reicher sein. Manfred Feller

Unter dem Riesendach des unter Denkmalschutz stehenden Kulturhauses, das am 1. Juli vor 57 Jahren feierlich eröffnet worden war, laufen die Arbeiten seit einiger Zeit. Das Dach wird teilweise erneuert und die Fassade bis voraussichtlich Ende Oktober saniert und aufgefrischt.

Nebenan lässt sich bereits jetzt erahnen, wie die evangelische Kirche im Juli aussehen wird. Nachdem bröckelnder Putz und Risse saniert worden sind, stehen jetzt die Maler auf dem Gerüst. Aktuell wird der Turm grundiert und lässt die künftige Farbgebung in Abstimmung mit dem Denkmalschutz und der Kirchengemeinde schon erahnen. So viel darf verraten werden: Dies wird ein Blickfang.

Die Vorarbeit dafür hat die Torgauer Restauratorin Susann Wilhelm bereits vor drei Jahren mit ihrem Gutachten gelegt. Da historische Unterlagen unvollständig sind, haben die sondierenden Untersuchungen neue Erkenntnisse gebracht. So trägt die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaute Kirche zu großen Teilen den Originalputz, der noch sehr gut am Untergrund haftet. Dagegen ist der erste Reparaturputz von schlechter Qualität, der dann folgende wieder besser.

Die Kirche hat, so wurde festgestellt, bislang vier verschiedene Farbfassungen getragen. Anfangs war die Hauptfarbe ein gelbliches Weiß und später ein gelbliches Ocker. Zuletzt war davon fast nichts mehr zu sehen. Die Fassade war zudem stark verschmutzt. Wie sich die Kirche anfangs im Detail farblich gezeigt hat, lässt sich nach der restauratorischen Sondierung nicht genau sagen. Deshalb hat die Restauratorin einen Farbvorschlag erarbeitet, der nun umgesetzt wird.

Wie bei älteren Gebäuden nicht unüblich, treten während der Bauphase Probleme auf, die das Projekt verteuern. Dies ist nach jetzigem Kenntnisstand auch für die Kirche in Plessa zu erwarten, vermutet Frank Werner nach den jüngsten Bauberatungen. Er ist seit dem Frühjahr Vorsitzender des Gemeindekirchenrates.

Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich auf 62 000 Euro. Der Kirchenkreis Bad Liebenwerda schießt 10 000 Euro dazu, der Landkreis 2500 Euro. Der Kirchengemeinde bleibt ein Eigenanteil von stattlichen 50 000 Euro. Davon wiederum stammen gut 13 000 Euro aus Spenden. "Wer uns unterstützen möchte, der kann das gern noch tun", hofft Frank Werner auf weitere Hilfe. Alles in allem kostet ein Quadratmeter Putzsanierung und Anstrich, einschließlich Holzbehandlung und teilweise neue Fenster im Turm, etwa 40 Euro. Jeder Spender soll in der Kirche "dauerhaft namentlich erwähnt" werden.

Zum Thema:
Die Außensanierung der Kirche in Plessa wird wohl teurer als geplant. Deshalb baut die Kirchengemeinde auf weitere Spenden an: Ev. Kirchenkreis Bad Liebenwerda, Sparkasse Elbe-Elster, IBAN: DE21 1805 1000 3300 1030 95; BIC: WELADED1EES; Zahlungsgrund: Spende Sanierung Kirche Plessa