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| 14:32 Uhr

Neuerliche Debatte über die Zukunft
Denk ich an Saxdorfs Pfarrgarten ...

Saxdorfs Pfarrgarten, in dem gerade die Lilien gewaltig große, farbenfrohe Blüten tragen, ist eine Perle. Das wissen viele. Doch wieder einmal wird um seinen Erhalt gerungen. Jetzt scheint ein Lösungsansatz in Sicht. Doch bis der greifen könnte, ist dringend Überbrückungshilfe nötig.
Saxdorfs Pfarrgarten, in dem gerade die Lilien gewaltig große, farbenfrohe Blüten tragen, ist eine Perle. Das wissen viele. Doch wieder einmal wird um seinen Erhalt gerungen. Jetzt scheint ein Lösungsansatz in Sicht. Doch bis der greifen könnte, ist dringend Überbrückungshilfe nötig. FOTO: LR / Frank Claus
Saxdorf. Und wieder steht sie, diese unsägliche Frage, die seit Jahren quält: Wie weiter mit dem Pfarrgarten in Saxdorf? Noch bis Ende dieses Jahres reichen die Mittel, um einen festangestellten Gärtner zu bezahlen. Von Frank Claus

Die Vitaminspritze, die Saxdorfs Pfarrgarten eineinhalb Jahre weiter am Leben erhielt, ist Ende dieses Jahres aufgezehrt. 50 000 Euro hatte der Förderverein Kunst- und Kultursommer Saxdorf bei 80-prozentiger Förderung über ein Leader-Projekt erhalten, um unter anderem den Bestand zu kartieren und die Gartenpflege abzusichern. Den Auftrag für die Realisierung des Projektes hatte die Staudengärtnerei Manig aus Uebigau erhalten.

Klaus-Peter Manig hat für das Projekt Egbert Kritsch aus Plessa in seiner Staudengärtnerei eingestellt. Egbert Kritsch arbeitet ausschließlich im Pfarrgarten. Seine Aufgabe ist es, eine Bestandsliste über alle Pflanzen auf dem 10 000 Quadratmeter großen Areal zu erstellen, sie zu kartieren sowie Pflege und Handlungsanleitungen für einen künftigen Betreiber zu erstellen. Das ist bei der Pflanzenvielfalt von besonderen Kakteen bis zu den Mammutbäumen im wahrsten Sinne des Wortes eine Mammutaufgabe.

Erst recht, nachdem im Frühjahr dieses Jahres der Mann verstorben ist, der den Garten erschaffen hat, zu jeder Pflanze aus einem schier unendlichen Fundus voller Wissen schöpfte. Hanspeter Bethke (82) ist nicht mehr und ganz viele haben sich vorgenommen, sein Erbe, das über Brandenburgs Grenzen hinaus bekannt ist, zu erhalten. Aber auch sein Partner, Pfarrer Karl-Heinz Zahn, steht vor Vollendung seines 80. Lebensjahres.

Mit viel Herzblut kämpft eine Handvoll Frauen und Männer um die Zukunft des Gartens, unterstützt von einer beträchtlichen Zahl von Sympathisanten. Gut 40 davon waren am Sonnabend nach Saxdorf gekommen. Darunter auch Matthias Lohfink vom Verein Wald- und Heideland, dessen Verdienst es ist, dass mit den Leader-Akteuren die Mittel beschafft werden konnten. Eine Projektverlängerung sei so einfach nicht möglich, wohl aber eine Förderung mit veränderter Aufgabenstellung. Doch selbst kühn gerechnet: Vor 2020 stünden diese Mittel nicht zur Verfügung.

Klaus-Peter Manig stellte ein Konzept vor, das vorsieht, den Garten in einer treuhänderische Stiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz weiterzuführen. Doch das geht nicht von Heute auf Morgen, setzt voraus, dass neben der aus dem 13. Jahrhundert und bereits unter Denkmalschutz stehenden Backsteinkirche auch das Pfarrhaus und der Garten zum Denkmal erklärt werden. Dazu müsse sich die Kirche als Eigentümerin der Gebäude und Flächen erklären und die nötigen Anträge einreichen. Superintendent Christof Enders stellte sich am Samstag nicht quer, versprach, nötige klärende Gespräche schnell zu führen. Unklar sei noch, ob die Kirche so ihren Anteil in das nötige Stiftungskapital von 250 000 Euro beisteuere.

Sowohl Andreas Kalesse, ehemaliger, langjähriger Stadtkonservator von Potsdam (leider kurzfristig verhindert), als auch Hans-Jürgen Pluta vom Vorstand der Lenné-Akademie empfahlen dem Förderverein, diesen langfristigen Weg einzuschlagen. Uebigau-Wahrenbrücks Bürgermeister Andreas Claus, die Koordinatorin der Kurstadtregion Susann Kirst aus Bad Liebenwerda und Kämmerin Marion Casper aus Falkenberg sicherten die grundsätzliche Unterstützung der Kommunen zu ohne jedoch verbindliche finanzielle Zusagen machen zu können. Deshalb sei es drängender denn je, jetzt Partner zu finden, die Überbrückungshilfe leisten. Mehrheitlich einig ist man sich geworden, dazu jetzt Marketingmaßnahmen zu besprechen, um Gelder für den Garten einspielen zu können.