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Pfarrerin verlässt Mühlberg und geht nach Massen

Pfarrerin Kerstin Höpner-Miech (M.) aus Mühlberg hat sich bereits bei der Gemeindeleitung in Massen vorgestellt.
Pfarrerin Kerstin Höpner-Miech (M.) aus Mühlberg hat sich bereits bei der Gemeindeleitung in Massen vorgestellt. FOTO: Hubert Grapentin
Mühlberg. Kerstin Höpner-Miech besetzt eine offene Pfarrstelle am anderen Ende des Landkreises. Die Nachfolgesuche wird demnächst beginnen. Manfred Feller

Es wird weinende und es wird lachende Augen geben. Die Mühlberger Pfarrerin Kerstin Höpner-Miech möchte zum 1. Oktober dieses Jahres die offene Pfarrstelle für die Kirchengemeinden Massen und Breitenau besetzen. Sie würde damit die Nachfolge von Marlén Reinke antreten, die vor einem Jahr nach Berlin gegangen ist, wie Superintendent Thomas Köhler vom Evangelischen Kirchenkreis Niederlausitz mitteilt.

In ihrer Wahlheimat lässt die gebürtige Torgauerin Kerstin Höpner-Miech zehn Kirchengemeinden, die meisten mit eigenem Gotteshaus, und ungefähr 1300 Gemeindeglieder zurück. Etwa 17 Jahre war sie dort tätig. Damit an alter und künftiger Stelle neue Impulse gesetzt werden, "ist es grundsätzlich gut, wenn Kolleginnen und Kollegen die Pfarrstelle wechseln", sagt Superintendent Christof Enders vom Kirchenkreis Bad Liebenwerda - auch wenn er die beliebte Pfarrerin gar nicht gern ziehen lässt.

"Es ist eine günstige Zeit zum Wechsel", sagt die Pfarrerin zu ihrem Entschluss. Sie hätte sich auch sonst wo in Deutschland bewerben können. "Ich bleibe bewusst im Landkreis. Diese Gegend ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich lebe sehr gern hier. Elbe-Elster hat eine positive Entwicklung genommen, die so vor Jahren gar nicht absehbar war", versucht sie die Wellen, die ihr beabsichtigter Weggang in den Gemeinden schlägt, ein wenig zu glätten.

Kerstin Höpner-Miech hat viel bewegt in ihrem Verantwortungsbereich. Sie stand Menschen während des mehrmaligen Hochwassers zur Seite, hat den Deichtag mit initiiert, Konzerte organisiert, Kinderprojekte gefördert und vieles andere mehr getan. "Wenn ich zurückgucke, dann gibt es viele Punkte, über die ich mich freue. Die Ökumene ist sehr wichtig", sagt sie. Und natürlich bleibe sie trotz des geplanten Umzuges Teamleiterin Notfallseelsorge/Krisenintervention im Landkreis.

Zuvor gibt es noch einige Modalitäten zwischen Erfurt und Berlin zu klären, denn die Pfarrerin wechselt von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands zur Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz. Und dann muss in Mühlberg mit den Gemeindekirchenräten die Ausschreibung zügig auf den Weg gebracht werden. "Es ist eine schöne Pfarrstelle mit einem speziellen Profil", denkt Superintendent Christof Enders zum Beispiel an das Kloster und hofft gleichzeitig auf mindestens eine Bewerbung. Doch die Aussichten seien nicht rosig. So hatte sich für Bad Liebenwerda niemand beworben. Die dortige Stelle sei lange vakant gewesen. "Es gibt leider sehr wenig Nachwuchs. Das ist eine schwierige Situation", weiß Kerstin Höpner-Miech nur zu gut, dass in Mühlberg Vakanz drohen könnte. Einen Ansprechpartner werden die Gemeinden auf jeden Fall erhalten.

Die Pfarrerin wird ihren Dienst im Raum Mühlberg bis Ende September versehen. Doch bereits am 18. Juni stellt sie sich den Gemeindegliedern in Massen in einem Gottesdienst (15 Uhr) vor.