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| 17:20 Uhr

Aus den Kirchen
Vom Bäcker zum Pfarrer im Ehrenamt

René Herrmann ist nun ordinierter Prädikant (Pfarrer im Ehrenamt) im Kirchenkreis Bad Liebenwerda. Die Ordination in Magdeburg hatte Landesbischöfin Ilse Junkermann vorgenommen.
René Herrmann ist nun ordinierter Prädikant (Pfarrer im Ehrenamt) im Kirchenkreis Bad Liebenwerda. Die Ordination in Magdeburg hatte Landesbischöfin Ilse Junkermann vorgenommen. FOTO: Alexander Schmidt
Magdeburg/Bad Liebenwerda. René Herrmann aus Elsterwerda wurde in Magdeburg zum bislang einzigen Prädikanten in Elbe-Elster ordiniert.

Es ist vollbracht. Sabrina Pieper ist mit zwölf weiteren Frauen und Männern im Magdeburger Dom zur Pfarrerin ordiniert worden. Die offizielle Ernennung und Einsegnung in die Kirche erfolgte während eines Festgottesdienstes durch Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Ihre Pfarrstelle in Mühlberg/Elbe im Kirchenkreis Bad Liebenwerda hat die in Gelsenkirchen geborene Sabrina Pieper bereits angetreten.

Weitere drei Ordinierte werden ihren Dienst in der Landeskirche nunmehr ehrenamtlich ausüben. Zu ihnen gehört René Herrmann für den Kirchenkreis Bad Liebenwerda. Er ist seines Wissens nach der erste ordinierte Prädikant nicht nur im Kirchenkreis, sondern im gesamten Landkreis Elbe-Elster. Obwohl im Ehrenamt, kann er gern Pfarrer genannt werden. Nur ein eigenes Pfarramt darf er nicht führen. Ansonsten könne er als befristet Eingestellter im Kirchenkreis entsprechend seiner Qualifikation an vielen Stellen eingesetzt werden.

Momentan ist dies die Kirchengemeinde Elsterwerda. Dort ist die Pfarrstelle nach dem Weggang von Pfarrer Kersten Spantig zum Jahresende 2017 vakant. Die Neubesetzung erfolgt durch die Landeskirche. „Ich hoffe, dass sich bald ein neuer Pfarrer vorstellen wird“, sagt René Herrmann. Er ist in dieser Region verwurzelt.  Vor 43 Jahren in Elsterwerda geboren, lebt er in Saathain. „Als ich in Dresden Verwaltungsfachangestellter gelernt habe, habe ich festgestellt: Die Großstadt ist nicht meins. Ich bin ein Dorfkind.“

Er ist seiner inneren Berufung gefolgt und nun am Ziel: „Ich bin kein Missionar, der alle bekehren möchte. Aber ist sehe es als meine Aufgabe an, mit meinem Glauben für andere Menschen da zu sein.“

In der Kirchengemeinde Elsterwerda vertritt er Vakanzpfarrer Otto-Fabian Voigtländer, der auch sein Mentor ist. Als Dienstgemeinschaft koordinieren sie, wer Gottesdienste hält, Taufen und Trauungen vornimmt, aber auch Beerdigungen begleitet.

„Ich bin dankbar und froh, nach einem langen Weg angekommen zu sein“, so René Herrmann. Dieser Lebensweg war keineswegs geradlinig. Nach der 10. Klasse in Elsterwerda-Biehla erlernte er den Beruf des Bäckers, musste 2007 aus gesundheitlichen Gründen jedoch in Richtung Verwaltung umsatteln.

In einem evangelischen Elternhaus aufgewachsen, das den Glauben auch praktiziere, sei es nur folgerichtig gewesen, nach dem im Jahr 2013 in Meißen abgeschlossenen Theologiestudium mit Examen nicht nur vielfältig ehrenamtlich für die Kirche tätig zu sein.

Der heute 43-Jährige studierte neben seiner Arbeit. Ohne die Unterstützung seiner Familie, die auf vieles verzichtet habe, und des Kirchenkreises wäre es noch schwerer geworden. Nicht wenige Mitstudierende hätten ihr Ziel verfehlt.

(mf)