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| 16:14 Uhr

Mauerweglauf 2019
Nach 145 Kilometern um Berlin herum waren die Schmerzen zu groß

 Kilometer 100: Ultraläufer Peter Oßendorf während einer Pause  mit seinem Betreuer.
Kilometer 100: Ultraläufer Peter Oßendorf während einer Pause  mit seinem Betreuer. FOTO: privat
Berlin/Merzdorf. Im 30. Jahr des Mauerfalls: Ultraläufer Peter Oßendorf aus Merzdorf im Schradenland hat den Mauerweglauf fast geschafft.

Ultramann Peter Oßendorf aus Merzdorf ist beim Mauerweglauf 30 Jahre nach dem Fall des „eisernen Vorhangs“ die längste Strecke seines Lebens gelaufen: 145 Kilometer. Eine Wahnsinnsleistung! Allerdings hat es der 47-Jährige auf dem Mauerweg wie viele andere nicht ins Ziel, einmal das ehemalige Westberlin zu umrunden, geschafft. Ihm haben nur 15 Kilometer gefehlt. Ein anderer Läufer aus Elbe-Elster soll es aber gepackt haben, hat er gehört. Wer?

Erst mit ein paar Tagen Abstand nach dem Laufereignis am vorigen Sonnabend und Sonntag könne er darüber reden, sagt Peter Oßendorf. So lange war der Kopf nicht frei. Dieser sei es auch gewesen, der nicht mehr wollte. „Und dann geht nichts mehr – selbst, wenn es physisch noch drin wäre“, weiß der erfahrene Langläufer.

Peter Oßendorf gibt zu, einen Fehler gemacht, nicht auf seine Betreuer gehört zu haben. Er verzichtete auf den Strumpf- und Schuhwechsel bei 100 Kilometern. Die Folge: zwei Blasen. Eine Weile lief er noch, dann seien die Schmerzen zu groß gewesen. Medizinisch hätte man es hinbekommen können. Doch der Wille war nicht mehr vorhanden.

Bei 105 Kilometern hatte der Merzdorfer mit zehn Stunden und 30 Minuten noch voll in seinem Zeitplan gelegen. Bis zum selbst gesteckten Ziel von unter 24 Stunden hatte er noch viel Zeit, um die letzten 55 Kilometer zu packen. Das Zeitlimit bei den 100 Meilen von Berlin liegt bei 30 Stunden.

Für seine Leistung wurde er aber zum Mauerweglauf 2020 eingeladen. Dann will er im Zweierteam laufen, um es 2021 nochmals allein zu versuchen. Der Ultramann hat nach Tagen der Ruhe schon wieder sein erstes Training absolviert, allerdings auf dem Rennrad. Denn am 1. September möchte er in Hirschfeld wieder Schradenland-Alleenkönig über die zehn Kilometer werden.

(mf)