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| 02:37 Uhr

Passgenau – dann klappt's mit der Arbeit

Cornel Lehmann ist überzeugt, seine Arbeitlosigkeit hinter sich zu haben – dank seinem Chef René Hoppe (r.) und der Hilfe durch das Jobcenter Elbe-Elster – im Bild dessen Chefin Eike Belle und Jobcoach Cornelia Dietze (v.l).
Cornel Lehmann ist überzeugt, seine Arbeitlosigkeit hinter sich zu haben – dank seinem Chef René Hoppe (r.) und der Hilfe durch das Jobcenter Elbe-Elster – im Bild dessen Chefin Eike Belle und Jobcoach Cornelia Dietze (v.l). FOTO: gb
Elsterwerda/Elbe-Elster. Cornel Lehmann (42) aus Elsterwerda ist heilfroh. Er strahlt über das ganze Gesicht, sitzt neben seinem Chef René Hoppe vom gleichnamigen Hausmeister- und Brandschutzservice in Elsterwerda und ist diesem dankbar für seine neue Chance. Gabi Böttcher

René Hoppe (37) hat seinen neuen Mitarbeiter am 1. Oktober 2016 mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag eingestellt, nachdem er schon zuvor ein Auge auf ihn geworfen hatte. "Ich kannte ihn vom Sehen als Mitarbeiter einer anderen Firma. Ich wusste, dass er Arbeiten ausgeführt hat, die auch bei uns gefragt sind." Nach zwölf Jahren in der Arbeitslosigkeit, zwischendurch mit Mini-Jobs und befristeten Arbeitsverhältnissen in Gang gehalten, fühlt sich Cornel Lehmann jetzt wieder sehr viel wohler in seiner Haut. "Das Gefühl ist ein ganz anderes, irgendwie freier", sagt der sportliche Typ.

René Hoppe bemühte sich um Cornel Lehmann, noch bevor er wusste, dass es ein spezielles, aus Mitteln des europäischen Sozialfonds gespeistes Förderprogramm gibt, das Langzeitarbeitslosen ins Berufsleben zurückhilft. Für neun Monate flossen daraus 75 Prozent der Lohnkosten, weitere sechs Monate 50 Prozent und drei Monate 25 Prozent. Eine weitere Beschäftigungspflicht über sechs Monate schloss sich an. In insgesamt zwei Jahren konnten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gut kennenlernen. Cornel Lehmann gibt frank und frei zu, dass ihm seine Arbeitsvermittlerin Feuer unterm Hintern gemacht habe, diese Chance zu nutzen. Immer wieder Bewerbungen schreiben, im Jobcenter vorsprechen, damit sollte nun Schluss sein. "Es war immer die Frage in meinem Kopf: Wo musst Du als nächstes hin? Das ist jetzt vorbei. Mein Ziel ist, hier bis zur Rente zu arbeiten", sagt der 42-Jährige und rührt damit seinen Chef. Dieser hat den Arbeitsvertrag bereits von 30 auf 35 Wochenstunden erweitert. Er hat sich nicht getäuscht in seinem neuen Mitarbeiter. Der sagt: "Ich mache jede Arbeit gerne. Weil sie einfach gemacht werden muss." Die Palette reicht vom Hausmeisterservice für große Einkaufsmärkte und Wohnungsvermieter der Region bis hin zu Aufträgen von Privatleuten. Parkplätze sauber halten, Glasreinigung, Gartenarbeit, Hausreinigung - die Vielfalt ist es, die Cornel Lehmann gefällt. In der zwei Jahre währenden Integrationszeit stand ihm zudem Cornelia Dietze, Jobcoach beim Jobcenter Elbe-Elster, zur Seite. Das habe sowohl dem Arbeitnehmer, als auch dem Arbeitgeber beim schnellen Klären von Fragen geholfen, beteuern beide Seiten.

Insgesamt 77 zuvor über lange Zeit arbeitslose Menschen konnten wie Cornel Lehmann dank des Förderprogrammes der EU in den zurückliegenden zwei Jahren wieder in eine dauerhafte Beschäftigung integriert werden. Eike Belle, Geschäftsführerin des Jobcenters Elbe-Elster: "80 Mitarbeiter sind unser Ziel, die drei schaffen wir auch noch." Und wie es sich anbahne, würde das Gros der Arbeitgeber einer Weiterbeschäftigung ihrer neuen Mitarbeiter über das Ende des Programmes hinaus zustimmen. Das Besondere daran sei gewesen, dass Arbeitnehmer auf Grundlage des Prinzips der Freiwilligkeit einen geförderten Arbeitsplatz bei Arbeitgebern erhalten haben, die sich bewusst ihrer sozialen Verantwortung stellen und unvoreingenommen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in ihrem Unternehmen einrichteten. Die Betreuung durch einen Jobcoach des Jobcenters habe sich ebenfalls als Vorteil erwiesen.

"Allein die Tatsache einer Lohnkostenförderung ist kein Selbstläufer für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt", resümiert Eike Belle den Vorteil des Förderprogrammes. Nach dessen Ende solle es mithilfe der Jobcoaches gelingen, die Beschäftigungsverhältnisse aufrecht zu halten. Bis zum Jahr 2020 sind diese Coaches noch aktiv, danach seien deren Aufgaben von den Arbeitsvermittlern zu übernehmen. "Bedenken von Arbeitgebern zur Zusammenarbeit mit Langzeitarbeitslosen resultieren oftmals aus negativen Erfahrungen", sagt Eike Belle. Andererseits verliere mancher Arbeitnehmer nach langem erfolglosem Bemühen um einen Arbeitsplatz den Glauben an sich und die Hoffnung auf Beschäftigung.

Dass eine mit hoher Sensibilität und individueller Begleitung arrangierte Zusammenarbeit sehr wohl von längerfristigem Erfolg gekrönt sei0, darauf lassen Beispiel wie die von René Hoppe und Cornel Lehmann hoffen.