Obwohl der Spätherbst sich von seiner rauhen Seite zeigt, wirkt Saathain auf den ersten Blick attraktiv. Gut und Fachwerkkirche prägen den Charakter des kleinen Ortes. Am Haus der Feuerwehr treffen sich Ortsbürgermeister Dietmar Gebel und Heiderose Hubrig. Begleitet von Vertretern aus Gemeinde und Verwaltung, starten sie den Rundgang, der sich eher zur Rundfahrt entwickelt. Den frostigen Temperaturen ist es geschuldet, dass man im Auto von Station zu Station fährt. Der Treffpunkt ist auch gleich die erste Station: Feuerwehrgerätehaus . Hier ergreift Wehrleiter Klaus-Peter Schulze das Wort: "Das Haus wurde in den 50er-Jahren erbaut. Es gibt kein Wasser und keine Toiletten, innen ist es kalt und unsere Schutzkleidung stockt schon." Nachdem ein erster Bauabschnitt realisiert worden sei – ein Tor wurde durch Fenster und Tür ersetzt, – müsse man jetzt auf das nächste Jahr hoffen, meint Ortsbürgermeister Dietmar Gebel. Hoffen alleine scheint dem Wehrführer nicht zu reichen. Seit Jahren werde eine Erweiterung des Feuerwehrgebäudes diskutiert. "Auch das Löschfahrzeug kriegen wir kaum raus und rein, immer müssen wir die Spiegel einklappen, bevor wir fahren, sonst reißen wir das Haus kaputt", sagt Klaus-Peter Schulze. "Versprechen kann ich nichts", erklärt Heiderose Hubrig später zum Problem Feuerwehrhaus. Natürlich wird der Punkt auf die Liste für die Planungen gesetzt, letztlich müssten aber die Gemeindevertreter entscheiden, was kurz- und was längerfristig angepackt wird. "Die Forderungen von Herrn Schulze sind aber in jedem Fall berechtigt", so die Bürgermeisterin. Zweites Problem an der ersten Station: die Glascontainer. Während Dietmar Gebel für den Verbleib des Standortes plädiert, besteht Wilfried Höntzsch, der Chef des Bauhofes, darauf, die Sammelstelle an die Ecke Friedensstraße zu versetzen. "Die Container müssen weg, weil der Baum an der Stelle weiter wächst", begründet er. Station zwei: Sportgelände. Zuerst schließt Detlef Scheibe, Ortsbeirat und Vorsitzender des SG Röder 20 Saathain die Tür zum Kegelheim auf. Hier wurde vor einigen Jahren ein Vorbau mit neuem Dach gebaut. Dieser schließt an die Kegelbahn an, deren Dach allerdings noch nicht erneuert wurde. An der Wand zur Kegelbahnseite ziehen sich 30 bis 50 Zentimeter lange bräunliche Schlieren entlang. Ein Zeichen für Feuchtigkeit, die ins Mauerwerk eingedrungen ist. "Ich weiß nicht, ob am Anschluss des Daches ein Fehler gemacht wurde", meint Detlef Scheibe. Und noch ein zweites Problem wartet im Aufenthaltsraum der Kegler: An der Fensterscheibe läuft innen Kondenswasser herunter. "Wenn wir wenigstens ein neues Fenster bekämen, wären wir schon zufrieden", sagt der Vereinsvorsitzende. Der Wunsch wird notiert – und später entschieden. Weiter geht es über nasses Laub zum Sportlerheim. "Hier bin ich überhaupt noch nie gewesen", sagt die Bürgermeisterin, als sie die Treppe in den zweiten Stock erklimmt. In steilem Winkel steigt diese an. "Eigentlich sollte hier eine Wohnung eingerichtet werden", erklärt Detlef Scheibe. Doch der Plan wurde nicht realisiert. Stattdessen habe der Verein in Eigenregie den Ausbau begonnen. Heizung und Wände sind neu, ein Fußbodenbelag dagegen fehlt noch. Zunächst tritt Ortsbürgermeister Gebler auf den Balkon. "Hier oben müssen Paneele ersetzt werden", sagt er und zeigt auf die dunkelbraun gestrichene Außenverkleidung. Eine Hebebühne sei für den Arbeitseinsatz hilfreich. Dann kommt er zum eigentlichen Knackpunkt: "Die Treppe entspricht nicht den Vorschriften, sie neu zu installieren übersteigt aber unsere Finanzen", so Dietmar Gebel. Als Aufenthaltsraum für die Sportler solle die obere Etage genutzt werden. Dafür aber müsse der Aufgang sicher sein. Eine erste Kostenschätzung in Höhe von 600 Euro nimmt Klaus Rokitte, der Vorsitzende des Bauausschusses, zurück, als er die Treppe wieder herunter geht. "Das ist nicht so einfach, man muss die Treppe vorziehen und dann gibt es Probleme mit der Kopfhöhe." Und schon summiert sich die zweite Kostenschätzung auf 5000 Euro. Denn die Konstruktion müsste auf der Hälfte zur Seite abknicken. "Das kann man nur in einen Fünf-Jahre-Plan aufnehmen, von heute auf morgen wird das nicht gemacht", sagt Heiderose Hubrig, als sie wieder vor dem Haus steht. Gut Saathain heißt Station Nummer drei. Hier sind die Fenster an der Stirnseite des Garagenkomplexes Ziel der Rundgangsgruppe. Jeweils zwei gibt es im Erdgeschoss und im ersten Stock. Oben rechts wurde der Rahmen mit Brettern vernagelt. "Die Fenster unten bräuchte man nur anstreichen, oben aber sind die Rahmen verfault", sagt Dietmar Gebel. Auch im Erdgeschoss kleben lediglich Reste von Braun auf dem Holz. Noch vor der Wende seien die Fenster eingebaut worden. Den zweiten Hinweis auf dem Gut gibt Wilfried Höntzsch. Zügig führt er Gemeinde- und Verwaltungsvertreter zu einem mächtigen Eisentor – Eingang zum Rosengarten. Eingefasst ist es in zwei vier Meter hohe Pfeiler. Der Putz bröckelt herunter, langsam scheinen sich die Mauern aufzulösen. "Ich habe einen Antrag beim Denkmalschutz gestellt, doch die haben nicht das Geld dafür", erklärt der Leiter des Bauhofes. Ebenso marode sei das Eisentor. An einigen Stellen haben sich die Eisenbeschläge bereits gelöst. Darunter lugt bräunlich-schwarz der Rost hervor. Weil das Tor also nicht restauriert werden kann, will Wilfried Höntzsch es zumindest sichern. Das Tor soll in die Werkstatt gebracht werden. "Die Pfeiler müssen wir säubern und dann die Oberfläche versiegeln, damit kein Wasser mehr eindringt", sagt er . Service Ortsrundgänge 29. November, 14 Uhr: Haida , der Treffpunkt ist am Bürgerhaus.
6. Dezember, 14 Uhr: Wainsdorf , der Treffpunkt ist am Mehrzweckgebäude.
13. Dezember, 14 Uhr: Prösen , der Treffpunkt ist am Rathaus.