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Paddeln und Schlauchbootfahren auf Kleiner und Schwarzer Elster werden immer beliebter

Neumühl. „Wir hätten nicht gedacht, dass das so schön ist“ – so oder so ähnlich äußerten sich die Teilnehmer der ersten Sommertour in diesem Jahr über die Schlauchbootfahrt auf der Schwarzen Elster. Von Frank Claus

Sowohl an “Bord„ als auch gut zwei Stunden später im idyllisch gelegenen “Elsterstübchen„ bei Neumühl wurden Details der Fahrt und vor allem Fragen hinsichtlich des Anmeldeprozederes besprochen. Die RUNDSCHAU wird einiges dazu nachfolgend erläutern.

Doch zunächst soll die Frage - ist Schlauchbootfahren etwas für jedes Alter - eine Antwort finden. “Und ob!„ So reagierten sowohl die jungen als auch die älteren Elster-“Kapitäne„. Während die Jüngsten zunächst ihre helle Freude hatten, bei der Fahrt die Füße vom Wasser umspülen zu lassen und “Spinat„ zu kochen - aus kleinen Algenpflanzen wurde im umfunktionierten Trinkbecher das “Gemüse„ zubereitet, war die Freude riesengroß, als auch noch auf eigene Verantwortung gebadet werden konnte. Natürlich unter Aufsicht der Eltern und Großeltern.

Zwischen Wahrenbrück und Neumühl ist die Elster immerhin noch etwa 1,80 Meter tief. Zwischen Neumühl und München begegnen den Wasserwanderern dann sogar einige Sandbänke. Übereinstimmender Tenor: Nichts erinnert mehr an den einst stinkenden und schäumenden Heimatfluss. Nicht selten konnte bis auf den Grund geschaut werden.

Und wie sehen es die Älteren?

Der Einstieg in die Schlauchboote verläuft dank Hilfe der Steuerfrauen und -männer reibungslos. Und da mitten auf den Booten Biertischgarnituren stehen und Sonnenschirme Schatten spenden, ist die Tour sehr erholsam. Auf den luftgefüllten Booten sitzt es sich bequem und die leichte Brise, die fast immer über das Wasser streift, ist angenehm. Köstlich sei der selbst gebackene Kuchen und wunderbar, dass eine breite Getränkeauswahl “zu fairen Preisen„, wie es hieß, an “Bord„ geboten wird. Elvira Gahse, die die Station in Neumühl betreibt: “Wir wollen alles mit regionalen Partnern machen. Der Sparkasse sind wir dankbar für die Sonnenschirme und alkoholfreie Getränke beziehen wir natürlich von der Bauer Fruchtsaft GmbH und von Mineralquellen.„ Auf regionale Kooperation setze man auch bei der Zusammenstellung von Touren. Nicht selten würden die Gäste per Busunternehmen, Kremser oder mit dem Bali-Express von Wilfried Zander aus Bad Liebenwerda gebracht.

Und wer selbst anreisen will? Elvira Gahse hat drei Lieblingsstrecken ausgemacht.

Tour 1: Die Gäste treffen sich an der Brücke Wahrenbrück. Dort werden die Autos abgestellt. Fahrräder werden verladen und bis zum Zielort Neumühl geschafft. Die etwa zweistündige Tour ist der Renner für Familienfeiern und Firmenausflüge. Nach der lustigen “Seefahrt„ wird meistens im “Elsterstübchen„ noch einer drauf gemacht oder stehen dort Kaffeetafel oder Grill bereit.

Tour 2: Gäste, die gern selbst paddeln, lassen sich die Boote entweder nach Schadewitz oder an die Brücke bei Thalberg bringen. Auf der Kleinen Elster geht es dann in Richtung Schwarze Elster, meist mit Stopps an der Badstube und am Parkschlösschen Maasdorf sowie am Rastplatz Winkel, wo der Picknickkorb ausgepackt wird. Mitten durch den Kleinen Spreewald erreicht man hinter Wahrenbrück die Schwarze Elster und steuert seinem Ziel, “Elsterstübchen„, entgegen. Fahrräder werden wiederum zum Zielort mitgenommen, bei Pkw-Anreise werden die Modalitäten zur “Überführung„ der Fahrzeuge meist vorab geklärt.

Tour 3: Fahrt von Neumühl nach München zur AbSteige. In wunderschöner Fahrt geht es in gut zwei Stunden nach München, wo ebenfalls eingekehrt werden kann. Die Fahrräder werden ebenfalls zum Zielort mitgeführt, aber wie bei den anderen Touren auch, kann eine Abholung per Transporter vereinbart werden.

Elvira Gahse: “Diese Touren haben sich mit einem Blick auf die Anmeldungen als die meist gebuchten herausgestellt. Aber in Kooperation mit dem Bieligkhof in Bad Liebenwerda, dem Parkschlösschen in Maasdorf und der AbSteige in München ist mehr möglich. “Wir erfüllen fast jeden Wunsch und alle Anbieter der Gewässertourismus-Touren arbeiten dabei eng zusammen.„

Sicher scheint: Der Tourismus auf dem Wasser hat viel Potenzial, aber um allein von diesem Projekt leben zu können, wie Fährleute im Spreewald, reicht der Besucherstrom noch nicht. Deshalb sei die Anbindung an gastronomische Einrichtungen sehr sinnvoll. Die Sommertourler antworteten auf die Frage, ob sie die Schlauchbootfahrt weiterempfehlen würden, jedenfalls mit einem glasklaren “Ja„. Einige von ihnen erwägen gar, die nächste Geburtstagsfeier einmal so zu gestalten. “Das ist allemal besser als in der Stube zu hocken oder immer nur im eigenen Garten zu bleiben„, hieß es.