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| 14:34 Uhr

Ostern in Elbe-Elster
Osterbräuche in Finsterwalde und Plessa

Ostern im Tierpark Finsterwalde: Andrea Landmann überrascht als Osterhäsin die Kinder. Erneut waren 1000 Euer versteckt.
Ostern im Tierpark Finsterwalde: Andrea Landmann überrascht als Osterhäsin die Kinder. Erneut waren 1000 Euer versteckt. FOTO: Torsten Pötzsch / LR
Finsterwalde. Von der Ostereiersuche im Tierpark der Sängerstadt und vom Ausritt in den „Märchenwald“ bei Plessa. Von Torsten Pötzsch und Veit Rösler

Für viele Finsterwalder Familien und ihre Gäste gibt es Ostersonntag einen feststehenden Termin. Egal, wie das Wetter ist, es geht raus in die Bürgerheide, genauer gesagt in den Tierpark zum  großen Ostereiersuchen. 1000 bunte Eier gilt es zu finden. Der „Chefhase“ war in diesem Jahr eine „Häsin“. Gleich zu Beginn begrüßte Andrea Landmann, eine der umtriebigen Frauen im Förderverein, die kleinsten Besucher mit einem „Starterei“, welches sich die Kinder selbst aus dem vollen Korb aussuchen durften. Ein kleines Schwätzchen mit dem Osterhasen und dann konnte die Suche beginnen. Dazu gab es noch sachdienliche Hinweise für die Kinder. „Alle Eier liegen entlang des Besucherweges, keines weiter als zwei Meter vom Wegesrand.“

Andrea Landmann und ihr Team hatten alle Hände voll zu tun. Bereits zwei Stunden nach Öffnung des Tierparks zählte der Veranstalter 400 zahlende Gäste, das heißt Besucher über vier Jahre. Entsprechend zufrieden zeigte sich Tierparkchef Torsten Heitmann. „Damit liegen wir im Trend der vergangenen Jahre und angesichts des kalten und windigen Wetters freuen wir uns natürlich sehr, dass so viele Finsterwalder und Gäste den Weg zu uns finden.“ Doch so ganz ging sein Plan nicht auf, trotz mehrmonatiger Vorbereitung. „Die Ziegen sind bei uns alle tragend, doch mit den kleinen Osterzicklein hat es leider nicht geklappt.“ Und noch weiterer Nachwuchs kündigt sich schon an, doch bei dem Wetter, bei der Kälte, blieb er lieber im Beutel. Aus dem Zoo Neuwied kamen drei Bennett-Känguru-Weibchen und alle haben was im Beutel. „Zwei steckten schon mal die Nase raus, doch es wird wohl noch gut vier Wochen dauern.“ Geduld ist also gefragt. Ohne helfende Hände ist so eine „Eiersuche“ kaum vorstellbar. „Über den Tag verteilt haben wir hier heute 12 Leute aus dem Förderverein am Start“, erklärte Andrea Landmann. „Besonders bei der Kälte ist so eine Ablösung sehr willkommen.“

Doch nicht nur in Person unterstützten Vereinsmitglieder die Suche. Da kamen auch schon andere Sachen zum Einsatz, wie die „kreative Spendenbox“, eine Idee von Winfried Ohme, der den „Spendenflipper“ selbst in seiner Werkstatt gebaut hat und der nach zwei Stunden Einsatz schon 70 Euro „eingespielt“ hatte. „Die Suche hier ist mal was anderes, und die Kinder haben sehr viel Spaß“, erklärte Familie Wittig. Die Familie kommt aus Berlin, verbrachte Ostern in der Sängerstadt Die Wittigs waren bereits das zweite Mal zu Ostern im Tierpark, sehr zu Freude der Söhne Thomas (5) und Tobias (3). 

Der sogenannte „Märchenwald“ zwischen Plessa, Lauchhammer, Gorden und Staupitz ist eine beeindruckende, von Menschenhand geschaffene Naturerscheinung. Wie in einem russischen Märchen wachsen hier weite Flächen aus weißstämmigen Birken. Am Osterwochenende war das romantische Birkenwaldstück das Ziel eines vierstündigen Osterrittes des Ländlichen Reit- und Fahrvereins Plessa.

Im „Märchenwald“ wurde von den Pferden und vom Kremser abgesessen, um hier in der beeindruckenden Kulisse auf Ostereiersuche zu gehen. Der Vereinsvorsitzende der Plessaer Reiterschaft Günter Kamenz (82) erklärt: „Der Birkenwald wurde um 1960 als Windschutzstreifen auf der ehemaligen Ostkippe des Tagebaus Plessa gegen den im Frühjahr immer wieder mal auftretenden eisigen Ostwind angelegt. Damit sollten die Birken die zarten Kirschblüten einer im Westen angrenzenden Versuchsanlage mit Kirschbäumen schützen“, so Kamenz. Zudem sollte in der Rekultivierungsmaßnahme getestet werden, wie sich die Birken in der Versuchsanlage auf einer Abraumkippe entfalten und wie die Wurzeln das Gelände stabilisieren.

Tatsächlich ist es im Osten der Anlage zu einem Erdrutsch gekommen. Über 80 Hektar Birkenwald werden hier von romantischen Waldseen eingefasst. Das Wäldchen ist daher immer wieder das Ziel von Wanderern, Radlern und Kremserfahrern. Und das nicht nur zu Ostern.

Der „Märchenwald“ zwischen Plessa, Lauchhammer, Gorden und Staupitz ist ein reizvolles Ausflugsziel, auch für Plessas Reiterschaft.
Der „Märchenwald“ zwischen Plessa, Lauchhammer, Gorden und Staupitz ist ein reizvolles Ausflugsziel, auch für Plessas Reiterschaft. FOTO: Veit Rösler