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| 18:01 Uhr

Orkanfolgen
Orkan reißt großes Dach der Elstermode herunter

Das Dach des Gebäudes, in dem die Elstermode Elsterwerda produziert, hat der Orkan am Donnerstagnachmittag zu großen Teilen abgehoben und weggeweht. Eingeschränkt kann in dem Betrieb weitergearbeitet werden.
Das Dach des Gebäudes, in dem die Elstermode Elsterwerda produziert, hat der Orkan am Donnerstagnachmittag zu großen Teilen abgehoben und weggeweht. Eingeschränkt kann in dem Betrieb weitergearbeitet werden. FOTO: Jens Berger
Elsterwerda. Enormen Schaden hat „Friederike“ am Donnerstag in Elsterwerda angerichtet. Die Sicherung begann schon am nächsten Morgen.

Besonders hart getroffen hat der Orkan am Donnerstagnachmittag den Produktionsbetrieb Elstermode in Elsterwerda. „Wir hatten zweite Schicht. Es muss gegen 16.45 Uhr gewesen sein. Zuerst kam eine Gartenlaube angeflogen. Dann habe ich gemerkt, wie der Wind schon in das Dach greift. Es passierte eine Weile nichts und dann war das Dach mit einem Hieb runter. Wir haben die volle Breitseite abbekommen“, schildert Ellen Guse die unwirklich erscheinende Situation. Die Geschäftsführerin leitet mit ihrem Vater Wolfgang Wersich den Traditionsbetrieb.

Als sich der Sturm etwas beruhigt hat, wird das ganze Ausmaß des Gebäudeschadens sichtbar. Auf 80 Metern Länge und 20 Metern Breite wird die erst nach der Wende erneuerte Eindeckung zu großen Teilen mit der Lattung heruntergerissen und auf den Hof geschleudert. Dort liegt ein zusammengefalteter Berg aus Blech und Dämmung. Abgestellte Fahrzeuge bleiben wie durch ein Wunder unbeschädigt.

Ellen Guse schätzt den Dachschaden auf etwa 150 000 Euro. Ein Gutachter wird sich die Sturmfolgen ansehen und Genaueres sagen können.

Auch wenn der Schock tief saß, hat sich die resolute Chefin noch am Donnerstagabend an die Schadensbeseitigung gemacht. Ein Anruf bei Dachdeckermeister Michael Lehmann in Elsterwerda habe genügt. „Mitsamt dem Material komme er am Freitag sofort nach Sonnenaufgang, sagte er mir“, so Ellen Guse anerkennend. Mit fünf Mann legte der Meisterbetrieb auch tatsächlich am nächsten Morgen los. „Jetzt sind die Bretter knapp“, ruft Michael Lehmann vom Dach herunter. Stapelweise verbauen sie das Material für das Provisorium. Die abschließende Folie wird dafür sorgen, dass es nicht in die Produktionsräume hineinregnet.

Dort hat Ellen Guse für alle Eventualitäten vorgesorgt. Noch am Abend war sie in den Baumarkt gefahren und hat so viele Abdeckplanen für die Nähmaschinen gekauft, wie sie bekommen konnte. „Jene Kolleginnen, die zu Hause waren, haben angerufen, ob sie helfen können. Das ist ganz toll“, lobt die Geschäftsführerin den Einsatz ihrer 20-köpfigen Mannschaft.

Die Dachdeckerei Lehmann aus Elsterwerda hatte am zeitigen Freitagmorgen damit begonnen, das zerstörte Dach der Elstermode zunächst mit Brettern und dann mit Folie provisorisch abzudichten.
Die Dachdeckerei Lehmann aus Elsterwerda hatte am zeitigen Freitagmorgen damit begonnen, das zerstörte Dach der Elstermode zunächst mit Brettern und dann mit Folie provisorisch abzudichten. FOTO: Manfred Feller / LR