(vrs) „20 Sekunden, 10 Sekunden, 5 Sekunden, Start!“, nach dem Startschuss durch Bürgermeister Thomas Richter mussten die Fahrer zunächst von der Startlinie zu den Motorrädern rennen, aufspringen, starten und los. Nach nur wenigen Sekunden war die Rennstrecke in dichte Staubwolken und extremen Lärm gehüllt. Zum Auftakt sind bereits 87 Fahrer beim Simson-Rennen in der Pit-Bike Klasse an den Start gegangen, um eine Stunde lang Rennstrecke und Hindernisse zu bewältigen.

Nach dem in zwei Phasen absolvierten Hauptstart waren dann beim Enduro-Rennen 152 Fahrer gleichzeitig auf der Rennstrecke gemeldet, mit Geländemaschinen zwischen 125-Kubikzentimeter-Zweitakter- und 500-Kubikzentimeter-Viertakter-Motoren. Die etwa 4500 Meter lange Rennstrecke war zuvor von den 20 Mitgliedern des ausführenden MSC Maasdorf penibel mit Eisenbahnschwellen, Baumstämmen, Betonpfosten, umgebauten Autoanhängern und Kabeltrommeln mit Hindernissen ausgestattet worden.

Spezialität alle Jahre wieder: Das Schlammloch! Dazwischen mehrere lange Geraden für die Geschwindigkeit und natürlich dürfen auch die Sprünge in der Hügellandschaft nicht fehlen. Die Fahrer durften vor den Hindernissen zwischen zwei Streckenvarianten wählen. Entweder galt es, eine schnelle aber schwere Strecke mit Hindernissen oder eine langsame dafür aber leichte Variante mit längerem Streckenverlauf zu bewältigen.

Mehrere Tausend Zuschauer aus Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt verfolgten das Spektakel. Nachdem es im vergangenen Jahr während des Rennens zwei Unfälle auf der nahen Bundesstraße gegeben hatte, wurde die Höchstgeschwindigkeit in diesem Jahr erstmals im parallelen Streckenverlauf auf 30 km/h herabgesetzt. Die Rennstrecke war zwar zuvor gewässert worden, die wochenlange Trockenheit forderte aber ihren Tribut. Sowohl Zuschauer, Fahrer, Fahrerlager und sämtliche an der Strecke geparkten Fahrzeuge waren nach dem Rennen in eine einheitliche graue Staubmasse gehüllt.

Nach der Übernahme der Organisation und Durchführung der Veranstaltungen im Jahr 1996 durch den MSC Maasdorf wurden zunächst im Frühjahr und Herbst Veranstaltungen organisiert. Wegen den Auflagen und dem enormen organisatorischen Aufwand fiel die Entscheidung jedoch zu Gunsten von nur einem Event am Ostersamstag. Ein mittlerweile bewährtes Konzept. Weil die hügelige Ur-Rennstrecke bald aus allen Nähten platzte, fand die Erweiterung auf die angrenzenden Feldflächen statt. Schließlich gehören Landwirte zum Verein. „Diese Veranstaltung ist nur möglich, weil alle Mitglieder des Vereins bei diesem Event an einem Strang ziehen und in jedem Jahr viele freiwillige Helfer einfach mit zufassen“, sagte der Vereinsvorsitzende Ingo Schäfer. Am Dienstag muss das Feld wieder „besenrein“ sein, weil unmittelbar nach dem Osterfest die Bestellung der Felder beginnt.