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| 02:44 Uhr

Oberschule Bad Liebenwerda: Es flutscht

FOTO: mcl1
Bad Liebenwerda. Die harten Männer vom Bau haben ein weiches Herz. Schlagermusik hallt im dreistöckigen Flügel in saftiger Pegelstärke durch den Rohbau der neuen Oberschule in Bad Liebenwerda. Mona Claus / mcl1

Das ist der Bereich der allgemeinen Unterrichtsräume. Mitunter wirken sie im Rohbau auf den ersten Blick sogar etwas klein. Wären da nicht die lang gezogenen Fenster. Sie lassen erahnen, wenn die Maler hier mal durch sind, moderne Lichttechnik installiert und Fußböden verlegt sind, dürften sie die modernsten sein, die der Landkreis dann zu bieten hat.

Noch dienen einige als Materiallager. Vereinzelt sind schon Kabelstränge verlegt. Aussparungen in den Wänden deuten auf die Plätze, wo Regeltechnik für Heizungs-, Lüftungs- und Elektrosysteme "verschwinden" soll.

Auf dem Weg zum zweigeschossigen Seitenriegel des neuen, 7,2 Millionen Euro teuren Schulbaus für 180 Schüler ändert sich auch die Musikrichtung. Härtere Töne werden angeschlagen. Der Lautstärkepegel der Musik wird nur vom Stemmen des Bohrhammers übertroffen. Hier haben die jungen Leute der Elektrofirma Lehmann aus Stechau das Sagen. Auf die Frage, wer auf der Baustelle die Musikrichtung vorgibt, antwortet einer der Monteure: "Wer die Musik am lautesten macht." Und da kommt die zweite Eigenschaft der Bauleute zum Vorschein: Sie sind schüchtern. Ihren Namen nennen und für ein Foto herhalten? Bloß nicht. Insider freilich wissen, dass die weniger mit Schüchternheit zu tun hat. Unter Bauleuten gibt es mitunter ein ungeschriebenes Gesetz: Wer in der Zeitung steht, muss die nächste "Bocke" beim Frühstück oder ein Bier ausgeben.

Auskunft gegen die "Jungs" dennoch gern. "Es läuft gut hier", sagt einer und zeigt auf die Pläne. "Wir können uns über Arbeit nicht beklagen." Ein anderer ist so freundlich und führt gleich mal durch die Bereiche, in denen die Arbeiten schon am weitesten gediehen sind. Dort sind alle Medien in den Wänden, die Türzargen schon eingebaut und die Wände verputzt. Im Frühjahr 2018 soll die Schule bezugsfertig sein.

Möglich geworden ist das, weil dieser Bereich beheizt wurde. Die je nach Arbeitsanfall seit etwa 14 Tagen auf der Baustelle werkelnden zwei bis fünf Klempner der Firma Lösch und Felkel GmbH & Co.KG aus Elsterwerda, sie sind für den Einbau der Heizung im Schulgebäude zuständig, sorgen mit den Elektrikern für den nötigen Vorlauf für die folgenden Gewerke. In der nächsten Woche sollen die Putzertrupps anrücken.

Im Seitenflügel fallen die weitaus größeren Räume auf. Das werden die Kabinette für den Fachunterricht. Beim Blick in den Eingangsbereich samt Foyer gibt es einen Aha-Effekt. Dort ist der Boden abgesenkt. Über einige Stufen führt der Weg in die künftige Aula. Die Absenkung ist nötig, um die Raumhöhe der Aula zu vergrößern. Schließlich soll die Akustik darin bestechen. Und die Elektriker wissen es genau: Gegenüber entsteht die Cafeteria und im Erdgeschoss wird auch die Schulbibliothek integriert sein.

Eins fällt auf: Der Winter hat einige Pfützen und feuchte Decken hinterlassen. Die Bauleute winken ab: "Bei diesem Baustand nicht unnormal." Das Dach ist noch nicht komplett fertig. Stimmt. Auf dem Dach stehen Pfützen. Stapel mit Dämmmaterial stehen bereit. Und auch die großen Glashauben, die über die künftigen Lichtschächte montiert werden. Judith Poller vom Architekturbüro Fi.plan erklärt. "Der Witterungsverlauf kommt uns da gerade nicht entgegen. Erst Schnee, dann Regen. Um die Schweißbahnen verlegen zu können, muss alles trocken sein." Jede günstige Stunde wird genutzt, um mit Brennern die Flächen abzutrocknen, Dämmung zu verlegen und das Dach endgültig dichtzumachen.