Finanziell durch die Sparkasse und das Projekt „Verzahnung und Chancengleichheit“ der Wirtschaftsförderung unterstützt, wird jungen Frauen von zwölf bis 17 Jahren die Möglichkeit geboten, mit Erwachsenen Probleme und Themen zu erörtern, die ihnen sehnlichst am Herzen liegen. So auch am Dienstag, als die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises als Schirmherrin der 6. Mädchenkonferenz die Teilnehmerinnen in der Privatschule Prösen begrüßte.

Vielfältige Lebensentwürfe
„Erwachsen werden ist spannend, aber auch mühsam.“ Monika Löppen sah den 50 anwesenden Mädchen mit ihren Worten sicher in die Seele. Denn gerade von Mädchen und Frauen verlangt die Gesellschaft bei vielen alltäglichen Dingen mehr Leistung ab, als es bei Jungen der Fall ist. Doch die Weichen der Zeiten, so Löppen weiter, sind für Mädchen durchaus freundlicher geworden. Vor allem deren Lebensentwürfe sind heute vielfältiger als noch vor wenigen Jahren. Deutlich zeigt sich das in der Tatsache, dass viele Männerberufe inzwischen ganz selbstverständlich von Frauen besetzt werden. Um sich diesen Bedingungen selbstbewusst stellen zu können, gelte es, die Mädchen aufrechten Ganges in das spätere Leben zu entsenden. Eine wesentliche Vorraussetzung hierfür sei, ihnen ihre Stärken bewusster zu machen und Schwächen aufzudecken.
Aus insgesamt fünf Workshops konnten die Teilnehmerinnen deshalb am Dienstag ein Thema wählen, über das sie diskutieren wollten. Bei „Im Strudel der Gefühle“ beispielsweise lernten die Jugendlichen von Kerstin Schubert, Therapeutin an der Psychotherapeutischen Klinik Bad Liebenwerda, das eigene Gefühlsleben besser zu differenzieren. „Keep cool“ wiederum bot den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, kreative Reaktionen auf Anmache und praktische Übungen aus dem Coolness training zu erlernen. Mit Rollenspielen, in denen die Mädchen sich selbst bis zum Äußersten mit provokanten Sprüchen reizten, galt es, die innere Beherrschung im Zaume zu halten und angemessen auf unterschiedliche Gegebenheiten zu reagieren. Gleichsam lernten die Mädchen die Körpersprache anderer zu deuten und Missverständnisse auszuschließen.

Hilfe zur Selbsthilfe
Auch wenn an der Veranstaltung weniger Mädchen teilnahmen als noch in den Jahren zuvor, werteten die Organisatoren das Treffen als Erfolg. Als Ursache für das Wegbleiben der Jugendlichen sieht Katja Manig vom EE-Jugendamt die veränderte Thematik. Statt wie bisher üblich praktische Übungen anzubieten, stand dieses Mal eher die theoretische Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. „Die Mädchen könnten sich als Ergebnis der Konferenz selbst mit den Themen auseinandersetzen und weiterführende Workshops aufsuchen“ , so Manig. Der Umgang mit Stresssituationen wurde daher ebenso angeboten wie Gespräche über Sexualität oder das Deuten von Träumen.
Eine Fortsetzung der Gespräche außerhalb der Konferenz regte unterdessen Heiderose Hubrig, die Bürgermeisterin der Gemeinde Röderland, an. Ihrer Auffassung nach sei aber auch die Mädchenkonferenz von einer hohen Qualität geprägt und müsse daher in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. (red/kai)