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| 01:00 Uhr

Nun ist es amtlich: Autoverbot auf FR 5

Bad Liebenwerda.. Was viele in der Kurstadt, vor allem in den Ortsteilen Theisa und Dobra, geahnt haben, ist nun amtlich: Der rund dreieinhalb Kilometer lange Fernradwanderweg FR 5 zwischen Theisa und Dobra wird für den Autoverkehr voll gesperrt. Frank Hilbert

Das besagt eine so genannte verkehrsrechtliche Anordnung des Straßenverkehrsamtes des Landkreises, die nun im Rathaus von Bad Liebenwerda eingetroffen ist.
Eine entsprechende Beschilderung soll so schnell wie möglich dafür sorgen, dass hier künftig nur noch Radfahrer sowie land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge diesen Radweg benutzen dürfen. Bislang waren hier bis zu 30 Fahrzeuge pro Stunde gemeinsam mit Radfahrern unterwegs - das ergaben Zählungen des Straßenverkehrsamtes in der Vergangenheit. Dadurch sieht die Behörde ein erhebliches Gefährdungspotenzial für die Radfahrer. Auch einem entsprechenden Ausbauvorschlag der Kurstadt wollte das Straßenverkehrsamt nicht folgen (die RUNDSCHAU berichtete).
Bürgermeister Thomas Richter will morgen den Hauptausschuss über die neue Lage informieren, anschließend die Stadtverordneten. „Wenn die Stadtverordneten gegen diese Entscheidung des Straßenverkehrsamtes Widerspruch einlegen wollen, dann gehen wir in Widerspruch. Ich selbst werde es nicht tun“ , betonte gestern auf Nachfrage das Stadtoberhaupt.
Theisas Ortsbürgermeisterin Siglinde Böhm hatte das Papier des Landkreises gestern gerade auf den Tisch bekommen, will es erst gründlich durcharbeiten, um sich definitiv äußern zu können. Eines stehe für sie aber schon fest: „Ganz wollen wir die Sache nicht ruhen lassen. Es heißt immer nur, es gehe Gefahr für Leib und Leben aus, aber niemand sagt konkret warum und was die Stadt dafür tun könnte, um dies zu ändern. Die Theisaer werden sich eine Sperrung für Autos nicht gefallen lassen.“
Herbert Bartha, stellvertretender Ortsbürgermeister von Dobra, ist auch nicht glücklich mit der Entscheidung des Straßenverkehrsamtes. „Wenn man das nun als eine vernünftige Lösung darstellt, dann wird man auch auf ein gewisses Echo der Bürger stoßen. Ideal gewesen wäre ein vernünftiger Ausbau, so dass Autofahrer und Radfahrer gleichermaßen hier Platz hätten. Mit dieser Entscheidung wird den Menschen Kraft der Amtsgewalt dieser Behörde ein gewisses Recht weggenommen. Ich bin nicht dafür, denn das ist die einfachste Lösung.“
Wenn es zu keinem Widerspruch seitens der Stadt kommt, so erklärt der Leiter des Straßenverkehrsamtes, Stefan Wagenmann, dann wird diese verkehrsrechtliche Anordnung in einem Monat in Kraft treten. Das wäre kurz vor der Weihnachtszeit - keine schöne Bescherung für die Theisaer und Dobraer.
Thomas Richter sieht vor diesem Hintergrund noch eine andere Lösung: „Ich biete dem Landkreis den FR 5 als Weihnachtsgeschenk an.“