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| 15:58 Uhr

Längst kein Geisterschloss mehr
Noch mehr Mexiko für Mühlbergs Schloss

Südamerikanische Tänze prägten den Mexiko-Tag bis tief in die Nacht.
Südamerikanische Tänze prägten den Mexiko-Tag bis tief in die Nacht. FOTO: Veit Rösler
Mühlberg. Mexikanische Lebensart, Kultur, Tradition und Gastfreundschaft gab es am Samstag bis tief in die Nacht beim Mexiko-Tag im Schloss Mühlberg zu erleben. Von Veit Rösler

Anlässlich des mexikanischen Independence Day, der in Mexiko wegen des Beginns der Unabhängigkeitsbewegung 1810 aus der spanischen Kontrolle am 16. September gefeiert wird, waren im Schloss Mühlberg im Rahmen eines Mexiko-Tages Ausstellungen, Workshops und verschiedene auf das Thema Mexiko bezogene Veranstaltungsbausteine organisiert worden.

Nach Vorträgen und Diskussionen zum Thema Populismus durch Prof. Dr. Jose Luis Talancon sowie Kunst- und Kulturkoordinator Ilia Castellanos gab es im Schlossinnenhof kleine Konzerte sowie mexikanische Speisen und Getränke. Allein schon die stimmgewaltigen Soloauftritte von Tenor Enrique Ambrosio von den Berliner Philharmonikern war in dem historischen Ambiente ein Leckerbissen für Augen und Ohren. An einem Bastelstand konnten Kinder und Erwachsene Piñatas basteln. Das sind in Gestalt und Farbe individuell bunt gestaltete Figuren aus Pappmaché, die zu Festlichkeiten, insbesondere zu Kindergeburtstagen oder zu Weihnachten mit Süßigkeiten und Früchten gefüllt werden. Viele Mühlberger wurden von der Musik und dem bunten Treiben am Rande ihrer Stadt angelockt. Zahlreiche in Deutschland lebende Mexikaner insbesondere aus Berlin waren zu dem Fest nach Mühlberg gereist.

Das im Jahr 1272 erstmals erwähnte und nach mehreren Eigentümerwechseln lange Zeit leer stehende Schloss war im Januar von drei Geschwistern aus Mexiko-Stadt über den Berliner Zweig ihrer Immobilienfirma Noox erworben worden. Hier sollen nach Angaben der Firma in den nächsten Jahren Ateliers, eine Kunstgalerie, eine Taverne, ein Bio-Obstgarten, Networking-Räume und Minilofts entstehen. Fiona Guadarrama, Geschäftsführerin von Fiska, Deutschland, kümmert sich vor Ort für die Organisation der Veranstaltungen. Regelmäßig soll es künftig – nach Möglichkeit monatlich an den mexikanischen Festkalender geknüpft – Ausstellungen und Musikveranstaltungen geben.

„Zu den Mühlberger Nachbarn haben wir ein gutes und freundschaftliches Verhältnis. Wir werden sogar tatkräftig unterstützt“, erzählt Fiona Fiona Guadarrama. Einer der mit anpackt, ist Frank Winters aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Wenn Not am Mann ist, kutschiert er zum Beispiel Besucher zum Bahnhof Falkenberg oder er hilft vor Ort mit Computertechnik. „Im März lag das Geisterschloss noch in tiefer Finsternis. Erstaunlich was die Mexikaner seit dem in dem Dornröschenbau schon gemacht machen“, so der Mühlberger.