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Noch eine Chance für die Agreda

Die Wappen von Elsterwerda und Vreden aus 14 000 Dahlien gestaltet, im Vorjahr ein Hingucker. Und was ist Bonbon der Agreda 2018?
Die Wappen von Elsterwerda und Vreden aus 14 000 Dahlien gestaltet, im Vorjahr ein Hingucker. Und was ist Bonbon der Agreda 2018? FOTO: Frank Claus
Elsterwerda. Trotz Minusgeschäft – die Stadt Elsterwerda will die Verbrauchermesse Agreda auch 2018 durchführen. Weshalb sich der Bürgermeister bei der Abstimmung seiner Stimme enthalten hat. Frank Claus

Agreda Elsterwerda - noch nicht der große Wurf - so titelte die RUNDSCHAU nach der Landwirtschafts-, Erzeuger- und Verbrauchermesse Agreda im Herbst des vergangenen Jahres. Wenngleich sich die Stadtverwaltung Elsterwerda damals beeilte, festzustellen, dass die Wirtschaftsschau nach Neuorganisation insgesamt doch erfolgreich gewesen sei - Bürgermeister Dieter Herrchen: "Wir wollten die Messe wieder fest etablieren. Und das ist gelungen." - steht sie wenige Monate später wieder auf dem Prüfstand. Nunmehr stellt sich die Stadt sogar die Frage nach der "Zukunftsfähigkeit" dieser Veranstaltung, "da der ursprüngliche Charakter und die ursprüngliche Zielstellung (Landwirtschaftsschau) nicht mehr gegeben sind."

Klar: Die nackten Zahlen fordern angesichts der schwierigen Haushaltslage der Stadt ohne ausgeglichenen Haushalt eine nüchterne Betrachtung. Obwohl der Brandenburger Agrarmarketingverein pro agro im vergangenen Jahr etwa 30 000 Euro zugebuttert hat, kostet die Stadt Elsterwerda die Veranstaltung immer noch zwischen 20- bis 25 000 Euro, die vor allem in Sachkosten und Personalaufwendungen sowie Leistungen des Bauhofes begründet sind.

Bürgermeister Dieter Herrchen: "Wir haben das Thema auf den Tisch gebracht, weil wir jetzt Klarheit haben müssen und dazu nicht darauf warten können, bis der oder die neue Bürgermeister/in ihr/sein Amt antritt. Die Vorbereitungen für die Agreda 2018 müssen jetzt beginnen." Er selber hat sich in der Abstimmung über die Durchführung der Messe allerdings der Stimme enthalten. "Ich wollte mich dazu gegenüber dem Nachfolger im Amt neutral verhalten", meinte er.

CDU-Fraktionschef Siegfried Deutschmann gab ein deutliches Bekenntnis für die Agreda ab - "das ist eine Maßnahme, die auch nach außen wirkt" - forderte die Stadt aber auf, zwei Hausaufgaben zu erledigen: Die Stadt habe noch tiefgründiger die finanzielle Zuwendung Dritter zu prüfen und pro agro als Mitveranstalter müsse sich auch stärker personell einbringen und so die Verwaltung entlasten.

Bernd Raum (Die Linke) ist ebenfalls für die Fortführung der Messe. "Das ist gelebte Wirtschaftsförderung", sagte er und berichtete, dass der Tenor bei den Ausstellern überwiegend Dankbarkeit gewesen sei, sich auf diesem Wege Kunden und Partnern vorstellen zu können. Er sehe allerdings die Regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises als einen Partner an, der sich noch mehr einbringen könne. "Dafür will ich mich einsetzen", sagte er. Die Fraktion Gehre/Piraten ist gegen die Messe. Thomas Gehre: "Dass die Messe auf dem Rewe-Parkplatz stattfindet, ist schon verkehrt. Die Innenstadt profitiert davon nicht. Wirtschaftsförderung kann ich nicht erkennen. Insgesamt ist das Geld der Stadt bei den Vereinen besser aufgehoben." SPD-Fraktionschef Klaus Richter kritisierte die Haltung von Thomas Gehre: "Verwaltungskosten, und um die geht es ja bei der Agreda, mit Vereinsförderung zu vermischen, das ist unsachlich." Am Ende haben elf Abgeordnete der Fortführung der Agreda zugestimmt, vier waren dagegen, der Bürgermeister hat sich enthalten.