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| 19:30 Uhr

Straßensperrung droht zwischen Gorden und Oppelhain
Nicht zu überhörender Aufschrei der Kraftfahrer

Ein schwer zu ignorierender Volkswille: Herbert Biastoch (r.), Abgeordneter in der Gemeinde Gorden-Staupitz, übergibt Listen mit vorläufig 870 Unterschriften an den Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey. Das Ziel: Die Ortsverbindung Gorden - Oppelhain möge zur Kreisstraße werden, damit sie ausgebaut wird.
Ein schwer zu ignorierender Volkswille: Herbert Biastoch (r.), Abgeordneter in der Gemeinde Gorden-Staupitz, übergibt Listen mit vorläufig 870 Unterschriften an den Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey. Das Ziel: Die Ortsverbindung Gorden - Oppelhain möge zur Kreisstraße werden, damit sie ausgebaut wird. FOTO: Manfred Feller / LR
Gorden/Oppelhain. Land und Kreis wollen nichts mit der Ortsverbindung von Gorden nach Oppelhain zu tun haben. Im schlimmsten Fall droht dieses Jahr die Komplettsperrung für die Öffentlichkeit. Von Manfred Feller

Die Wege zwischen den Wirtschaftsräumen Elsterwerda im Süden und Doberlug-Kirchhain ein ganzes Stück weiter nördlich sind mit den Jahren immer länger geworden. Die uralte Ortsverbindung zwischen Hohenleipisch und Friedersdorf hat sich der Naturpark genommen. Fehlendes Geld und der miserable Zustand von Brücke und Banketten der fast durchgängig nur einspurigen Piste Gorden - Oppelhain könnten noch in diesem Jahr für den nächsten drastischen Einschnitt sorgen.

Diesen Schritt offen hält sich der Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey nach dem jüngsten Krisengespräch ohne ein positives Ergebnis mit Vertretern vom Landesbetrieb Straßenwesen, vom Landkreis, vom Landesforst, von der Landwirtschaft und Anrainerkommunen. „Wenn sich die Verkehrssicherheitslage weiter zuspitzt, droht die Teileinziehung der Straße. Das heißt, nur Fahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft dürfen sie nutzen. Für alle anderen wird sie gesperrt. Das ist eine ernsthafte Option, weil wir in der Verantwortung stehen“, sagt er.

Die teilweise gravierenden Bankettschäden könnten richtig teuer werden. In diesem Jahr hätten bereits zwei Fahrzeughalter Reifenplatzer angezeigt. Die Gemeinde Gorden-Staupitz habe nicht das Geld, um die verursachten Straßenschäden durch den nachweislich weiter zunehmenden überörtlichen Verkehr zu beseitigen, weiß Herbert Biastoch als Gemeindevertreter angesichts der Kassenlage nur zu genau. Der Landesstraßenbau in zwei Etappen in Staupitz, bei dem die Gemeinde finanziell mit im Boot sitzt, lasse kaum Spielraum. In den Erhalt der untergeordneten kommunalen Straße zwischen Gorden um Oppelhain seien bisher jährlich zwischen 10 000 und 20 000 Euro gesteckt worden. In diesem Jahr sei es nur eine vierstellige Summe. Diese reiche hinten und vorne nicht, um die Schäden zu beseitigen.

Der Ausbauzustand der Ortsverbindung Gorden - Oppelhain im Bereich der Brücke ist akzeptabel. Der Gegenverkehr muss jedoch fast immer auf das teilweise schon stark beschädigte Bankett ausweichen.
Der Ausbauzustand der Ortsverbindung Gorden - Oppelhain im Bereich der Brücke ist akzeptabel. Der Gegenverkehr muss jedoch fast immer auf das teilweise schon stark beschädigte Bankett ausweichen. FOTO: Manfred Feller / Medienhaus Lausitzer Rundschau

Das Amt Plessa hatte bereits zur Notwehr gegriffen und das Fahrtempo über die marode Grabenbrücke auf zehn Kilometer pro Stunde reduzieren lassen. Der Antrag, die Höchstgeschwindigkeit auf der schwach ausgebauten Ortsverbindung von 100 auf 70 km/h zu senken, sei vom Landkreis abgelehnt worden. Angesichts der Bankettlöcher stößt dies auf Unverständnis.

Die Einwohner aus Gorden, Oppelhain und Umgebung wollen nicht warten, bis die Verwaltungen vielleicht irgendwann eine Lösung finden. „Aufgeschreckt hat uns die Mitteilung des Amtsdirektors im Herbst, die Brücke sperren zu müssen. Ein Neubau würde 120 000 Euro kosten. Wir waren geplättet. Das ist für unsere knapp 1000 Einwohner zu viel“, sagt Herbert Biastoch von der Fraktion Kultur der Gemeindevertretung.

Es wird nur ein Ausweg gesehen: Entsprechend der wachsenden Verkehrsbedeutung zwischen zwei Landesstraßen solle die Ortsverbindung zu einer Kreisstraße hinaufgestuft werden. Unter dieser Überschrift werden seit Monaten Unterschriften gesammelt. 870 sind bisher zusammengekommen. „Weitere Listen werden folgen“, kündigt Herbert Biastoch bei der Übergabe der A 4-Blätter an Amtsdirektor Göran Schrey an. Der Verwaltungschef schlägt zur Bekräftigung das Brandenburger Straßengesetz auf. Demnach dienen Kreisstraßen überwiegend dem überörtlichen Verkehr in einem Landkreis. Dies sei hier mit Blick auf die Fahrzeugkennzeichen klar gegeben.

Die baufällige Brücke darf nur noch mit der Kriechgeschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde befahren werden.
Die baufällige Brücke darf nur noch mit der Kriechgeschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde befahren werden. FOTO: Manfred Feller

Die Befürworter der vorgeschlagenen Kreisstraßenlösung kommen natürlich aus der Umgebung, aber auch bis aus Elsterwerda, Grünewalde und Doberlug-Kirchhain. Diese Listen erhalte der Landkreis zusammen mit einem erläuternden Schreiben vom Amt Plessa.

Bei dem Krisengespräch habe der Landesbetrieb die Hände gehoben: kein Geld, kein Bedarf. Straßen würden eher abgestuft als heraufgesetzt. Der Landkreis sehe ebenfalls keinen Bedarf für sich, wolle den Sachverhalt aber weiter prüfen. Erst im Januar hatte die RUNDSCHAU gemeldet, dass dort mit einem Ergebnis nicht vor 2019 gerechnet wird, weil zum Beispiel Fahrzeuge zu zählen und Naturschutzbelange zu berücksichtigen seien.

Gemeindevertreter Herbert Biastoch möchte nicht hinnehmen, dass sein ehemaliger und der Arbeits- und Warentransportweg vieler heutiger Nutzer wegen Geldmangels gesperrt werden muss. Auch der Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey gibt sich konsequent: „Wir haben schon zu viele Jahre diskutiert. Jetzt lasse ich nicht locker.“