Von Manfred Feller

Die finanziell bessere Situation als noch vor Jahren macht es möglich, dass die Gemeinde Hohenleipisch nicht nur Vorhandenes halbwegs erhalten, sondern auch sichtbar investieren kann. Doch dem ehrenamtlichen Bürgermeister Lutz Schumann, der sich als einziger Kandidat für das Amt erneut zur Wahl stellt, geht es dennoch viel zu langsam. Wie insgesamt im Amt Plessa kritisiert auch er die Finanzausstattung der Kommunen durch das Land. Die bürokratische und zeitraubende Fördermittelpolitik bremse den Elan. „Wir müssen auf direktem Wege mehr Geld erhalten, um dann selbst über die Verwendung entscheiden zu können“, mahnt er immer wieder eine Änderung der Politik an.

Hortanbau. Der Anbau für den Hort sei das beste Beispiel. Weil der Platzbedarf jetzt da ist, konnte Hohenleipisch nicht auf Fördergeld warten, sondern musste loslegen. Das Projekt wird mit eigenen Mitteln finanziert und befindet sich auf der Zielgeraden. Ursprünglich sollte der Hort Ende April fertig sein. Jetzt ist es der Monat Mai. Elektriker, Trockenbauer, Sanitärinstallateure, Fußbodenleger und Maler haben noch einiges zu tun. Das Gelände an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt muss noch eingezäunt werden. Wann die Außenanlagen gestaltet werden, sei noch offen.

Alte Schule. Der Komplettumbau der alten Schule mit der Bibliothek sollte längst laufen. Doch dafür ist die Gemeinde auf Fördermittel angewiesen und wartete. Nun stehe die Planung und müsse noch von den Gemeindevertretern beschlossen werden. „Dann gehen wir in die Ausschreibung“, so Lutz Schumann ungeduldig. Ihm ist klar, dass es mitten im Jahr schwierig sein wird, die notwendigen Gewerke binden zu können. Von den gestiegenen Baupreisen ganz abgesehen. Er hofft, dass die einstige Schule im nächsten Jahr fertig barrierefrei mit Fahrstuhl umgebaut und saniert sein wird. Neben der Bibliothek wird es unter anderem Vereinsräume und ein Bürgermeisterzimmer geben.

Sportlerheim. Nah dran an der Eröffnung ist das aufgestockte Sportlerheim des VfB Hohenleipisch. Dieses Vorhaben wurde auch durch die Gemeinde gut unterstützt, die sogar einen Nachschlag ausreichen musste. Am 29. Mai wird die anspruchsvolle Investition übergeben. Nach der offiziellen Eröffnung am Vormittag wird nach Auskunft von VfB-Finanzchef Lutz Jakob ab 17 Uhr zum Tag der offenen Tür mit einem kleinen Fest eingeladen.

Wohnen. Es habe Stimmen gegeben, so Bürgermeister Lutz Schumann, die das kommunale Gebäude mit vier Wohnungen in der Triftstraße verkaufen wollten. Dies sei im Interesse besserer Wohnbedingungen und bezahlbarer Mieten abgewendet worden. Die inzwischen komplett vergebenen Wohnungen haben einen zeitgemäßen Raumzuschnitt erhalten, wurden modernisiert und barrierefrei. Vom Treppenhaus abgesehen, ist dort nicht mehr spürbar, dass es sich um ein älteres Gebäude handelt. Rentnerin Brigitte Seßler ist überaus zufrieden. Die 69-Jährige freut sich besonders über die geräumige Wohnküche und das moderne, große Bad.

Ihre Nachbarin Doreen Wosnitza, sie wohnt seit 20 Jahren in dem Haus, möchte nicht mehr zurück zu den alten Zuständen. In der heute großzügigen Küche war zuvor der Sanitärbereich integriert. Schrecklich! „Aus zwei Zimmern wurde das Bad. Das gefällt mir sehr gut“, schwärmt sie. Die Miete für die 50 Quadratmeter sei vorher niedrig gewesen und jetzt angemessen, lobt sie das Augenmaß der Gemeinde, die sich jetzt fortlaufend über Einnahmen freut. Hohenleipisch und das Amt hätten mit Zwischenwohnung und Umzug geholfen. Toll!

Denkmal. Der einst eher ungepflegte Platz um das Kriegerdenkmal im Ortszentrum wurde neu gestaltet. Um laufende Kosten zu sparen, sei auf die Pflegeleichtigkeit geachtet worden. Dafür wurden Wurzel- und Unkrautsperre eingebaut.