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Nicht nur drei, sondern elf Masten bei Schadewitz beschädigt

Auch dieser Mast ist am Donnerstag abgebaut worden.
Auch dieser Mast ist am Donnerstag abgebaut worden. FOTO: Frank Claus
Schadewitz. Dieser 22. Juni wirkt nach.Über Teilen des Elbe-Elster-Kreises zog ein Sturm mit Spitzengeschwindigkeiten um die 120 Kilometer pro Stunde. Bäume kippten auf Wohnhausdächer und brachen an Straßenrändern und in den Wäldern. Frank Claus

Die Stadt Elsterwerda verzeichnete mehr als 80 Feuerwehr-Einsätze und beziffert den geschätzten Schaden auf etwa 442 000 Euro. Zehn Modelle im Miniaturenpark wurden teils schwer geschädigt.

In Bad Liebenwerda sind 400 Bäume vernichtet worden. In beiden Städten haben die Bauhöfe immer noch alle Hände voll zu tun, Elsterwerda musste Leistungen im Stadtpark und am Reißdamm an Fachfirmen vergeben. Bad Liebenwerda und Elsterwerda wenden sich nun über den Landkreis an Brandenburgs Landesregierung, um Geld aus dem Hilfsfonds des Landes zu erhalten.

Auch Stromleitungsnetze sind schwer geschädigt worden, so die 380-kV-Leitung Preilack-Streumen in einem 5,3 Kilometer langen Abschnitt zwischen Theisa und Schadewitz. Drei Masten hatte der Sturm vollständig umgeknickt. Wenige Tage nach dem Sturm war noch davon ausgegangen worden, die übrigen reparieren zu können. Nach genaueren Untersuchungen steht inzwischen aber fest: Acht weitere Masten sind nicht mehr brauchbar und müssen ausgetauscht werden. Der Schaden, so eine vorläufige Einschätzung des Übertragungsnetzbetreibers 50hertz, wird sich auf drei bis vier Millionen Euro belaufen.

Gegenwärtig werde das Baufeld zum Neuaufbau der sogenannten Donau-Masten, die zwischen 50 und 71 Meter hoch sind, vorbereitet. Donau-Masten erkenne man an zwei kürzeren und zwei längeren Querbalken im oberen Drittel. Seinen Namen verdankt dieser Masttyp vermutlich einem zuerst gebauten Trassenverlauf in der Nähe von Straßkirchen im niederbayerischen Landkreis Straubing. "Wir demontieren jetzt die havarierten Freileitungsbauteile", erklärt Pressesprecher Volker Kamm. Bei Schadewitz sind am Donnerstag dieser Woche mehrere Masten mittels Kran demontiert worden. Monteure kletterten dazu bis in die obersten "Wipfel", um Bauteile zu lösen. Zahlreiche Seile, Isolatoren, Armaturen und Stahlgittermasten liegen bereits am Boden. Wie stark die Kraft des Sturms gewirkt hat, zeigen teils heftig verbogene Stahlelemente. Die alten Fundamente werden aus dem Boden geholt, in einigen Abschnitten ist begonnen worden, bereits neue zu gießen. Die Masten der 380-kV-Freileitung mit Konstruktionen nach heute gültigen Vorschriften werden übrigens an gleicher Stelle wie ihre Vorgänger errichtet. Die Wiederinbetriebnahme, so Volker Kamm, ist Ende Oktober geplant.

Nach Angaben des Pressesprechers sind die Schäden nahe Schadewitz die einzigen im gesamten Bundesgebiet, die der Übertragungsnetzbetreiber 50hertz im Ergebnis des Juni-Sturms zu verzeichnen hatte.