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Nicht alle Sturmschäden beseitigt

Der Sturm hatte im Süden des Landkreises einige Bäume auf Häuser stürzen lassen. Betroffen war auch dieses Grundstück in Hirschfeld.
Der Sturm hatte im Süden des Landkreises einige Bäume auf Häuser stürzen lassen. Betroffen war auch dieses Grundstück in Hirschfeld. FOTO: Amt Schradenland
Schradenland. Auch eineinhalb Monate nach dem verheerenden Orkan sind dessen Spuren im Süden des Landkreises Elbe-Elster noch sichtbar. Das Aufräumen ist auch eine Frage des Geldes. Manfred Feller

Sieben Wochen nach den schweren Verwüstungen ist das Sturmtief "Paul" vom 22. Juni noch fast überall im Süden des Landkreises Elbe-Elster präsent. Die Verkehrsadern waren zwar schnell von den Feuerwehren, Helfern und unterstützenden Betrieben beräumt, aber zahlreiche entwurzelte und umgeknickte Bäume liegen noch in der Landschaft, als wären sie erst gestern umgestürzt. Haus- und Grundstücksbesitzer sind nach wie vor dabei, die Schäden zu beseitigen und vor allem zu regulieren. Existenzen stehen auf dem Spiel.

Der Orkan kostet Städten, Gemeinden, Privatleuten und Unternehmen viele Millionen Euro. Im Amt Schradenland hat Amtsdirektor Thilo Richter nur die kommunale Rechnung für die Amtsdörfer aufgemacht. "Insgesamt ist von einem Gesamtschaden von mindestens 160 000 Euro auszugehen", sagt er. Dieses Geld müssen die Gemeinden aufbringen und dafür an anderer Stelle sparen.

Die Sturmfolgen in der Landschaft werden noch einige Zeit sichtbar bleiben. "Jene Schäden, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, das heißt, blockierte Hauptverkehrsstraßen durch umgestürzte Bäume, konnten zügig beseitigt werden. An Feld- und Waldwegen in der Flur besteht noch Handlungsbedarf. Dort wird in den Gemeindevertretungen das weitere Verfahren derzeit besprochen", benennt Thilo Richter den Stand der Dinge.

Der Sturm hatte nach seinen Worten in der Gemeinde Hirschfeld die größten Schäden verursacht. In der Grödener Straße war ein Baum auf ein privates Gebäude gefallen. In der Dorfstraße hatte eine Hausfassade Schäden davongetragen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Außerhalb der Ortslagen wüteten die mächtigen Böen in den Fluren Gröden, Hirschfeld und Großthiemig am stärksten. Weniger betroffen sei Merzdorf gewesen.

"Das Außengelände der Kita in Großthiemig konnte von den Kindern nach dem Sturm tagelang nicht betreten werden, weil dort zahlreiche Bäume umgestürzt waren. An den Tagen nach dem Orkan gingen noch zahlreiche weitere Schadensmeldungen von Bürgern ein", erinnert sich der Amtsdirektor.

In solchen Zeiten können sich die Einwohner auf zumeist gut ausgerüstete und ausgebildete Rettungskräfte verlassen. Doch nach dem Sturmtief "Paul" waren auch sie überlastet. Fast 300 Notrufe gingen allein aus dem Süden von Elbe-Elster in der koordinierenden Leitstelle ein.

"Im Schradenland waren die freiwilligen Feuerwehren bis in die Morgenstunden des 23. Juni mit insgesamt 48 Kameraden im Einsatz. Am Freitag meldeten sich noch einmal 18 Kameraden, die gerade frei beziehungsweise Urlaub hatten, um bis 19 Uhr zu helfen. Die ortsansässigen Landwirtschaftsbetriebe haben mit Technik und Arbeitskräften sehr gut unterstützt", dankt Amtsdirektor Thilo Richter allen Beteiligten.