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Mythos New-York-Marathon
„Ich krieg’ heute noch Gänsehaut“

Dr. Ulrike Fischer aus Maasdorf, Michael Nürbchen aus Bad Liebenwerda und Konni Hahn aus Schmerkendorf (v.l.) sind beim New-York-Marathon gestartet und noch heute geplättet: „Ein Wahnsinnslauf“, sagen sie.
Dr. Ulrike Fischer aus Maasdorf, Michael Nürbchen aus Bad Liebenwerda und Konni Hahn aus Schmerkendorf (v.l.) sind beim New-York-Marathon gestartet und noch heute geplättet: „Ein Wahnsinnslauf“, sagen sie. FOTO: privat / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Bad Liebenwerda. Mythos New-York-Marathon: Drei Starter aus Elbe-Elster haben ihn erlebt und sagen: „Unvergessliches Erlebnis“.

Dr. Ulrike Fischer aus Maasdorf, Michael Nürbchen aus Bad Liebenwerda und Konni Hahn aus Schmerkendorf sind beim New-York-Marathon gestartet und überglücklich. Die RUNDSCHAU sprach mit Michael Nürbchen.

Was ist dran am Mythos New-York-Marathon?

Michael Nürbchen: Alles stimmt. Ich bin schon viele Marathons gelaufen. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Es ist ein unvergessliches Erlebnis. Ich krieg’ heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke oder mir Bilder ansehe.

Dabei war es doch ein Lauf unter besonderen Vorzeichen, ein Hochsicherheitslauf, oder?

Michael Nürbchen: Das stimmt. Die Sicherheitsbestimmungen waren enorm. Schon beim Startnummern abholen wurden wir komplett gecheckt. Und vorm Start dann auch noch mal. An der Laufstrecke gab es Absperrungen, weiter draußen standen alle 50 Meter Polizisten, im Zielbereich dann locker alle 20 Meter. Scharfschützen waren postiert, in den Kreisverkehren sind voll beladene große Kies-Trucks als Rammböcke platziert worden, sodass niemand auf die Laufstrecke gelangen konnte.

Gewöhnungsbedürftig, dem Fluidum tut dies keinen Abbruch?

Michael Nürbchen: Eigentlich nicht. Denn es ist ja gut zu wissen, dass auf Sicherheit höchste Aufmerksamkeit gelegt wird.

Habt Ihr Euch in New York noch auf den Lauf vorbereitet?

Michael Nürbchen: Ja. Wir haben einen Zwei-Kilometer-Lauf gleich nach unserer Ankunft absolviert und in Begleitung eines in New York erfahrenen Marathon-Läufers am Tag zuvor auch noch einen Fünf-Kilometer-Erwärmungslauf, der zu Teilen bereits auf der Marathonstrecke verlief. Da waren schon mal 30 000 Leute dabei.

Und der Starttag?

Michael Nürbchen: Um 6 Uhr sind wir im Hotel mit Bussen abgeholt worden. Der Marathon wird in vier Wellen gestartet. Wir waren in Welle zwei. Um 10.15 Uhr sind wir unter den Klängen der Nationalhymne der Vereinigten Staaten auf die Strecke gegangen. Und das unter ohrenbetäubendem Lärm der Massen am Straßenrand.

Habt Ihr die Strecke gemeinsam absolviert?

Michael Nürbchen: Nein. Ich habe mich nach einer Meile von den Mädels verabschiedet und sie haben sich im Gedränge bei Meile 12 verloren. Aber das war nicht schlimm. Das Fluidum trägt dich.

Was ist nun das Besondere an diesem Marathon?

Michael Nürbchen: Es sind 53 000 Läufer am Start. Alles ist lauter, schriller, emotionaler, euphorischer. Da ist diese Stadt mit ihren Wolkenkratzern, den unendlich langen, schnurgeradeaus führenden Straßen, den gigantischen Brücken. Du kommst aus dem Staunen nicht raus.

Und dann läufst du aufs Ziel zu...

Michael Nürbchen: Das ist Wahnsinn. Ich habe auf den letzten Metern mit der Luft zu kämpfen gehabt, weil du glaubst, dass dich das alles erdrückt. Es ist ein unglaubliches Gefühl.

Welche Erinnerungen bringst Du mit?

Michael Nürbchen: Da ist erst mal die Finisher-Medaille, die größte und schwerste, die ich bisher habe. Als wir sie um den Hals umgehangen durch die Straßen gelaufen und ins Hotel gekommen sind, wirst du wie ein Held behandelt. Jeder ruft dir zu: Gratulation und Great Job. Die Momente dieses Laufes, die vergisst du nie mehr.

Habt Ihr Eure Zeiten eigentlich geschafft?

Michael Nürbchen: Wir haben ja gesagt, es soll ein Genusslauf werden. Ich hatte das Ziel, unter vier Stunden zu bleiben, die Mädels wollten unter fünf Stunden bleiben. Das haben wir geschafft.

Mit Michael Nürbchen sprach
Frank Claus.