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| 17:00 Uhr

Neujahrsempfang in Mühlberg/Elbe
Mühlberg hat 2018 lediglich einen Einwohner verloren

 Beim Neujahrsempfang in Mühlberg am Donnerstagabend wurden verdienstvolle Bürger aus der Stadt und aus den Ortsteilen durch Bürgermeisterin Hannelore Brendel geehrt. Dies sind: Peter Siede aus Altenau, Joachim Pannewitz aus Martinskirchen, Frank Scheffler aus Fichtenberg, Steffen Weidner aus Brottewitz und Pater Alois Andelfinger aus Mühlberg. Nicht im Bild: Jörg Geißler aus Koßdorf. Es wurden auch Feuerwehrleute geehrt. demnächst mehr dazu.
Beim Neujahrsempfang in Mühlberg am Donnerstagabend wurden verdienstvolle Bürger aus der Stadt und aus den Ortsteilen durch Bürgermeisterin Hannelore Brendel geehrt. Dies sind: Peter Siede aus Altenau, Joachim Pannewitz aus Martinskirchen, Frank Scheffler aus Fichtenberg, Steffen Weidner aus Brottewitz und Pater Alois Andelfinger aus Mühlberg. Nicht im Bild: Jörg Geißler aus Koßdorf. Es wurden auch Feuerwehrleute geehrt. demnächst mehr dazu. FOTO: LR / Manfred Feller
Mühlberg. Die Elbe-Kleinstadt hat ihre Einwohnerzahl fast halten können. Dagegen ist manch ein Ortsteil stärker geschrumpft, als ihm lieb ist. Von Manfred Feller

Die schmuck restaurierte Stadt Mühlberg – von zu vielen privaten Hausruinen abgesehen – schwimmt im allgemeinen Trend mit. Ihre Einwohnerzahl hat sich erfreulicherweise stabilisiert. Binnen eines Jahres hat sie statistisch nur einen Mitbürger verloren. Insgesamt lebten Ende 2018 genau 1999 Einwohner im Stadtgebiet. Das sagte Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel am Donnerstagabend während des Neujahrsempfangs im Rathaus.

In den ländlichen Ortsteilen sieht es unterschiedlich aus.  Während Altenau und Martinskirchen leicht hinzugewinnen konnten, zählen Fichtenberg elf und Brottewitz gar 14 Mitbürger weniger. Alles in allem sank die Einwohnerzahl in der Verwaltungseinheit Mühlberg im Jahr 2018 von 3757 auf 3744. Anfang des Jahres 2013 waren es noch 4180. Im Vorjahr gab es zudem 16 Eheschließungen und 23 Geburten. Letztere dürften locker für eine Grundschulklasse reichen.

Diese insgesamt erfreuliche Entwicklung führt Hannelore Brendel darauf zurück, dass Todesfälle und Wegzüge durch Rückkehrer, Zuzügler und Geburten fast kompensiert werden konnten. Es wurden leere Wohnungen bezogen und Baugrundstücke erworben. „Wir müssen noch mehr werben. Denn der Leerstand wird zum Problem, auch in den großen Dörfern. Auf manch einem Gehöft wohnt nur noch eine Person“, sagt die Bürgermeisterin.

Vieles auf dem Arbeitsplatzsektor oder in Handel und Gastronomie ist seit der Wende weggebrochen.  Kommunalpolitik und Verwaltung sind angehalten, das Ihre zu tun, um die Lebensqualität mindestens zu halten oder zu erhöhen. Doch die Mittel der Kleinstadt sind begrenzt. Investiert wurde im Vorjahr unter anderem in den Außenbereich der Grundschule und in die Feuerwehrtechnik. Fördergeld gab es für die Jugendclubs in Martinskirchen und Fichtenberg. In Koßdorf müsste die Straßenbeleuchtung erneuert werden. Doch daran sind Anliegerbeiträge geknüpft. Im Klostergarten ist Ersatz für vergangene Sturmschäden zu pflanzen. Und der Hort muss saniert werden. Fast fertig gestaltet ist eine öffentliche Aufenthaltsfläche neben dem Rathaus.

 Schade! Nicht alle geladenen Gäste waren zum Neujahrsempfang in Mühlberg erschienen. Der angenehmen Atmosphäre im Ratssaal tat das keinen Abbruch.
Schade! Nicht alle geladenen Gäste waren zum Neujahrsempfang in Mühlberg erschienen. Der angenehmen Atmosphäre im Ratssaal tat das keinen Abbruch. FOTO: LR / Manfred Feller

Auch der großflächige Rohstoffabbau bleibt ein Thema. Der nächste Kiesgipfel steht Ende Januar ins Haus. Während auf der einen Seite gefördert wird, brauchen freigegebene Flächen eine sinnvolle, nachhaltige Nachnutzung, damit die Einschränkungen der Anrainer durch den Abbau wenigstens teilweise kompensiert werden. Daran werde fortwährend gearbeitet, heißt es. Andererseits stünden weitere Entscheidungen beim laufenden ­Kiesabbau in beiden Werken an.

Fortgesetzt werde die Deichsanierung an der Elbe. Die jüngsten Niederschläge haben den Wasserstand anwachsen lassen. Ein neues Hochwasser braucht jedoch keiner. Hannelore Brendel erinnert an das andere Extrem: Der niedrigste Elbe-Pegel bei Mühlberg im trockenen Dauersommer 2018 wurde am 31. Juli früh um 6 Uhr mit nur 136 Zentimetern gemessen.

Viel lieber möchten die Mühlberger durch andere Ereignisse noch mehr Neugierige anlocken. Im Vorjahr waren es reichlich Geschichte und Kultur. Erinnert sei an die Mexikaner, die mit hier nie dagewesenen Veranstaltungen das Schloss Mühlberg erobert haben, oder an den viel beachteten Ritt Kaiser Karl V.