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| 19:12 Uhr

Neujahrsempfang der Lions Elsterwerda-Bad Liebenwerda
Von Reformation, Ökumene und einer Dämlichkeit

Lions-Präsident Dennis Lürding (Mitte) bedankt sich für die musikalischen Einlagen bei Johanna Zmeck und Bruno Bulang.
Lions-Präsident Dennis Lürding (Mitte) bedankt sich für die musikalischen Einlagen bei Johanna Zmeck und Bruno Bulang. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Kurzweiliger Neujahrsempfang des Lionsclubs Bad Liebenwerda-Elsterwerda mit lockerer Rede des Superintendenten. Von Frank Claus

Mehr als 30 000 Euro hat der Lionsclub Elsterwerda-Bad Liebenwerda im Jahr 2017 in soziale Projekte investiert und damit dem Gedanken, der Gemeinheit dienen zu wollen, Rechnung getragen. Das sagte Dennis Lürding, Präsident der Lions, zu Beginn seiner Bilanz zum Neujahrsempfang am Mittwoch im evangelischen Gemeindezentrum in Bad Liebenwerda. Herausragendes Förderprojekt sei die Anschaffung eines gebrauchten Transporters für das behinderte sechsjährige Mädchen Fiona aus Kraupa gewesen. Dank großzügiger Spenden der Lions-Mitglieder und des großen Engagements bei der Organisation der Spendenaktion inklusive Benefiznachmittag sei es möglich geworden, in kurzer Zeit dem Mädchen und seiner Mutter helfen zu können. Im Beisein von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, der Landtagsabgeordneten und künftigen Elsterwerdaer Bürgermeisterin Anja Heinrich, Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter, Elsterwerdas Vizebürgermeister Ansgar Große sowie Vertretern der Lionsclubs aus Senftenberg und Großenhain berichtete Dennis Lürding aber auch über die kontinuierliche Förderung des „Klasse 2000“-Projektes für Schulen und zu den Aktivitäten auf den Weihnachtsmärkten in Bad Liebenwerda und Elsterwerda. Die Lions unterstützen die Aktionen „Brillen für die dritte Welt“, den RTL-Spendenmarathon und die Woche der Gemeinschaft in Elsterwerda.

Gastredner des Empfangs war diesmal Superintendent Christof Enders, der über Erfahrungen des zurückliegenden Reformations-Jubiläumsjahres sprach. Dabei betrachtete er die Bedeutung der Reformation inhaltlich eher nicht tiefschürfend, sondern zielte wohltuend offen mehr auf die Wirkungen im Alltag und die gewonnenen Erfahrungen im Kirchenkreis ab.

Die Reformationsfeierlichkeiten, so stellte er fest, seien nicht nur was für Gläubige gewesen. Das Jubiläumsjahr hätten Menschen in einer Region mit dem „vermutlich höchsten Säkularisierungsgrad in der Welt“ zum Anlass genommen, sich mit ihrer Geschichte und ihrer eigenen Identität zu beschäftigen. Herausragend sei das Jahr für die Ökumene – das Verhältnis evangelischer und katholischer Christen – gewesen. Christof Enders verwies auf die vielen, erfolgreichen bundesweit und im Kirchenkreis organisierten Veranstaltungen: Konzerte, Ausstellungen, Podiumsgespräche, Theaterspiele.

Er sprach aber auch von vergebenen Chancen und viel zu hohen Erwartungen, die unter anderem von der Kirchenführung hinsichtlich der avisierten Besucherzahlen genannt worden seien. Das habe teilweise auch unter Druck gesetzt. Selbstkritisch sagte er, dass es nicht richtig gewesen sei, dass der Kirchenkreis das hervorragende Projekt Lutherpass nicht finanziell unterstützt habe. Und er stellte fest, dass Menschen heute nichts vorgesetzt bekommen, sondern selbst gestalten wollen. In der Gruppenarbeit habe es eine unheimliche Dynamik gegeben. Auch an viele kleine Fehlerchen erinnerte er. „Dass wir wegen des gleichzeitig stattgefundenen großen feierlichen Reformationsgottesdienstes in Mühlberg die Kirche in Bad Liebenwerda am 31. Oktober geschlossen hatten, war dämlich. Dort hinein wollten Menschen eben gerade an diesem Tag.“ Für seine volkstümlich formulierten, ehrlichen Worte erhielt er Schmunzeln, vor allem aber Anerkennung.

Lions-Präsident Dennis Lürding (3.v.l.) begrüßt zum Empfang auch Superintendent Christof Enders, Bürgermeister Thomas Richter, Elsterwerdas designierte Bürgermeisterin Anja Heinrich, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und Elsterwerdas Vizebürgermeister Ansgar Große (v.l.).
Lions-Präsident Dennis Lürding (3.v.l.) begrüßt zum Empfang auch Superintendent Christof Enders, Bürgermeister Thomas Richter, Elsterwerdas designierte Bürgermeisterin Anja Heinrich, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und Elsterwerdas Vizebürgermeister Ansgar Große (v.l.). FOTO: Frank Claus / LR