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| 09:23 Uhr

Neujahrsempfang der Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda
Ein temperamentvoller Jahresauftakt

Auf ein gutes 2018! Die beiden Bürgermeister Thomas Richter (2.v.l.) und Dieter Herrchen (3.v.r.) sowie Elsterwerdas designierte Bürgermeisterin Anja Heinrich (3.v.l.) stoßen mit den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlungen Patrick Weser (l.) und Johannes Berger (r.) sowie Bad Liebenwerdas Hirtenmädchen „Barbara“ an.
Auf ein gutes 2018! Die beiden Bürgermeister Thomas Richter (2.v.l.) und Dieter Herrchen (3.v.r.) sowie Elsterwerdas designierte Bürgermeisterin Anja Heinrich (3.v.l.) stoßen mit den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlungen Patrick Weser (l.) und Johannes Berger (r.) sowie Bad Liebenwerdas Hirtenmädchen „Barbara“ an. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Einen kurzweiligen gemeinsamen Neujahrsempfang der Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda haben am Sonnabend etwa 250 Gäste im Kurhaus in Bad Liebenwerda erlebt. Von Frank Claus

So stimmungsvoll war ein Neujahrsempfang der beiden Städte noch nie, so kurzweilig auch noch nicht. Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen, der in dieser Woche aus dem Amt scheidet, war noch einmal eine Bühne gegeben. Gewohnt rhetorisch geschliffen ließ er 16 Jahre im Bürgermeistersessel Revue passieren. „Erfolge eines Bürgermeisters sind nie Einzelerfolge, sondern immer die einer Gemeinschaft“, sagte er und erinnerte an Höhen und Tiefen. An Ärztemangel und Schulschließungen, an die Herausforderungen des demografischen Wandels, den fehlenden Neubau der Ortsumfahrungen, zögerlichen Hochwasserschutz. Die erfolgreiche Entwicklung der Stadt konnte er nur anreißen: neue Straßen, sanierte öffentliche Einrichtungen, Firmen, die an ihren Standorten weiter investieren, ein „Miteinander und nie Konkurrenz zur Stadt Bad Liebenwerda“.

Vielmehr jedoch legte er den Finger in die Wunde, führte noch immer nicht hergerichtete Immobilien an, hätte sich mehr Konstanz bei Jugendbeirat und Wirtschaftsrat gewünscht („die Jugend sollte sich da mal ein Beispiel am Seniorenbeirat nehmen“) und an Erfahrungen, „die ich mir weniger heftig gewünscht hätte“, so Dieter Herrchen. Das waren vor allem die Konsolidierung des Wasserverbandes und die Thematik Altanschließer. 16 Jahre, so sagte er, „sind nicht mehr als ein Wimpernschlag in der mehr als 800-jährigen Geschichte der Stadt“, aber „wir haben der Chronik der Stadt eine Seite hinzugefügt, auf die wir alle stolz sein können.“ Der Beifall war auffällig langanhaltend; der längste für die Redner dieses Abends – und sollte trotzdem noch einmal übertrumpft werden.

Anja Heinrich, Elsterwerdas Stadtoberhaupt ab dieser Woche Donnerstag, fasste sich im Anschluss kurz, beschwörte die weitere Gemeinschaft mit Bad Liebenwerda, schenkte ihrem Amtskollegen Thomas Richter einen Kompass mit der Bemerkung, „auf dass wir immer in die gleiche Richtung marschieren“ und blickte über den Tellerrand: „Wenn wir endlich wieder eine Regierung haben und die den Menschen wieder mehr zuhört“ werde sich das Land weiter gut entwickeln, so Anja Heinrich.

Elsterwerdas neuer ODW-Geschäftsführer Uwe Bucken und Reiss-Geschäftsführer Hans-Ulrich Weishaupt skizzierten kurz die Vorhaben 2018 in ihren Unternehmen. Der Elsterwerdaer Lebensmittelbetrieb wolle noch intensiver ins Fruchtgeschäft einsteigen und eine Marketingoffensive starten, „die man spüren wird“, um die Marke „Mark Brandenburg“, die eine der erfolgreichsten Regionalmarken Deutschlands sei, noch bekannter zu machen.

Die Firma Reiss sei mittendrin, um ihre 30-Millionen-Euro-Investition am neuen Standort im Gewerbegebiet Lausitz umzusetzen. „Im Frühjahr dieses Jahres ist Grundsteinlegung für die fast 12 000 Quadratmeter große Produktionshalle mit halbautomatischer Fertigungsstraße, im nächsten Jahr werden alle Maschinen eingefahren.“

Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter freute sich, dass die Veranstaltung wieder im Kurhaus, das dank Unternehmerinitiative einer neuen Zukunft entgegensieht, stattfinden könne. Er erinnerte an die Realisierung der großen Straßenprojekte, die Grundlage dafür seien, dass Bad Liebenwerda bis 2020 den Heilbad-Status erreichen könne. Die Kurstadtregion entwickle sich gut. Positive Signale gebe es für die Modernisierung des Wonnemars, für die das Land seine Förderzusage von 80 auf 90 Prozent aufgestockt habe. Man sei sich einig, dass Attraktivierung des Wonnemars und der Hotelneubau in einem Zuge kommen müssten. In diesem Jahr würden alle Vorbereitungen geschaffen, im Jahr 2019 solle dann endlich Baubeginn sein, so Richter.

Und dann folgten die „NotenDealer“, fünf junge Herren, die sich selbst als Rock-Pop-Kabarett-Band bezeichnen. Mit schmissigen Titeln und starken Choreografien brachten sie den Saal zum Kochen, mussten Zugaben singen und ernteten Beifallsovationen. Den größten Lacher allerdings produzierte die Moderatorin des Abends, als sie die Frauen angesichts der jungen Männer aufforderte: „Sie hätten ruhig auch Ausziehen, Ausziehen rufen können.“ Weil sich inzwischen von ihr unbemerkt in ihrem Rücken die Bürgermeister wieder die Bühne erobert hatten, merkte sie beim Blick nach hinten an: „Jetzt vielleicht nicht mehr.“

Bad Liebenwerdas Gästeführerinnen Hannelore Engelmann (l.) und Cornelia Dietze reflektieren locker die aktuellen Entwicklungen in der Stadt und prosten anstelle Sekt zu Jahresbeginn gleich mal mit „Klosterbruder“.
Bad Liebenwerdas Gästeführerinnen Hannelore Engelmann (l.) und Cornelia Dietze reflektieren locker die aktuellen Entwicklungen in der Stadt und prosten anstelle Sekt zu Jahresbeginn gleich mal mit „Klosterbruder“. FOTO: Frank Claus / LR
Schmissig, lustig, feine Choreografien: „Die NotenDealer“ setzten auch Bad Liebenwerdas „Hirtenmädchen Barbara“ charmant in Szene.
Schmissig, lustig, feine Choreografien: „Die NotenDealer“ setzten auch Bad Liebenwerdas „Hirtenmädchen Barbara“ charmant in Szene. FOTO: Frank Claus / LR
Wo wird beim Neujahrsempfang geschunkelt? Wenn sich Bad Liebenwerda und Elsterwerda gemeinsam Gäste einladen!
Wo wird beim Neujahrsempfang geschunkelt? Wenn sich Bad Liebenwerda und Elsterwerda gemeinsam Gäste einladen! FOTO: Frank Claus / LR
Gute Gespräche bei Sekt und 1400 Häppchen: die ehemaligen Reiss-Geschäftsführer Dietmar Menzel (l.) und Harald Lax (r.) mit Menzels Ehefrau Monika.
Gute Gespräche bei Sekt und 1400 Häppchen: die ehemaligen Reiss-Geschäftsführer Dietmar Menzel (l.) und Harald Lax (r.) mit Menzels Ehefrau Monika. FOTO: Frank Claus / LR