ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:39 Uhr

Plessaer Amtsgemeinden investieren
Ein Haus für die Musik und den großen Hunger

Die offene Konstruktion mit dem sichtbaren Gebälk sorgt in dem am Dienstag offiziell eröffneten Mehrzweckgebäude der Grundschule in Plessa für eine angenehme Akustik. Die musizierenden Schüler und deren Lehrer wissen dies zu schätzen. Der Lärm von der Bundesstraße bleibt draußen.
Die offene Konstruktion mit dem sichtbaren Gebälk sorgt in dem am Dienstag offiziell eröffneten Mehrzweckgebäude der Grundschule in Plessa für eine angenehme Akustik. Die musizierenden Schüler und deren Lehrer wissen dies zu schätzen. Der Lärm von der Bundesstraße bleibt draußen. FOTO: LR / Manfred Feller
Plessa. Die Amtsgemeinden haben dem Grundschulstandort Plessa ein ansehnliches Mehrzweckgebäude hingestellt. Diese Woche wurde der Einzug gefeiert. Von Manfred Feller

Die Goethe-Grundschule mit ihren zwei Standorten baut im wahrsten Sinne des Wortes vor für die wachsenden Schülerzahlen. Während in Hohenleipisch mit aktuell 136 Schülern, davon 19 Erstklässlern, demnächst der Anbau für den zu klein gewordenen Hort entstehen soll, ist in Plessa bereits der Einzug gefeiert worden. Der Grundschulstandort hat ein Jahr und ein paar Tage nach dem Abriss des alten Speiseraumes ein schickes Mehrzweckgebäude erhalten.

Die Gemeinden des Amtes Plessa haben diese Investition in die Zukunft gemeinsam auf den Weg gebracht. 665 000 Euro hat der Neubau gekostet. Davon ist ein großer Anteil aus dem europäischen Fördertopf für die ländliche Entwicklung (Leader) geflossen. „Jeder einzelne Euro ist für die Kinder, und es war keiner zu viel“, steht Olaf Redlich aus Schraden, Vorsitzender des beschließenden Amtsausschusses, hinter dieser hohen Geldausgabe. Derartige Projekte im Bildungsbereich seien es wert, dass zum Beispiel eine Straßensanierung warten müsse. Damit stärke das Amt die Wohnstandorte, um noch attraktiver für junge Familien zu werden.

Für Nachwuchs wird fleißig gesorgt. Die Kitas in Staupitz, Hohenleipisch, Plessa und Schraden seien inzwischen zu fast 100 Prozent ausgelastet, weiß Amtsdirektor Göran Schrey. Dies sind jene Kinder, die dann in die Schule strömen. „Es gibt nichts Schöneres als einen Neubau“, sagt er im Beisein von Eltern, Handwerkern und Vertretern der Schule. „Die 15 Gewerke waren nicht leicht zu verzahnen. Es wird immer schwieriger, weil alle gut zu tun haben“, lobt nicht nur er das regionale Handwerk. Die Verwaltung habe frühzeitig ausgeschrieben, ergänzt Hans-Joachim Weinhold, Fachbereichsleiter Bau- und Liegenschaften. Es habe kaum Verzögerungen gegeben. Pünktlich zum Schulstart war selbst der Hof gepflastert.

Ohne Fördergeld wäre es sehr schwer geworden, dieses Projekt, das im Kostenrahmen geblieben sei, zu stemmen, so Göran Schrey. Doch mit Fördermitteln sei es auch nicht einfach, kritisiert er die ausufernde Bürokratie nicht zum ersten Mal. Nach der Einweihung habe die Verwaltung damit immer noch zu tun.

Die Schule will das neue Nebengebäude effektiv nutzen, kündigt die stellvertretende Leiterin Cornelia Fischer an. Zunächst ist es ein moderner Essenraum mit einer Trennwand, hinter der die AG Bläser und die beiden Bläserklassen ihren separaten Übungsbereich haben. Das Gebäude eigne sich auch für den Projektunterricht, für Versammlungen und Veranstaltungen. „Es ist ein schönes Haus“, ist Cornelia Fischer dankbar für diese Investition. Kostproben ihres Könnens haben dann auch Schüler der 5. Klasse und vom musikschulgeführten Jugendblasorchester Plessa gegeben.

Direkt an der Bundesstraße 169 gelegen: Für die alte Lindengrundschule in Plessa mit mehreren Klassenräumen wird eine Nachnutzung gesucht.
Direkt an der Bundesstraße 169 gelegen: Für die alte Lindengrundschule in Plessa mit mehreren Klassenräumen wird eine Nachnutzung gesucht. FOTO: LR / Manfred Feller

Wenn das Orchester für Registerproben aufgeteilt wird, wird nach wie vor die alte Lindengrundschule genutzt, aber deutlich weniger als bisher. Das ist das Stichwort für den Plessaer Bürgermeister Gottfried Heinicke. Der betagte Klinkerbau gehört der Gemeinde, Träger und Nutzer sei das Amt. „Beide Seiten müssen sich Gedanken machen“, sucht das Gemeindeoberhaupt auch mit Blick auf die laufenden Kosten eine Nachnutzung. Die alte Schule hat fünf Klassenräume und drei Wohnungen. Zwei sind belegt. Doch zunächst freut sich der Bürgermeister über das neue Mehrzweckgebäude: „Ich bin sehr zufrieden.“