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Neues Feuchtsilo als Reaktion auf gestiegene Energiekosten

Hirschfeld/Bönitz.. Auf den Feldern der Region laufen die Herbstarbeiten auf Hochtouren. Kartoffeln werden geerntet, der Mais kommt von den Schlägen. Die RUNDSCHAU fragte in zwei Betrieben nach. Von Antje Posern

Von 7 bis 19 Uhr sind gegenwärtig 15 Frauen und Männer der Hirschfelder Agrar GmbH täglich im Einsatz. Die Kartoffelernte ist seit drei Wochen im vollem Gange. In drei Wochen hofft Geschäftsführer Werner Graf auf den Abschluss der Arbeiten. 1 500 Tonnen Stärke- und 4 000 Tonnen Speisekartoffeln werden dann gerodet sein. Während der erste Ertrag nach Golßen in die Stärkefabrik geht, werden die Speisekartoffeln an die benachbarte Agrar GmbH Grünlichtenberg in Hirschfeld geliefert. Ausgenommen ein kleiner Teil, der als Einkellerungskartoffeln abgegeben wird. „Aber diese Abnahme geht immer mehr zurück“ , sagt Werner Graf.
Noch vor zwei Jahren hatten die Hirschfelder Landwirte die Anbaufläche für Speisekartoffeln auf 30 Hektar reduzieren müssen. Nachdem 2004 für den in Insolvenz gegangenen Erdäpfelverarbeiter, die Helmer GmbH, mit der Agrar GmbH Grünlichtenberg ein Nachfolger gefunden wurde, konnten die Bauern den Anbau wieder anziehen. Auf bereits rund 60 Hektar wurden im zurückliegenden Jahr Speisekartoffeln angebaut, in diesem stockten die Hirschfelder die Flächen auf 100 Hektar auf. Insgesamt wachsen auf 140 Hektar Erdäpfel.
Der Verarbeiter Grünlichtenberg stellt Schälkartoffeln in allen Schnittvarianten und Abpackgrößen wie Garkartoffeln, fertige Bratkartoffeln, Kartoffelsalat, Klöße und auch Pommes frites her. Die Landwirte haben sich natürlich auf ihren Hauptabnehmer eingestellt. Sie bieten die festkochende Sorte „Solara“ und auch die rotschalige „Laura“ an, die sich durch eine besonders kräftige Gelbfärbung nach dem Schälen auszeichnet. Neu in diesem Jahr in den Anbauplan aufgenommen haben die Hirschfelder Landwirte die Sorte „Belana“ , eine spezielle Salatkartoffel.
Mit dem Ergebnis der Kartoffelernte ist Werner Graf bis jetzt sehr zufrieden. Beim Mais, den die Hirschfelder auf 300 Hektar anbauen, laufen in dieser Woche die Silos voll. Damit sind jedoch erst zwei Drittel der Ernte von den Schlägen geholt, der Rest bleibt zum Dreschen stehen. Und genau hier wird es richtig teuer für die Landwirte. Die Maiskörner werden mit einer Feuchtigkeit von etwa 30 Prozent geerntet und müssen auf zirka 14 Prozent heruntergetrocknet werden. Aufgrund des gestiegenen Ölpreises seien die Trocknungskosten immens ge stiegen, beschreibt Werner Graf das Problem, das seinem Betrieb besonders zu schaffen macht. Vier Euro pro Doppelzentner müssen allein für die Trocknung veranschlagt werden, sagt er. Aus diesem Grund hat sich die Agrar GmbH dazu durchgerungen, im nächsten Jahr am Schweinestall in Plessa-Süd ein Maisfeuchtsilo zu errichten. 400 000 Euro investiert der Betrieb in diese Anlage, in der der frisch gedroschene Mais bis zur Fütterung gelagert werden kann.
Die Röderland GmbH in Bönitz hat nur noch eine kleine Maisfläche, die auf den Drusch wartet. Die Ernte des Silomaises ist abgeschlossen. Ebenfalls die Kartoffelernte ist bei den Bönitzern schon Geschichte. Ein gutes Kartoffeljahr sei es gewesen, fasst Geschäftsführer Kurt Tranze zusammen. Das Ergebnis sei für die Direktversorgung ausreichend.
Auf 25 Hektar bauen die Bönitzer Erdäpfel an - in verschiedenen Sorten, von mehlig bis festkochend. Kühl und trocken lagern sie in der Röderland GmbH und warten dort auf Käufer. „Wir arbeiten ausschließlich für die Direktversorgung. Wir geben von fünf Kilo bis zu einer Tonne Kartoffeln ab - so wie es der Kunde wünscht“ , sagt Kurt Tranze. Zurzeit werde vor allem die Sorte „Adretta“ als Einkellerungskartoffel abgegeben, aber auch „Afra“ , die Salatkartoffel „Laura“ und „Linda“ seien im Angebot. Der Hofladen hat noch in dieser und der nächsten Woche samstags von 8 bis 12 Uhr, sowie wochentags von 7.30 bis 12 Uhr und 12.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.
Die Feldarbeiten stehen bei den Mitarbeitern von Kurt Tranze fast vor dem Abschluss. Mitte nächster Woche soll die Bestellung des Wintergetreides, das gemeinsam mit dem Raps 65 Prozent der Anbaufläche ausmacht, beendet werden. Dann stehen nur noch Restarbeiten fürs Frühjahr auf dem Programm.