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Feuerwehr-Problem gelöst
Die Kurstadt hat einen neuen Wehrführer

Markus Weber ist neuer Ortswehrführer in Bad Liebenwerda.
Markus Weber ist neuer Ortswehrführer in Bad Liebenwerda. FOTO: Martin Neumann / LR
Bad Liebenwerda. Bei Jahresversammlung in Bad Liebenwerda erhielt Markus Weber die Ernennungsurkunde. Von Karsten Bär

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Liebenwerda hat einen neuen Ortswehrführer. Bei der Jahreshauptversammlung überreichte Bürgermeister Thomas Richter die Ernennungsurkunde an Markus Weber (29), der fortan die Geschicke der Wehr leiten wird. Damit endet eine mehrmonatige Zeit, in der die Kameraden ohne offiziellen „Chef“ waren.

Einen  Nachfolger für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Hannes Lorenz  zu finden, habe sich als schwierig erwiesen, so Martin Neumann, der als stellvertretender Wehrführer gemeinsam mit Matthias Bauer die Aufgaben der Ortswehrführung übernommen hatte, in seinem Rechenschaftsbericht. Denn Familie, berufliche Belastung und anspruchsvolle sowie zeitintensive Führungsverantwortung im Ehrenamt in Einklang zu bringen, gleiche einem Spagat.

Doch in Absprache mit Bürgermeister und Stadtverwaltung sowie dank der Zustimmung durch die Stadtverordneten habe man eine optimale Lösung gefunden. Geschaffen wurde  die hauptamtliche Stelle eines Gerätewarts für alle Bad Liebenwerdaer Wehren, die in Personalunion mit dem Ortswehrführer  der Kurstadt-Wehr besetzt wird. Damit beschreitet die Kurstadt Neuland und will so zwei Dinge regeln: eine weitgehend permanente Verfügbarkeit des Chefs sichern und die zugenommenen Arbeiten eines Wehrführers unter einen Hut bringen.

Unter vier Bewerbern fiel die Wahl auf Markus Weber, der der Ortswehr selbst seit Jahren angehört. Martin Neumann wünschte dem neuen Ortswehrführer im Namen der Wehr Erfolg und dankte zudem noch einmal seinem Vorgänger Hannes Lorenz für sein jahrelanges hohes Engagement.

Für das Jahr 2017 konstatierte Martin Neumann in seinem Bericht deutlich mehr Einsätze als in den beiden vergleichsweise ruhigen Jahren zuvor. Dies habe vor allem an drei schweren Sturmereignissen gelegen, aus denen allein 59 Einsätze hervorgingen. Insgesamt rückte man 144 Mal aus, um Brände zu löschen, Hilfe zu leisten oder Gefahrenstellen zu beseitigen. Die Gesamtstundenzahl aller Einsätze betrug  1559 Stunden, einschließlich aller weiteren Arbeiten, Dienste und Ausbildungen sind es fast 10 000 Stunden, was, wie Neumann, anmerkte, sechs hauptamtlichen Stellen entspricht.

Alle Einsätze konnten personell abgesichert werden, doch es zeige sich, dass die Einsatzbereitschaft am Tage Schwankungen unterliegt. Die Entscheidung,  bei bedeutsamen Einsatzstichworten die Ortswehren Lausitz, Theisa und Zeischa mit zu alarmieren, habe sich auch 2017 wieder als richtig erwiesen.

Der Einsatzabteilung gehörten 2017 mit 50 Kameraden vier weniger als 2016 an, der Alters- und Ehrenabteilung 15 und der Kinder- und Jugendwehr 33. Ausbildungsmäßig sei man auf einem hohen Ausbildungsstand. Mehr Zuweisungen auf Lehrgänge wünsche man sich indes für die Landesfeuerwehrschule. Auch die Koordination der Kursbelegung sei nicht einfach, da die gewünschten Ausbildungstermine auch mit dem jeweiligen Arbeitgeber abgestimmt werden müssten.

Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter dankte im Anschluss an die Rechenschaftsberichte den Kameraden für ihre ehrenamtliche Tätigkeit und insbesondere auch die Nachwuchsarbeit. Über die nun gefundene Lösung für die Besetzung des Ortswehrführerpostens zeigte er sich erfreut.

Mit Blick auf die inzwischen wieder bessere Haushaltslage der Stadt verwies er auf das Problem, beabsichtigte Investitionen in Technik realisieren zu können – zwar sei das Geld da, aber die Hersteller könnten nicht liefern. Dennoch habe die Kommune in die Feuerwehren im Stadtgebiet  auch 2017 investiert, unter anderem in Bekleidung und die Herstellung von Löschwasserbrunnen.